Wenn es zwei Jahre dauert, bis ein Film den Weg über den großen Teich findet, dann hat das meistens Gründe. Selten sind es Rechteschwierigkeiten, weit häufiger hat es damit zu tun, dass der betreffende Film a) in seiner Heimat ganz erbärmlich lief oder b) einfach hundsmiserabel ist. Zu welcher Kategorie „Hell Baby“ gehört, ist im Grunde völlig egal, da beides suboptimal ist, aber nur um Missverständnisse zu vermeiden: Das Desinteresse deutscher Verleiher lag nicht am erbärmlichen Einspiel des Films. Er ist einfach richtig, richtig schlecht!

Hell Baby - Official Trailer #1

Ernst nehmen will sich das Teil gar nicht. Es soll wohl eine Art Parodie sein. Auf Geisterhausfilme, auf Exorzisten-Streifen, auf ausgelutschten Horror. Allerdings hapert es an den richtig guten Gags. Hier und da ist schon ein Schmunzeln drin, für 90 Minuten ist aber schlicht und ergreifend nicht genug geboten.

Wo ist das Baby?

Für einen Film, der den Titel „Hell Baby“ trägt, ist von dem kleinen Fratz recht wenig zu sehen. Denn um das Kindchen geht es gar nicht. Vielmehr stehen seine Eltern im Mittelpunkt. Jack und die hochschwangere Vanessa ziehen in ihr neues Haus ein. Das liegt in einer rein schwarzen Nachbarschaft, aber Jack ist sicher, dass die Gegend im Kommen ist. Ein Haus hier kann nur Vorteile bringen, nicht zuletzt eine enorme Wertsteigerung.

Aber darüber muss er sich schon bald keine Sorgen mehr machen, denn im Haus des Blutes geht es nicht mit rechten Dingen zu. Haus des Blutes? Ja, so haben die Nachbarn die Bude getauft, weil jede Menge Leute darin umgebracht worden sind.

Hell Baby - Möge das Balg den Film in die Tiefen der Hölle reißen

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Der Film erscheint am 26.02.2016 auf Blu-ray und DVD.
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In diesem Haus des Blutes ist also nicht alles so, wie es sein soll: Eine nackte uralte Schachtel belästigt Jack wieder und wieder, der Nachbar nervt, Vanessa benimmt sich merkwürdig und ihre Schwester will das Haus segnen – und sich gerne nackt unter der Dusche zeigen. Dazu kommen noch zwei Exorzisten aus der Vatikanstadt, die losgeschickt wurden, um das Böse auszumerzen. Und ein paar Cops tauchen auch ständig auf und beleidigen Jack. Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Es ist sinnlos.

Immerhin ist das nicht dem Unvermögen der beiden Autoren und Regisseure Robert Ben Garant und Thomas Lennon geschuldet, sondern pure Absicht. Ihr Ziel war es, einen sinnbefreiten Film abzuliefern. Das haben sie geschafft.

Chargieren ohne Geld

„Hell Baby“ ist eine Super-Low-Budget-Produktion, bei der die Schauspieler für Mini-Gagen und „just for fun“ mitgewirkt haben. Dabei wurde reichlich improvisiert, was der narrativ zerrissenen Struktur auch nicht gerade gut getan hat. Der Humor bleibt dabei auch auf der Strecke, weil er sehr subjektiv geraten ist.

Hell Baby - Möge das Balg den Film in die Tiefen der Hölle reißen

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Uns fällt einfach kein guter Grund ein, um sich diesen Film zu geben.
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Wenn einer der Schauspieler dachte, etwas wäre lustig, dann hat er das auch so gemacht. Aber das muss nicht jedermanns Humor sein. So bekommt man reichlich albernen Slapstick zu sehen, der den parodistischen Ansatz des Films verrät und stattdessen in Unterhaltungsniederungen vordringt, die man als Zuschauer eigentlich nicht besuchen will.

Die Besetzung ist zudem sehr durchwachsen. Die falschen italienischen Akzente der Priester – im Original – sind schlicht und ergreifend grauenhaft. Der einzige Schauspieler, der hier etwas besser davonkommt, ist Rob Corddry. Und Riki Lindhome macht bei ihrer ersten Szene in der Duschwanne wenigstens eine gute Figur.