Tom Six treibt die Metafiktion seiner Filmreihe auf die Spitze. War es bislang so, dass der Psychopath des zweiten Teils ein Fan des ersten Teils war und diesem nacheifern wollte, so ist es bei „The Human Centipede 3“ so, dass die ersten beiden Teile als Filme existieren und erneut Inspiration für einen Irren sind.

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Das hat es Six erlaubt, sowohl Dieter Laser als auch Laurence Harvey, die Stars der ersten beiden Filme, in neuen Rollen zurückzubringen. Zudem spielt er auch noch selbst mit, und zwar sich selbst. Er ist der Regisseur der ersten beiden Filme, palavert mit dem neuen Irren und fordert, die Umwandlung von Sträflingen in einen Tausendfüßler dokumentieren zu wollen.

Man befindet sich in einem Gefängnis irgendwo in Texas. Bill Boss (Dieter Laser) ist der Gefängnisdirektor, der ein Problem damit hat, dass er zu viele Häftlinge unterbringen muss und sich diese ständig bekämpfen. Aber er hat eine Idee: Er will alle Insassen kastrieren, das soll sie zahm und gefügig machen. Allerdings geht der Plan nicht auf, weswegen die Stunde seines Untergebenen naht.

Dwight Butler (Laurence Harvey) zeigt ihm die „Human Centipede“-Filme und schlägt vor, aus den Häftlingen einen gigantischen Tausendfüßler zu machen. Um zu beweisen, dass das medizinisch möglich ist, holt er sogar Tom Six dazu, der den Gefängnisdirektor überzeugt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Boss will einen Tausendfüßler mit 500 Häftlingen erschaffen!

Überzogener Quatsch

Nach dem zweiten Film, den man an Widerlichkeit kaum übertreffen konnte, geht Six mit seinem dritten (und hoffentlich letzten?) Film der Reihe in eine andere Richtung. Er gestaltet das Ganze fast schon als Parodie, und das nicht nur, weil er die Schauspieler dazu anhält, hemmungslos zu übertreiben, sondern weil er seine Geschichte so abstrus wie möglich gestaltet hat.

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Das macht „The Human Centipede 3“ leichter anschaubar, dafür geht er aber auch sehr, sehr schnell auf die Nerven. Denn Dieter Laser schreit in einer Tour. Es gibt kaum ein Wort, das er normal ausspricht. Er brüllt, und das so laut und so konstant, dass man versucht ist, einfach den Ton abzudrehen. Man wünscht sich, sein Mund würde an irgendjemandes Hintern genäht, nur damit er endlich mal die Klappe hält!

Der Ekelfaktor

Ja, auch bei seinem dritten Film hat sich Tom Six ein paar Szenen ausgedacht, die nicht schön anzusehen sind. Eine Kastration mit einem Taschenmesser ist da noch eine der harmloseren Szenen, denn zum Ende hin wird natürlich der Tausendfüßler erschaffen, was Six nutzt, um den Ekelfaktor schön nach oben zu drehen.

Das passt zum Anfang des Films natürlich überhaupt nicht, wirkt das Ganze doch zuerst wie eine Parodie und hätte als solche vielleicht auch funktioniert. Aber ein bisschen Zurückhaltung wäre dafür auch vonnöten gewesen.

Stattdessen lässt Tom Six seine beiden Hauptdarsteller chargieren. Laser ist dabei noch eine Ecke schlechter als der glubschäugige Harvey – wirklich gut ist aber keiner von ihnen. Schauspielerisch am besten ist Pornostarlet Bree Olson. Die mag auch keine Leuchte sein, was schauspielerisches Talent angeht, aber sie sieht zumindest gut aus.

Eric Roberts hat nur einen kurzen Gastauftritt und kommt darum am besten weg, Robet LaSardo und Tiny Lister sind okay, können aber gegen die geballte Ladung schlechten Geschmacks auch nichts ausrichten.