„Jump“ = hüpfen, „Scare“ = Schock. Jump Scares sind also Schocks, bei denen man Richtung Decke abhebt. Die man überhaupt nicht erwartet, bei denen man sich eigentlich in Sicherheit fühlt. Die Stimmung ist ganz ruhig, man steht zum Beispiel im Badezimmer, gerade eben gab es eine Dusche. Begleitet von leiser „La La“-Musik wird abgetrocknet, die Hand wischt über den Badezimmerspiegel, ein Kamm zähmt die struppige Feuchtigkeit. Und genau, genau in dem Moment, als man sich zum Waschbecken hinunterbeugt, um nochmal etwas kühles Wasser zu tanken, taucht im Spiegel eine dämonische Fratze auf. Begleitet von einem Tote erweckenden Rumms auf der Tonspur.

Jump Scares sind eigentlich ein Zaubertrick, die ihre Wirkung durch Ablenkung erreichen. Nachdem diese filmische Technik in den achtziger und neunziger Jahren zum Cliffhanger-Klischee degeneriert ist, erlebt sie seit einigen Jahren, speziell seit dem Revival von Geister- und Haunted-House-Horrorfilmen eine spektakuläre Renaissance. Weil ein guter, also perfekt auf die Dramaturgie einer Szene abgestimmter, Jump Scare so durchschüttelt wie sonst nichts. Selbst bei Horrorprofis, die dann höchstens etwas früher Schiss haben, weil sie genau wissen, dass eine Szene auf einen zuckenden Energiestoß hinauslaufen wird.

Inzwischen sind Jump Scares so etabliert, dass längst nicht nur Horrorfilme auf sie zurückgreifen. Höchste Zeit also für einen 20-teiligen Durchhaltetest besonders gelungener Filmschocks, bei denen sich selbst Halloween-Fans hinter ihre Finger ducken dürften. Bitte aber Vorsicht: Diese Szenen enthalten nicht nur massive Spoiler, sondern sind auch überhaupt nichts für schwache Nerven! Wer schon zittert, wenn der Briefträger um drei Uhr morgens klingelt, sollte sich vor dem Drücken der Play-Taste besser am Hose-voll-Rating orientieren!

Platz 20) Freitag der 13. (1980) – Er ist doch noch da

Puh, eigentlich ist alles überstanden, Alice (Adrienne King) kann in ihrem Boot auf dem Crystal Lake durchschnaufen. Doch zawusch, aus dem Wasser schießt der vermoderte Körper des jungen Jason Vorhees und fängt nochmal an zu würgen.

Was später zum Klischee werden sollte (auch bei der „Freitag der 13.“-Reihe), ist hier noch Anlass für Kreischalarm: der Rausschmeißer-Jump-Scare – zugleich eine finale Schockladung, damit man den Film besser in Erinnerung behält, als er tatsächlich ist, und auch eine Ausrede für das Sequel.

Hose-voll-Rating: 5/10

Inhaltsverzeichnis:

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