Hereafter – Filmkritik

Clint Eastwood versinkt im Kitsch

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von Rajko Burchardt, 28. Januar 2011 09:55 Uhr

In die lange reichhaltige Regiekarriere von Clint Eastwood hat sich immer mal wieder der eine oder andere Totalausfall verirrt. Auch in seiner Spätphase, die seit „Erbarmungslos“, „Perfect World“ oder „Die Brücken am Fluss“ in einem revisionistischen Charakter zwischen Ver- und Aufklärung nahezu eine Großtat nach der anderen hervorzubringen schien, langte er mit Geschichten von moralischer Erhabenheit oder historischem Sentiment hin und wieder deutlich daneben. Doch selbst in ihren gelegentlich zwiespältigen Verhältnissen laden Eastwoods Filme noch immer zum Entdecken ein.

Behutsames, schwergewichtiges Mystery-Drama vom Altmeister, das schon mit seiner anfänglichen Flutwelle im seriösen Kitsch versinkt.FazitNach „Invictus - Unbezwungen“, seiner Kuschelversion des südafrikanischen Rugby-Sommertraums um Nelson Mandela, ist das Mystery-Drama „Hereafter - Das Leben danach“ nun die zweite Zusammenarbeit des Regisseurs mit Matt Damon - und damit leider auch der zweite misslungene Eastwood-Film in Folge.

Das liegt weniger an seinem Hauptdarsteller, der jetzt im sogenannten Charakterfach angekommen und seinen Babyspeckrollen glücklicherweise entwachsen ist, als vielmehr an Eastwood, mit dem hier offenbar die Kitschkühe durchgegangen sind. Und an der unglücklich erzählten Geschichte, die ihre Rührseligkeiten rationiert auf gleich drei Handlungsstränge aufteilt.

Screenshot zu: Clint Eastwood versinkt im KitschHereafter ist der zweite misslungene Eastwood-Film in Folge - da kann auch Matt Damon nicht viel retten.

Der erste handelt von einer französischen TV-Journalistin (Cécile De France), die nur knapp eine Flutkatastrophe überlebt und durch ihre Nahtoderfahrung von Visionen aus dem Jenseits heimgesucht wird. In einem weiteren Handlungssegment geht es um die Leidensgeschichte eines kleinen Jungen aus London, der sich nach dem tragischen Unfalltod seines Zwillingsbruders nichts sehnlicher wünscht, als noch einmal mit ihm in Kontakt zu treten. Der dritte Erzählstrang schließlich führt nach San Francisco und damit zur zentralen Figur des Films, dem Medium George (Matt Damon). Er besitzt die Fähigkeit, verstorbene Menschen sehen und mit ihnen sprechen zu können, versteht seine Gabe jedoch als Fluch, von dem es sich freizumachen gilt.

Was folgt, ist das gedankliche Warten darauf, wann und wie die drei unabhängigen Teile der Geschichte sich kreuzen und zu einem großen Ganzen fügen werden. Abgesehen davon, dass die drei Figuren, die wohl nicht zufällig eine gute Kernfamilie abgeben würden, bis auf ihre besondere, aber unterschiedliche Beziehung zu Sterblichkeit und der Frage nach einem Leben nach dem Tod nicht unbedingt miteinander verbunden sind, trennen sie auch noch diverse Landesgrenzen voneinander. Wie Eastwood letztlich mit freundlicher Unterstützung von Vater Zufall die Handlungsstränge zusammenführt, setzt den generellen Albernheiten des Films die Krone auf.

Kommentare 14
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Michael794Michael79413.03.2011 00:27
ok, ich hab den Film im angeschaut und bleib bei meiner Meinung. Natürlich habt ihr mit der Kritik recht das Eastwood hier in manchen Szenen schon sehr übertrieben auf die Tränendrüse drückt, aber ich finde man sollte die Leistung würdigen, was Eastwood aus einem so schwer verfilmbaren Inhalt macht. Der Film ist intelligent, emotional und trotz allem glaubwürdig und wenn man hier andere Bewertungen liest (z. B. Skyline 7/10) dann finde ich eine 4/10 ziemlich unfair. Wenn man sich auf den Film einlässt und nicht krankhaft nach Fehlern sucht bekommt man ein durchaus gelungenes Filmerlebnis, was einem bis ans Ende fesselt.
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Killingto01.02.2011 13:30
Alle Filme mit Eastwood sind 10/10.

