David Ayers WWII-Film Herz aus Eisen aka Fury zeigt den Krieg aus der Sicht einer Panzercrew. Am Set sprach der Regisseur über den Film.

Herz aus Stahl - Regisseur David Ayer: Die Nazis waren genauso fanatisch wie die al-Qaida

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Herz aus Eisen aka Fury wird den 2. Weltkrieg aus der Sicht einer Panzercrew zeigen
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David Ayers Großväter waren selbst Soldaten im 2. Weltkrieg auf der Seite der Amerikaner. Einer kämpfte im Pazifik, einer in Europa. Er selbst wuchs mit Geschichten über diesen Krieg auf, die nicht dem amerikanischen Patriotismus entsprechen. Für ihn war der 2. Weltkrieg ein ermüdender, brutaler und angsteinflößender Krieg. Ayer war es daher wichtig, dies auch in Herz aus Eisen darzustellen.

Daher seien er und die Crew dankbar für die Bereitstellung originaler Panzer für den Dreh, die sie entweder von Privatbesitzern und dem Bovington Tank Museum bereitgestellt bekommen haben. Neben vier Sherman Panzern ist Ayer besonders stolz darauf, den einzig noch funktionierenden Tiger Panzer geliehen bekommen zu haben.

"Einen Kampf mit einem echten Tiger und echten Sherman Panzern zu haben, die aufeinander zurollen", so Ayer. "Während um sie herum Pyrotechnik hochgeht, Explosionen und alles - das war ein einmaliges Erlebnis."

Gerade gegen Ende hin war der Krieg ein einziger Gewaltmarsch, wie Ayer mitteilt. Für ihn gebe es viele Parallelen zwischen dem Fanatismus der Nazi-Deutschen und der al-Qaida. Die Nazis haben Jugendliche, ja sogar Kinder in Uniformen gesteckt und sie gegen die Panzer in den Krieg geschickt. Wer sich weigerte, wurde gehängt, selbst Kinder.

Der Kampf gegen einen solchen Feind war besonders für die Alliierten ein verstörender und brutaler Kampf, da sie in Nazi-Deutschland einmarschierten, ohne dass man ihnen mitgeteilt habe, auf was für einen Feind und auf was für Dinge sie stoßen würden.

Daher sei es ihm wichtig gewesen, den Zusammenhalt der Panzercrew in den Mittelpunkt zu rücken, die Kameradschaft aufzuzeigen. Schließlich sei das eine Truppe, die den ganzen Krieg über zusammengehalten und Gefechte ausgestanden habe. Eine Truppe, die genau wusste, dass sie sich am Ende des Krieges befanden, und dass es sie dennoch jederzeit erwischen könnte. So habe er auch die Darsteller, einschließlich Brad Pitt und Shia LaBeouf in ein Bootcamp geschickt, wo man ihnen Kampftechniken, Waffenkunde und auch den richtigen Umgang mit dem Sherman Panzer beibrachte.

Um die Innenszenen drehen zu können, wurde ein nahezu naturgetreuer Innenraum eines solchen Panzers nachgebaut, nur mit offenen Seiten für die Kameras und insgesamt rund 10 Prozent mehr Raum.

Für Ayer war es auch wichtig, nicht etwa einen Kriegsfilm zu drehen, wie ihn schon soviele andere Regisseure vor ihm, angefangen mit Steven Spielbergs Der Soldat James Ryan inszeniert haben. Er wollte keinen dreckigen Kriegsfilm mit einem ausgewaschenen Look, der dem Zuschauer geradezu Vintage entgegenbrüllen sollte.

Veteranen ließen ihn in Gesprächen verstehen, dass der Krieg geradezu in Farbe stattfand, während das Leben danach in Schwarz-Weiß ablief.

Herz aus Eisen startet am 1. Januar 2015 in den Kinos.

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