Whitewashing ist ein ernstes Thema neben der Genderfrage in Hollywood. Im aktuellen Fall um die Besetzung des japanisch-amerikanischen Major Ben Daimio im Reboot Hellboy: Rise of the Blood Queen ist der eigentlich besetzte Ed Skrein nun von seiner Rolle zurückgetreten.

Ed Skrein hier in The Transporter Refueled

Mindestens genauso heftig diskutiert in Hollywood ist neben der Ungleichbehandlung von männlichen und weiblichen Darstellern die Besetzung von Rollen einer bestimmten ethnischen Gruppe mit einem weißen Darsteller - auch bekannt als Whitewashing. Eine Sache, die nicht neu ist, wenn man an die Indianer in Western oder an den infamen Mickey Rooney in Frühstück bei Tiffany denkt. Rooney spielte darin nicht nur den Japaner Mr. Yunioshi, er spielte ihn mit extremen Overacting und so klischeebehaftet, dass es schon an Rassismus getarnt als Karikatur grenzte. Und das in einem ansonsten wenig parodistisch angelegten Streifen. Heute wäre das undenkbar. Und doch gibt es das Whitewashing noch immer - nur ermöglichen soziale Netzwerke den Hinweis auf diese Angelegenheit.

In den letzten Jahren haben die Studios immer wieder mit Besetzungen für Kontroversen gesorgt. Kein Studio war vor Kritik gefeit, weder Paramount Pictures, noch Marvel Studios. Die prominentesten Beispiele dürften die Besetzung von Scarlett Johansson als Major Motoko Kusanagi in Ghost in the Shell, Tilda Swinton als Ancient One in Doctor Strange sowie die komplette Besetzung in Gods of Egypt sein. Absolut kurios: Emma Stone spielte in Cameron Crowes Aloha - Die Chance auf ein Glück eine hawaiianisch-vietnamesische Soldatin.

Die Studios begründen ihre Besetzung immer damit, dass entweder die Vorlage nicht genau definiere, welcher Herkunft eine Person sei, oder dass es sich dabei um kreative Freiheiten handle. Nur noch selten hört man die Begründung, sie hätten keinen Darsteller oder keine Darstellerin aus der ethnischen Gruppe gefunden, die ihrer Vorstellung entspräche - den Studios dürfte selbst bereits aufgefallen sein, dass diese Begründung eine Beleidigung für eben jene ethnische Gruppe sein dürfte.

Ein positives Zeichen?

In all der Diskussion um ethnisch korrekte Besetzung, auch als Chance für Darsteller jener Gruppe, überhaupt einen Job zu kriegen, der nicht vor Klischees trieft, ist Ed Skrein nun mit einem mutigen Schritt aufgefallen. Der Darsteller war eigentlich für die Rolle des Major Ben Daimio im Reboot zu Hellboy: Rise of the Blood Queen besetzt worden. Allerdings handelt es sich dabei um einen amerikanisch-japanischen Charakter. Als Skrein von seiner Herkunft erfuhr, trat er von seiner Rolle zurück, in der Hoffnung, dass diese nun entsprechend der Herkunft besetzt wird. Über Twitter meldete er sich zu Wort und begründete seine Entscheidung:

"Es sollte klar sein, dass die korrekte kulturelle Darstellung dieses Charakters von enormer Bedeutung für die Leute ist. Diese Verantwortung von sich zu weisen würde die besorgniserregende Tendenz fortführen, die Geschichten und die Stimmen ethnischer Minderheiten in der Kunst zu ignorieren. Ich glaube, dass es wichtig ist, das zu respektieren. Von daher habe ich mich dazu entschieden, die Rolle abzulehnen, damit sie entsprechend besetzt werden kann."

Eine ethnische Vielfalt auch auf der Leinwand zu repräsentieren, so Skrein, sei gerade für ihn, der einer Familie mit vielfältiger Herkunft entstamme, von großer Bedeutung. Skrein ist von österreichisch-jüdischer und britischer Herkunft. Daher sei es die Verantwortung Hollywoods, gerade in schwierigen Zeiten Inklusion vorzuleben. Er hoffe, dass solche Diskussionen in Zukunft nicht mehr geführt werden müssten. Es sei zwar schade um das Projekt Hellboy, wie Skrein zugibt, aber wenn seine Entscheidung zur Inklusion beitrage, dann sei es das allemal wert, hofft der Schauspieler.

Kuriose Randnotiz: Skrein hat schon mal eine Rolle verloren - die des Daario Naharis in der HBO-Serie Game of Thrones. Nach nur drei Episoden und nach der dritten Staffel wurde er gefeuert. Als Grunde nannte er "politische Entscheidungen hinter den Kulissen". Dieses Mal ging er freiwillig. Mit seiner mutigen Entscheidung hat Skrein sicherlich für Aufsehen gesorgt. Werden andere nun seinem Positivbeispiel folgen?