Da gibt es keine Ausnahmen.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt31.01.2011 00:55
Was? Meinungen und damit Geschmacksurteile (=Kritiken) sind subjektiv? Wirklich? Oh nein. :(

Das ist aber jetzt nur deine subjektive Meinung, oder? Finde nämlich, dass die eher "gegen 0 tendiert".

Wünsche Dir aber trotzdem einen schönen Wochenstart.
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jerod30.01.2011 23:24
mal davon abgesehen, dass der Artikel nicht ansatzweise darüber aufklärt, warum der Film so kitschig ist ??? zeigt es mir deutlich auf, dass du hier deine absolut subjektive Meinung wiedergibst und damit die Lesbarkeit und Unterhaltung deines Artikels gegen 0 tendiert.
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Timmy29.01.2011 10:14
Über den Film sollte man vllt folgendes wissen:

Zitat:
"Wie bei kaum einem anderen Film Clint-Eastwoods sind sich die US-Kritiker bei Hereafter uneins. Vom ernsthaft begründeten Geschwärme über den besten Film, den Eastwood je produziert hat, bis zur kopfschüttelnden Ratlosigkeit, was der Regisseur und Autor Morgan uns da sagen wollten, reicht der Bewertungsbogen.
Fakt ist: Auf Hereafter muss man sich bewusst einlassen, offen sein für die völlig ideologiefreie und klare Neugier, mit der sich Eastwood dem Thema nähert. Ebenso klar ist, dass dieser Film nur im Kino wirklich wirkt; auf dem Fernsehschirm wird er später wohl eher verloren sein."

Dem Gamona-Kritiker sei also verziehen wenn er zu denen gehört die mit Hereafter nichts anfangen können. Zu diesem Film gibts halt viele unterschiedliche Meinungen.
Wenn man damit spekuliert sich Hereafter anzusehen und hierdurch etwas verunsichert ist, sei also gesagt Hereafter ist nicht grundsätzlich schlecht,... oh Verzeihung schwach.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt28.01.2011 20:10
Dann berichte hier, wie du ihn fandest. :)
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Michael794Michael79428.01.2011 20:05
ich hab ja grad von invictus und nicht von hereafter gesprochen.
egal jeder hat seine eigene Meinung.
Werde mir hereafter auf jeden Fall anschauen und vielleicht hast ja doch recht xD.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt28.01.2011 20:01
Der Film ist natürlich gemeint. Hast du den Text überhaupt gelesen? Ich meine: Da steht schon drin, warum ich HEREAFTER nicht mochte. Übrigens ist schlecht was anderes, ich würde eher von schwach sprechen.
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Michael794Michael79428.01.2011 19:58
??????
Sind damit die Kinokassen oder der Film selbst gemeint?
2 Oscarnominierungen, 3 Golden Globes?
Wobei ich zugeben muss das ein Golden Globe herzlich wenig über die Qualität eines Films aussagt, trotzdem kann ich des noch viel weniger verstehen.
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Rajko BurchardtRajko Burchardt28.01.2011 19:51
Steht zumindest so im Text...
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Michael794Michael79428.01.2011 19:50
Ist Invictus etwa ein misslungener Film?!?
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Michael794Michael79428.01.2011 19:47
was ist überhaupt mit der bildunterschrift zweiter misslungener Film in Folge gemeint???
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Rajko BurchardtRajko Burchardt28.01.2011 17:39
Eastwood ist auch kein Heiliger. Ich bewundere ihn und sein Schaffenswerk, aber HEREAFTER wird alles anderes als ausschließlich überschwänglich besprochen, wenn man mal einen Blick auf die Pressespiegel wirft. Ich fand den Film albern und zahm, sorry.

Dass Eastwood keine schlechten Filme machen könne, ist doch auch nur eine Behauptung (Stichwort: "Mitternacht im Garten von Gut und Böse"). Auch Welles, Kubrick und Hitchcock haben schlechte Filme gemacht. Menschlich.
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Michael794Michael79428.01.2011 16:48
Wenn ich eins weiß dann das Clint Eastwood keinen schlechten Filme macht und das ich hier über hereafter die erste und bisher einzige schlechte kritik darüber lese spricht dafür. Ich finde schon Gran Torino war mit einer 7/10 zu dürftig gelobt.
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Hereafter
Hereafter FilmplakatRegie: Clint EastwoodGenre:Mystery, ThrillerFilmstart: Darsteller:George McLaren, Frankie McLaren, Bryce Dallas Howard, Cécile De France, Matt Damon
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