Wie kriegt man am besten Frauen rum? Etwa mit platten Sprüchen wie „Dein Vater muss ein Dieb sein, er hat die Sterne vom Himmel geklaut und in deine Augen gesetzt“ oder gar als charmanter Rosenkavalier? Die Helden aus Marco Petrys neuer Komödie haben da ihre ganz eigene Masche: Sie geben sich als unheilbar krank aus und ihr letzter Wunsch ist es, eine heiße Nacht zu verbringen. Makaber? Na klar!
Mehr wolkig als heiter: Humorige Sterbebegleitung für morbide und anspruchslose Elendstouristen.FazitDass sie mit dieser Tour irgendwann auf die Nase fallen, hätten Tim (Max Riemelt) und sein bester Freund und Mitbewohner Can (Elyas M’Barek) natürlich nicht gedacht. Immerhin ging jahrelang alles gut. Sie hatten einen verlogenen One-Night-Stand nach dem anderen, ohne ihre Verflossenen danach jemals wiederzusehen.
Doch dann passiert, was passieren muss: Tim gerät an die Falsche. Die süße Marie (Anna Fischer in ihrer Paraderolle als naives, schnuckeliges Mädchen) raubt Tim nämlich nicht nur den Verstand, sondern ist auch noch im Begriff, seine Gewinnermasche aufzudecken.
Denn Maries Schwester Edda (Jessica Schwarz) hat Lymphdrüsenkrebs und wird bald sterben. Deshalb hat sie sich schon lange aufgegeben. Marie aber nimmt Tims positive Aura zum Anlass, ein letztes bisschen Lebensgefühl aus ihrer Schwester rauszukitzeln. Wenn er so locker mit seinem Gehirntumor umgehen kann, sollte Edda das durch seine Hilfe auch schaffen. Und so darf sich Tim fortan um Edda kümmern.
Die perfekte Masche: Indem sie vorgeben, totkrank zu sein, kriegen Tim und Can die Frauen ins Bett.Die bemerkt natürlich sofort, dass Tim ein Hochstapler ist, lässt ihn aber nicht auffliegen. Denn dieses Spiel kann man auch umkehren und so verlangt sie Tim einiges ab, um ihn im Gegenzug bei Marie nicht zu verraten.
So sieht es die Geschichte zumindest vor. Doch eigentlich erpresst Edda den gutgläubigen Tim gar nicht. Sie nutzt ihn schon eine ganze Weile aus, ohne dass sie die Enttarnung der Lüge überhaupt anspricht. Da fragt man sich schon, was den Protagonisten bewegt, viele verrückte Dinge für Edda zu tun – wo es ihm doch eigentlich um Marie geht.
Marie wird hingegen den gesamten Film über außen vor gelassen. Die aufblühende Liebe der beiden wird nur wenig bis gar nicht thematisiert. Kritiker meinten schon im Spaß, dass Tim doch eigentlich auf Edda stehen würde, aber da sie bald stirbt, Marie nimmt. Denn überall, wo Marie ist, ist auch Edda. Aber Edda tritt auch gerne ohne ihre Schwester auf und vergnügt sich mit Tim.
Doch als die Liebe dazukommt, wird es kompliziert.Das haben immerhin auch die Drehbuchautoren bemerkt und Marie eine kleine Eifersuchtsszene gegönnt, weil sie sich ausgeschlossen fühlt. Denn seit Tim in das Leben der beiden Frauen getreten ist, redet Edda auch nur noch mit ihm über ihre Krankheit.
So wird Marie lediglich mit ihrem Beruf abgespeist: Logopädin für Kinder, was auch in zwei kleinen Szenen kurz demonstriert wird. Ebenso hat natürlich auch Tim einen Beruf: Er arbeitet zusammen mit Can in einer Großkantine, hat aber dennoch unfassbar viel Zeit, mit Edda in der Gegend rumzujuckeln. Sein Traum ist es aber – und wer hätte das geahnt?? – ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Leider sind diese beiden Berufe so lieblos ins Drehbuch integriert wie die Sockenfarbe des Hauptdarstellers.
Regie: Marco PetryGenre: Drama, KomödieFilmstart:
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Die Besetzung der Marie fand ich total schrecklich.
Die kam nur überzeugend rüber wenn sie geheult hat.
Manche Sachen in der Story passen halt nicht so gut zusammen, aber war aufjedenfall zum Ende hin immer besser, aber die Steigerung hält sich in Grenzen...
ein weiterer dämlicher deutscher film