Sie haben nur Übles im Sinn, sind egoistisch, fies und gemein, wollen Menschen schaden oder gar die Weltherrschaft an sich reißen. Aber trotzdem lieben wir sie: Bösewichte! Egal ob Darth Vader, Lord Voldemort, Loki, der Joker, Hannibal Lecter oder Marios Erzfeind Bowser – sie alle haben ihre Fangemeinde. 2010 gesellte sich ein weiterer in diese Reihe: Superschurke Gru aus „Ich – Einfach unverbesserlich“. Und weil auch er so beliebt war, kommt nun der zweite Teil ins Kino.

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Gru ist hauptberuflich Superschurke. Unter seinem beschaulichen Haus, das sich in einer netten Wohnsiedlung befindet, verbirgt sich ein monströses Labor, das meilenweit in den Erdboden hineinreicht. Dort arbeiten der verrückte Wissenschaftler Dr. Nefario und seine Armee von Handlangern – die Minions. Die trotteligen Kerlchen, die das Aussehen von gelben Ü-Eierschalen haben, erlangten durch den ersten Teil Kultstatus.

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Im ersten Teil noch Schurke, jetzt Familienvater: Gru.
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Vom Superschurken zum liebevollen Familienvater

Damals wollte Gru den bösesten Coup aller Zeiten drehen und den Mond stehlen. Dazu brauchte er die Hilfe dreier kleiner Waisenmädchen, die er adoptierte und die im Laufe des Films sein Herz erweichten. Nun sind Agnes, Margo, Edith und Gru eine glückliche, relativ normale Familie, die im Vorstadtleben angekommen ist. Der alleinerziehende Vater schmeißt Geburtstagspartys für seine Töchter, eine nervige Nachbarin möchte ihn verkuppeln und sein Schurkenlabor hat er in eine Marmeladenfabrik verwandelt.

Es scheint so, als hätte Gru alles im Griff. Doch weit gefehlt! Die Marmelade schmeckt scheußlich, Dr. Nefario reicht die Kündigung ein, Margo fängt an, sich für Jungen zu interessieren und Agnes fehlt eine Mutter. Und dann klopft auch noch eine Antiverbrechensorganisation in Form der schönen und energiegeladenen Agentin Lucy an die Tür.

Die AVL (Anti-Villain League) möchte Gru rekrutieren, um einen Bösewicht dingfest zu machen, der droht, die ganze Menschheit zu unterjochen. Und als ehemaliger Superschurke weiß Gru eben am besten, wie Fieslinge ticken…

Zu viele Minions verderben den Brei

Zur Seite steht ihm dabei Lucy, die in der deutschen Fassung von Martina Hill („Switch Reloaded“) gesprochen wird. Auch Gru ist starbesetzt: Während im englischen Original Steve Carell dem Schurken seine Stimme leiht, übernimmt Synchronsprecher- und Hörspiellegende Oliver Rohrbeck (u.a. Justus Jonas in „Die drei ???“, deutsche Stimme von Ben Stiller) in Deutschland diesen Job. Zudem ist Sonya Kraus als nervige Nachbarin Shannon zu hören.

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Die Minions, heimliche Helden des ersten Teils, werden diesmal etwas überstrapaziert.
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Bis auf wenige Ausnahmen gibt es also ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Vor allem die Minions und die Kinder rücken noch weiter in den Mittelpunkt als im ersten Teil. Hier sind das verantwortliche Animationsstudio Illumination Entertainment und Universal Pictures in die übliche Fortsetzungsfalle getappt: Was gut ankommt, wird ausgeweitet bis zum Geht-nicht-mehr. Mehr Minions, mehr Kinder, mehr Slapstick.

Doch wie so oft, erwiesen sich gerade die kurzen, portionierten Minion-Einlagen als charmant und witzig. Waren sie zu Beginn noch sehr amüsante Sidekicks, rücken sie im zweiten Teil in die Position von Protagonisten vor. Das ist einfach zu viel und man wird der kleinen gelben Viecher schnell überdrüssig. Weniger ist eben doch manchmal mehr.

Wie der Tenor im Film ändert sich auch die Zielgruppe: Aus der amüsanten Schurken-Parodie wird ein herzlicher Familienspaß.Fazit lesen

Und auch die „Happy Family“-Story verliert schnell an Spannung. Es war einfach zu schön, einem Superschurken bei der Arbeit zuzusehen und bei der Zwangslage, kleine Kinder zu päppeln. Doch Gru hat sich von seinem Dasein als Bösewicht fast komplett verabschiedet. Und ich muss ehrlich sagen: Mir fehlt der böse Gru!

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Immerhin: Animationen und 3-D sind gelungen.
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Spaßige 3D-Action

Slapstick-Einlagen und allgemeine Albernheiten wurden auch noch gesteigert, sodass sich der Zuschauer auf Furzhumor und übertriebenes Gehabe freuen darf. Besonders die Agentin Lucy verhält sich ausgesprochen albern und schlägt gerne mal über die Stränge, was eher nervig als lustig ist. Die kleinen Mädchen sind hingegen wieder reizend und auch die neuen Charaktere verbreiten gute Laune, indem sie alle sehr unterschiedlich und schräg angelegt sind.

Das ist auch dem Animationsstudio zu verdanken, das überaus schöne Figuren mit verschiedenartig markanten Zügen entworfen hat. Allgemein sind die Animationen wieder sehr gelungen und auch der 3D-Effekt ist, wie auch schon im ersten Teil, eine Augenweide und bereitet viel Spaß. Technisch zeigt sich Illumination Entertainment mit „Ich – einfach unverbesserlich 2“ also wieder einmal von seiner besten Seite.