Diese Entwicklung hat sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet: Nachdem immer mehr Vorwürfe auch von Seiten der House of Cards-Crew gegen Kevin Spacey ans Tageslicht kamen, wurde der Oscargewinner nun von Netflix gefeuert.

House of Cards - Nach weiteren Vorwürfen: Netflix feuert Kevin Spacey

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Kevin Spacey hier in der fünften Staffel der Erfolgsserie House of Cards
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Anthony Rapp war der erste, der den Vorwurf sexueller Belästigung gegenüber Kevin Spacey erhob. Diese Enthüllung im Zuge ähnlicher Fälle in Hollywood um Größen wie Harvey Weinsteinoder Dustin Hoffmann führte dazu, dass sich weitere Personen offenbarten. Selbst Crew-Mitglieder am Set von Spaceys Erfolgsserie House of Cards meldeten sich zu Wort. Es soll eine vergiftete Atmosphäre am Set geherrscht haben. Der zweimalige Oscargewinner soll mehrfach gegenüber männlichen Crew-Mitgliedern ausfallend geworden sein oder sie bedrängt haben. Da er nicht nur der Hauptdarsteller war, sondern auch als Produzent fungierte, wagten sich die insgesamt acht Mitarbeiter aus Angst vor Repressalien nicht an die Öffentlichkeit.

Spacey selbst zog bereits persönliche Konsequenzen und kündigte an, sich in Therapie begeben zu wollen. Bei Rapp, der den Stein ins Rollen brachte, hatte sich der Schauspieler bereits über Twitter entschuldigt. Daneben haben sich sowohl seine Agentur CAA als auch seine Presseagentin Stacy Wolfe von ihm getrennt.

Netflix beugt sich dem Druck

Nun zog auch Netflix die Reißleine und beendet die Zusammenarbeit mit dem Schauspieler: "Netflix wird an keiner weiteren Produktion von House of Cards teilhaben, solange Kevin Spacey dabei ist", so das Statement des Streaming-Giganten. "Wir werden weiterhin mit Media Rights Capital während der Pause kooperieren, um den weiteren Weg der Serie zu besprechen. Wir haben uns zudem dazu entschieden, dass wir den Film Gore nicht veröffentlichen, der sich in der Post-Produktion befindet, bei dem Spacey als Schauspieler und Produzent fungiert."

Das Ende von House of Cards, bekräftigte Netflix bereits zuvor, sei schon vor einigen Monaten entschieden worden. Die derzeit pausierte sechste Staffel sollte die abschließende werden. Es bleibt also fraglich, wie man diese ohne ihren Hauptdarsteller beenden will beziehungsweise, wieviel vom Material umgeschrieben und neu gefilmt werden muss. Da aber ohnehin Claire Underwood (Robin Wright) im Zentrum der letzten Staffel zu stehen scheint, wäre es nicht undenkbar, Spaceys Frank Underwood einfach aus der Staffel rauszuschreiben. Er könnte etwa Opfer eines Attentats geworden sein.

Für Kevin Spacey selbst dürften die Enthüllungen noch weitere Konsequenzen mit sich ziehen, da die jüngeren Vorkommnisse nicht wie bei Rapp verjährt sind.