Ein paar Beobachtungen zuerst: Wenn man auf einen guten Werwolf-Film hofft, dann steigen die Chancen, ihn auch zu bekommen, wenn er britischer Provenienz ist. Wenn Sean Pertwee dabei ist, steigert das die Qualität des Films ungemein. Wenn Pertwee drauf geht, dann hat man einen Gewinner. Und nein, das ist kein Spoiler, zumindest kein großer, da Pertwees Rolle extrem klein und schnell weg vom Fenster ist. Da hat er seinerzeit in „Dog Soldiers“ deutlich länger durchgehalten.

Man fühlt sich beim Sehen von „Howl“ an diesen Streifen erinnert. Im Grunde ist „Howl“ ein idealer Begleiter zu „Dog Soldiers“. Sicher, die Werwölfe sehen unterschiedlich aus, und sind im älteren Film auch noch deutlich beeindruckender, aber was beide Werke miteinander verbindet, ist die klare, auf Spannung und Action setzende Erzählstruktur, die sich gar nicht erst mit einer großartigen Hintergrundgeschichte aufhält, sondern direkt ins Geschehen einsteigt.

Man kann „Howl“ auf eine sehr simple Formel herunter brechen: Normale Menschen sitzen in einem stillstehenden Zug fest und müssen gegen Werwölfe kämpfen.

Allein im Wald

Alles beginnt ganz normal. Der Nachtzug fährt über das Land, die Passagiere kümmern sich um ihre Angelegenheiten und der Schaffner dreht seine Runden. Doch dann kommt der Zug mitten im Nirgendwo zum Halten. Erst scheint es nur ein kurzer, unplanmäßiger Halt zu sein, doch dann verschwindet der Zugführer.

Howl - Es fährt ein Zug ins Werwolf-Land

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Der Film erscheint am 18.03.2016.
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Die Passagiere beraten, was am besten zu tun ist. Einige sind dafür, die paar Kilometer zum letzten Bahnhof zu Fuß zurückzulaufen. Der Schaffner hält das für keine gute Idee, beugt sich aber der Mehrheit. Doch ungeschützt im Wald wird allen schnell klar, dass es hier nicht nur um eine Panne geht. In den Büschen raschelt es, der Schaffner sieht sich um und findet eine Leiche.

Panisch laufen die Menschen zurück zum Zug, doch sie werden von Kreaturen verfolgt, die nicht gewillt sind, ihre Beute jetzt noch ziehen zu lassen.

Solider Horror

„Howl“ erfindet das Rad nicht neu. Das hat er sich auch gar nicht zur Aufgabe gemacht. Ebenso wenig käme er in Verlegenheit, einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre genannt zu werden. Das ist er nicht. Aber was er ist, ist grundsolider Horror, der es versteht, nicht nur einen interessanten und spannenden Auftakt zu bieten, sondern bis zum Schluss die Aufmerksamkeit des Zuschauers bindet.

Howl - Es fährt ein Zug ins Werwolf-Land

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Guter Horror mit erstklassigen Effekten.
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Er ist geradlinig erzählt. Im Grunde weiß man – oder erahnt zumindest –, was als nächstes kommt. Aber das wird gekonnt umgesetzt, so dass sich keine Minute Leerlauf einstellt.

Die Figuren sind zwar nur wenig mehr als Schablonen, leisten aber, wozu sie erdacht wurden. Sie sind Funktionsträger, die sich über wenige Taten definieren. Mehr braucht es nicht, zumal man fast allen gegenüber eine gewisse Sympathie empfindet, wohlwissend, dass die wenigsten diese Nacht überstehen werden.

Guter Effektmix

„Howl“ funktioniert auch, weil er seine Monster nicht überstrapaziert. Als er sie dann zeigt, ist es eine gelungene Mixtur aus praktischen Effekten und CGI. Es ist eine Verschmelzung des besten, was beide Welten bieten können. Dazu kommt, dass das Design der Werwölfe mit eigenen Ideen daherkommt. Der Look mag zwar nicht jedem gefallen, er hat aber seinen Reiz, da die Kreatur weniger wie ein klassischer Werwolf, als vielmehr wie ein Mensch-Wolf-Hybride anmutet.