Seit Jahren wird versucht, ein Remake von Clive Barkers „Hellraiser“ auf den Weg zu bringen. Zuletzt waren die „Livid“-Macher Alexandre Bustillo und Julien Maury am Werk, doch es kam zu kreativen Differenzen und das Remake rückte in weite Ferne. Ein Problem für Dimension und die Muttergesellschaft Miramax, denn man drohte, die Rechte zu verlieren – wenn kein neuer Film in Produktion ging.

So zimmerte man mit kleinem Budget und innerhalb weniger Wochen „Hellraiser – Revelations“ zusammen, der einzig und allein entstand, um die Rechte am Material zu halten. Das merkt man dem Film aus dem Jahr 2011 auch an. In Kürze erscheint er von Sunfilm auf DVD, Blu-ray und (sicherlich überflüssig) Blu-ray 3-D. Im Verleih gibt es den Film ab dem 6. September, in den Verkauf kommt er am 4. Oktober.

Nico Bradley und Steven Craven fahren nach Tijuana, um sich dort zu vergnügen. Dabei offenbart Nico seine dunkle Seite, als er nach einem Fick auf der Toilette die Frau tötet. Es ist diese Dunkelheit, die den Landstreicher anzieht. Er überreicht Nico eine Box, die – wie er sagt – schon immer ihm gehört hat. In ihrem Hotelzimmer öffnet Nico die Box und Pinhead erscheint mit seinen Cenobiten.

Monate später trauern die Eltern der beiden noch immer um ihre Jungen, bringen es aber nicht mal über sich, darüber zu reden. Emma, die nicht nur Stevens Schwester, sondern auch Nicos Freundin war, hält das nicht aus. Sie findet die Box, doch bevor sie sie öffnen kann, taucht Steven auf.

Er spricht davon, dass er ihnen entkommen konnte, aber dass sie ihm folgen. Schlagartig wird den Cravens und den Bradleys bewusst, dass sie in ihrem Anwesen gefangen sind. Etwas Böses scheint um das Haus herum auf der Lauer zu liegen. Doch das wahre Böse ist mitten unter ihnen…

Hellraiser: Revelations - Die Offenbarung - Dieser Film zerfetzt eure Seele

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Wie immer: Öffne die Box und du erlebst eine Überraschung.
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Mit heißer Nadel gestrickt

Mit einem Budget von 300.000 Dollar wurde „Hellraiser: Revelations“ nach einem Original-Drehbuch von FX-Künstler Gary J. Tunnicliffe innerhalb von drei Wochen produziert. Elf Tage davon entfielen auf die Dreharbeiten.

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Insofern verwundert es nicht, dass die ganze Geschichte nur im Haus der Cravens und in einem Hotelzimmer spielt. Auch die magere Laufzeit von 67 Minuten (ohne Abspann) trägt dem gehetzten Zeitplan und dem mickrigen Budget Rechnung.

Die größte Enttäuschung des neunten Teils der Reihe ist, dass Pinhead umbesetzt wurde – und nun dick und gemütlich aussieht.Fazit lesen

Doug ist weg

Bislang hatte immer Doug Bradley den Cenobiten Pinhead gespielt. Man bot ihm auch an, in „Hellraiser: Revelations“ den Dämon mit den Nägeln im Kopf darzustellen, doch das Honorar, das man offerierte, entsprach, so Bradley, in etwa dem Gegenwert eines Kühlschranks. Somit gibt es hier die Premiere eines neuen Pinheads, dargestellt von Stephan Smith Collins, der nur ein mauer Ersatz ist. Einerseits sieht er viel zu fleischig aus, andererseits strahlt er keinerlei Charisma aus. Das schadet natürlich dem an Highlights ohnehin nicht reichen Film immens.

Die Geschichte ist im Grunde eine Variation von Barkers Original, wobei die Personenkonstellationen verändert und weitere Figuren in die Handlung eingebracht wurden. Die Charaktere sind allesamt flach. Es hätte wohl noch zwei oder drei weiterer Drehbuchversionen bedurft, um aus ihnen ein wenig herauszuholen. So sind sie im Grunde nicht mehr als Kanonenfutter.

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Pinhead sah auch schon mal besser und unheimlicher aus.
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Wenn man dem Film etwas zugutehalten will, dann wohl nur, dass er tatsächlich eine „Hellraiser“-Geschichte erzählt, während die Teile 5 bis 8 allesamt vorhandene Drehbücher zu Horrorfilmen waren, die mit der Serie nichts zu tun hatten, die aber modifiziert wurden, um Pinhead zu integrieren. Nur schade, dass weder das Skript – Tunnicliffe ist ein guter FX-Künstler, aber kein Autor – und die Schauspieler noch die Regie auch nur im Geringsten etwas aufwerten. Dies ist ein kleiner, schäbiger Film. Eine Tatsache, die er zu keiner Sekunde verbergen kann.

Der Wackelschock

In den ersten Minuten hat man das unangenehme Gefühl, dass der Plan vorsah, das Minibudget zu egalisieren, indem man aus „Hellraiser: Revelations“ einen Found-Footage-Film macht. Denn Nico und Steven dokumentieren ihren Trip – so wackelig, verschwommen und überbelichtet, wie man das erwarten kann.

Wenigstens lässt der Film dieses Format schnell fallen, wobei in einigen Szenen ohnehin nicht klar ist, was er nun sein will. Einerseits gibt es Szenen mit typischer Wackelkamera, andererseits Reaktionsaufnahmen, die dann wiederum „normal“ sind.