Wer die Comicvorlage des Dwayne-Johnson-Hercules kennt, wird sich bei den aktuellen Trailern möglicherweise die Frage gestellt haben, was der ganze Sche** eigentlich soll. Der Film wird teuer als Fantasy-Actionspektakel präsentiert und bemerkt stets nur am Rande, dass er das gar nicht ist. Hier wird beworben, was nicht vorhanden ist und der Zuschauer dürfte sich im Kino vielleicht ein klein wenig verarscht fühlen.

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„Schöner Mist“ werdet ihr jetzt denken. Denn wenn das nicht nach eindeutigen Beweisen dafür klingt, dass der ganze Film eigentlich nur Schrott sein kann, warum dann diese irregeleitete Werbekampagne? Und genau das ist die Frage. Denn der neue „Hercules“ ist alles andere als schlecht. Er ist vor allem eins: ungewöhnlich.

Hercules - Die spinnen, die Griechen!

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Der Film erscheint bei uns am 04.09.2014 in den Kinos.
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Ein ganz normaler Mann?

Das verquere Marketing ist wohl auf die Interessen der amerikanischen Kino-Bevölkerung zurückzuführen und die Unfähigkeit der dort ansässigen PR-Agenturen, ihre Werbefilmchen dem europäischen Markt anzupassen. Das Ergebnis ist eine Schilderung des Films, wie er letztendlich im Kino gar nicht zu sehen sein wird.

Die großen Szenen mit den schrecklichen Ungeheuern stammen aus den ersten Minuten des Streifens und entstammen dem wilden Lügengewirr eines Mannes, der es bestens versteht, Hercules als Gott dastehen zu lassen. Doch dieser braungebrannte Mann, der in Griechenland so herrlich fehl am Platz wirkt, ist nur ein einfacher Söldner mit tragischer Vergangenheit... Ach, ja. Und knallharten Muskeln. Aber unterm Strich immer noch ein Mensch... Ein Pferde werfender Mensch.

Der Film beschäftigt sich mit einem Mann, der sich den Ruf als Halbgott erarbeitet hat – auch wenn nicht unwenige die Wahrheit kennen – und nun einen neuen Auftrag als Söldner annimmt. Es gilt, einem kleinen Reich gegen einen schrecklichen Gegner beizustehen, Soldaten auszubilden und in eine chancenlose Schlacht zu ziehen. Natürlich erfährt man dabei alles über Hercules` Geschichte und er selbst darf mit den Geistern seiner tragischen Vergangenheit abschließen.

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Dwayne Johnson fällt unter den blassen Griechen auf, wie ein bunter Hund.
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Ein Team, ein Gott

Was diesen Mann, den viele in Griechenland als Gott bewundern, ausmacht, sind nicht nur seine Muskeln. Hercules ist ein erfahrener Krieger und Stratege. Außerdem hat er eine schlagkräftige Truppe aus klischeebehafteten Kämpfern bei sich, die für ihn nicht nur „Familie“ bedeuten, sondern auch aus dem Schatten heraus für seinen Mythos sorgen.

Mehr 'Bam', weniger 'Bla', bitte.Fazit lesen

Dabei versucht der Film immer wieder, auf die unterschiedlichen Charaktere einzugehen, während sich eine möchtegern-verzwickte Geschichte entwickelt und Hercules mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Klar, dass das zu Problemen führt. So wird viel angerissen, fast nichts wirklich zu Ende erzählt und was dann doch mal eine Auflösung spendiert bekommt, wirkt doch sehr dünn und blass.

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Dieser Truppe hat Hercules seinen Ruf zu verdanken. Mit Göttern und Dämonen haben die jedoch recht wenig zu tun.
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Fantasy?

In der Zwischenzeit bemüht sich der Film um viele Fantasy-Anspielungen, die immer wieder dafür sorgen sollen, dass der Zuschauer doch noch mit mystischen Wesen und übersinnlichen Ereignissen rechnet. Wenn (!) sich die Sache dann rational erklären lässt, dümpelt die Auflösung im See des „Ähm, ja. Was auch immer“ rum. Dem Film hätte es gut getan, auf solche Spielereien konsequent zu verzichten.

Gerade dieser Versuch, irgendwie jedem gerecht zu werden, Action mit Low-Fantasy und einer anständigen Geschichte zu verbinden und obendrauf noch ganz individuelle Persönlichkeiten mit eigener Hintergrundgeschichte einzubauen, hat dafür gesorgt, dass man viel bekommt, aber am Ende sich kaum irgendwas wirklich gelohnt hat. Einzig die drei großen Schlachten, die im Grunde den Film bestimmen, sind nicht nur imposant fürs Auge, sondern auch im Fahrwasser des ganz großen Kinos angesiedelt.

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Schlachten wie diese hier hätten wir gerne öfter gesehen.
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Eins, zwei. Eins, zwei...

Der Film drittelt sich selbst so stark, dass man gar nicht anders kann, als das Gefühl zu bekommen, hier drei Mini-Filme in einem zu bekommen. Nach einem einigermaßen anständigen Anfang geht er ins Storytelling über. Am Ende dieser Geschichte folgt eine Schlacht. Dann wird die Geschichte vorangetrieben und es gibt den zweiten großen Kampf. Dann wieder viel Bla Bla und natürlich der große Endkampf, der eigentlich keiner ist.

Das wäre alles gar kein Problem, hätte man zwischen den drei Schlachten doch weitgehend auf unnötige Handlungsstränge verzichtet. Die großen Logikfehler und Storylücken und das oftmals dumme und auch unverständliche Verhalten der Charaktere, führt dazu, dass man mehr Hercules in Action sehen möchte, aber viel weniger von Hercules am Rednerpult...

Hercules - Noch mehr Bilder von Dwayne Johnson als Halbgott

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Trotzdem muss man dem Film zusprechen, dass er im Großen und Ganzen eine akzeptable Geschichte zu erzählen weiß und Charaktere bietet, die mehr zu sagen haben, als das übliche Gequatsche kurz vor dem tragischen Tod. Aber wenn man mal ganz ehrlich ist? Wen interessiert es? Hauptsache, Dwayne Johnson haut Leute mit seiner Keule kaputt.