Judd Apatows neuer Film „This is 40“ ist ein Quasi-Sequel zu „Beim ersten Mal“. Die Hauptfiguren aus dem Film des Jahres 2007 fehlen hier, werden aber kurz erwähnt. Stattdessen konzentriert sich der neue Film auf die damaligen Nebenfiguren und beleuchtet, wie ihr Leben sich entwickelt hat – und zwar am Scheideweg einer jeden Existenz. Wenn man 40 wird, wenn die Jugend endgültig vorbei ist, wenn irgendwie alles toll sein sollte, es aber nicht ist.

Pete und Debbie werden in der gleichen Woche 40 Jahre alt. Sie hat mit dem Älterwerden zu kämpfen, er damit, dass er sich neben ihr nicht mehr Süßigkeiten reinstopfen darf. Beide lieben sich, aber meistens streiten sie, was auch auf ihre Kinder abfärbt. Das liegt zum einen daran, dass Pete mit seiner Firma gerade Schiffbruch erleidet, aber dennoch seinem schnorrenden Vater Geld in rauen Maßen zuschiebt, andererseits daran, dass sie die Leidenschaft von früher vermisst.

Während die Vorbereitungen für die große Party beginnen, treten Probleme zu Tage, die sich immer mehr summieren und am Tag des großen Festes kulminieren. Bis die Frage bleibt, was notwendig ist, um die alte Liebe zu entfachen.

Erwachsener Apatow?

Das klingt nach einem echten, menschlichen Drama. Ist es irgendwo auch, aber natürlich abgeschmeckt mit den typischen Apatow-Ingredienzien. Nur leider heißt das bei „This is 40“, dass der Humor oftmals erzwungen ist und bisweilen sogar mit einem ganz unangenehmen Fremdschämfaktor daherkommt.

Offensichtlich wollte Autor und Regisseur Apatow sich ernsthaft mit der Frage beschäftigen, wie die Ehe nach 15 gemeinsamen Jahren aussehen kann, muss und sollte. Es wirkt narzisstisch, dass er seine Ehefrau Leslie Mann in der Hauptrolle besetzt und auch gleich noch die gemeinsamen Kinder Maude und Iris in die Geschichte integriert. Sicher, das ist gerechtfertigt, weil sie ihre Rollen auch schon in „Beim ersten Mal“ spielten, dennoch kommt man nicht umhin, die Selbstverliebtheit des Geschichtenerzählers zu registrieren.

Immer Ärger mit 40 - Der Film ist uns egal - aber hey! Megan Fox' Brüste!

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Attraktive Staffage, aber immerhin: Megan Fox.
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Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 19/211/21

Lang und weinerlich

Eines der Hauptprobleme, die Apatow nie überwinden konnte, ist die Distanz zum eigenen Material. Er liebt seine Geschichten zu sehr, als dass er sie trimmen würde. Aber manchmal muss man überflüssiges Fett entfernen, um eine Geschichte prägnant zu machen. Mit mehr als zwei Stunden Laufzeit ist auch „This is 40“ ein Film, der einfach nicht zum Ende kommen will.

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Das ist umso bedenklicher, da in diesem Film keine Geschichte klassischen Zuschnitts erzählt wird. Eigentlich wird gar keine Geschichte erzählt. Vielmehr sind es Vignetten eines Ehelebens, die recht uninspiriert aneinandergereiht werden. Das ist bisweilen amüsant, nervt aber leider zu oft.

Überlange und peinliche Mixtur aus Drama und Komödie, die weder das eine noch das andere ist und darum kläglich scheitert.Fazit lesen

Hinzu kommt, dass Apatows Figuren extrem weinerlich sind. Sie wären eigentlich allesamt unsympathisch. Dass dem nicht so ist, ist einzig und allein den Schauspielern geschuldet, die es schaffen, das banale Material etwas zu erhöhen. Weil man Leslie Mann und Paul Rudd in diesem Film mag, bringt man ein Mindestmaß an Interesse für diese Figuren mit ihren Luxusproblemen auf.

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An den Kindern ziehen die Spuren des Älterwerdens nicht vorbei.
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Pete und Debbie

Im Grunde erinnert man sich kaum an das Pärchen Pete und Debbie aus „Beim ersten Mal“. Insofern hätte es kaum einen eigenen Film für sie gebraucht. Aber wenn Rudd und Mann sich gegenseitig runtermachen, dann erwacht der Film zumindest ein wenig zum Leben. Immer dann, wenn das nicht der Fall ist, wird er jedoch bleiern schwer.

Daran ändert auch das an sich gute Ensemble nichts. Weil Jason Segel praktisch nichts im Film zu tun hat, weil John Lithgows Figur nicht ausgearbeitet ist, weil Melissa McCarthy in ihrer Penetranz einfach nur nervt und Megan Fox sich mittlerweile mit Nebenrollen begnügen muss, deren einzige Anforderung es ist, attraktive Staffage zu sein.

In der Interaktion mit diesen halbgaren Figuren können auch Rudd und Mann nichts mehr retten. Szenen, die offensichtlich auf Lacher ausgelegt waren, sind zumeist nur peinlich. Beherztes Lachen oder wenigstens amüsiertes Schmunzeln ist hier nur selten geboten.