Mit Priestern kann man seinen Spaß haben. Das hat sich auch J.T. Petty („The Burrowers“, „Mimic: Sentinel“) gedacht und sich daran gemacht, eine Geschichte zu ersinnen, die gleich sechs davon in den abstrusen Mittelpunkt rückt. Denn sie sind Mitglieder der augustinischen Zwischenkirche, Heilige auf dem Weg zur Hölle, eine Art Ghostbusters des Klerus.

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Das klingt schon mal ganz gut, aber ganz so cool, so schräg, so amüsant wie die Prämisse ist, ist der Film dann aber leider doch nicht.

Unsere sechs Helden sind Gläubige, die jedoch Todsünden begehen und Gebote brechen müssen, und zwar auf Teufel komm raus. Dabei wird penibel Buch geführt, was jeder sich zu Schulden kommen ließ. Denn sie müssen bereit sein für die Verdammnis, bereit in die Hölle zu fahren, lassen sich doch nur so die übelsten aller Dämonen in den Höllenschlund zurückbefördern.

Hellbenders - Zum Teufel mit der Hölle - Saufende, herumhurende, fluchende Priester – die muss man einfach lieben. Oder?

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Der Film erscheint bei uns am 24.07.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Diese Kreaturen sind solch formidable Monster, dass sie nicht einfach exorziert werden können. Sie müssen den Körper eines Priesters übernehmen, der dann zur Hölle fahren und den Dämon mit sich reißen kann. Ein solches Leben ist natürlich mit Opfern verbunden, aber sie alle sind gewillt, es zu bringen. Zu Glanz und Gloria des Herrn, zur Errettung der Menschheit, weil es einfach sein muss.

Ein Kultfilm in spe?

J.T. Petty erzählt nicht nur mehr oder minder geradlinig seine Geschichte, sondern fügt auch noch dokumentarische Elemente ein, wenn Interviews mit Geistlichen eingestreut werden. Diese tragen aber zur Wirkung des Films nichts bei, sind im Grunde sogar eher Bremsen, auf die man gut hätte verzichten können.

Packshot zu Hellbenders - Zum Teufel mit der HölleHellbenders - Zum Teufel mit der Hölle

Angesichts der Geschichte über ein halbes Dutzend Heilige, die saufen, herumhuren, stehlen und keine Sünde auslassen, hätte man sich eigentlich eine gigantische Ladung Spaß versprochen, aber irgendwie kann „Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle“ nicht so recht liefern. Es ist da, was zu erwarten ist: die coolen Sprüche, die Gore-Einlagen, die schrägen Momente, aber aus all den Details wird nie ein größeres Ganzes.

Hellbenders - Zum Teufel mit der Hölle - Saufende, herumhurende, fluchende Priester – die muss man einfach lieben. Oder?

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Saufen, kiffen, Party machen. So sehen Priester heute aus.
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„Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle“ ist mit Gewalt auf „Kult“ gebügelt, aber gerade dieser Status ist nicht planbar oder erzeugbar. Es bedarf der genau richtigen Mischung, die aus einem passablen Film einen großartigen macht. Hier fehlt sie leider.

Mauer Mittelteil

Man merkt dem Film auch an, dass das ganz große Budget nicht zur Verfügung stand. Besonders im Mittelteil, wird das geboten, was B-Filmer von jeher häufig und günstig einsetzen konnten: Gepflegtes Nichts, das von nichtssagenden Dialogen getragen wird. Action ist teuer, Dialoge sind billig. Dem Motto folgt auch J.T. Petty, der sicherlich vorhatte, einen tollen Film zu präsentieren, aber Anspruch und Umsetzung eben nicht in Einklang bringen konnte.

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J.T. Petty hat es gut gemeint. Aber nicht den richtigen Schwung gehabt.
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Dabei standen ihm einige hervorragende Schauspieler zur Verfügung. Bekannte Namen wie Clancy Brown („Highlander“), aber auch Geheimtipps wie Clifton Collins Jr. („Crank 2“) oder Dan Fogler („Scenic Route“). Sie alle bleiben aber sträflich unterbeschäftigt. Die ganz großen Szenen, die dazu geeignet wären, einen Film im Gedächtnis des Zuschauers zu verankern fehlen. Dabei könnten die Schauspieler sie schon liefern, sie haben nur nicht das Material, mit dem sich arbeiten lässt.

Spaß für alle

Dabei glaubt man durchaus, dass Cast und Crew bei der Produktion dieses Films ihren Spaß hatten; er überträgt sich nur nicht auf den Film. Oder besser: nicht genug. Denn „Hellbenders – Zum Teufel mit der Hölle“ ist kein schlechter Film, er ist eben nur auch nicht besonders gut. Letzten Endes bleibt er Massenware mit interessanten Ansätzen, aber nicht genug Verve, um aus dem Gros herauszustechen.