Was Peter Chelsom mit der deutsch-kanadischen Koproduktion „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ präsentiert, ist im Grunde eine leichtherzigere, weniger esoterisch angehauchte Version von „Eat Pray Love“. Hier wie dort sind es zwei Menschen in der Mitte ihres Lebens, die mit den Umständen nicht mehr zufrieden sind, die dort draußen nach etwas suchen, das ihrem eigenen Sein Bedeutung verleiht.

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Damit richtet sich der Film per se an ein etwas älteres Publikum, im Idealfall an eines, das in ähnlicher Lebenslage oder zumindest dem Alter ist, das die Hauptfigur hat. Aber dank der Besetzung mit Simon Pegg spricht der Film auch jüngere Zuschauer an, bei denen die Poesiealbum-Weisheiten vielleicht sogar stärker verfangen.

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück - Simon Pegg sucht, aber was wird er finden?

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Psychiater Hecotr fragt sich: Weiß er selbst überhaupt, was Glückseligkeit ist?
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Hector (Simon Pegg) ist ein Psychiater in London, der ein routiniertes Leben ohne Überraschungen führt. Er verdient gut, er hat viele Patienten, er hat eine Freundin, ein gutes Zuhause, einfach alles ist in Ordnung. Aber er fühlt sich unruhig, etwas nagt an ihm: Die Frage, ob er selbst überhaupt weiß, was Glückseligkeit bedeutet. Und wenn er das nicht weiß, wie kann er seinen Patienten dann helfen?

Für Hector muss sich etwas ändern, er muss herausfinden, wie man glücklich ist. Darum bricht er zu einer Reise auf, die ihn über China und Afrika bis in die USA bringt, immer auf der Suche danach, was Menschen glücklich macht. Was er dabei lernt, verändert ihn, bis er erkennt, was ihn glücklich macht – und wie nahe dran er ist, das zu verlieren.

Die Suche nach einem Selbst

Hätte man nicht Simon Pegg in der Hauptrolle, der per se komisch ist, seine Figur und die Situationen, in die sie gerät, aber auch mit einer humoristischen Note versieht, dann würde der Film Gefahr laufen, schnell ins zu Ernste abzugleiten. Aber das heißt nicht, dass es nicht sehr ernste Momente geben würde. Die gibt es, immerhin wird Hector auf seiner Suche auch mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert.

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Simon Pegg und viele Gaststars geben dem Film Tiefe und machen ihn sympathisch.
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Amüsant ist diese Reise vor allem aber auch deswegen, weil in Kleinrollen bekannte Stars wie Jean Reno oder Christopher Plummer agieren. Wohin auch immer es Hector verschlägt, als Zuschauer findet man dort ein bekanntes Gesicht. Das ist zudem hilfreich, da diese Figuren nicht besonders stark ausgearbeitet sind, aber durch ihre Mimen Persönlichkeit verliehen bekommen.

Kein esoterischer Trip, sondern eine vergnügliche Reise durch die Welt, angereichert mit durchaus ernsten Momenten.Fazit lesen

Einfache Weisheiten

In seinem Notizbuch hält Hector fest, was er lernt, was andere Menschen glücklich macht. Er sammelt damit, wie verschiedene Lebensansätze, aber auch Glücksempfindungen aussehen können. Ist man ganz hart, dann muss man natürlich schon konstatieren, dass diese Weisheiten so genial nun auch wieder nicht sind. Es sind sehr simple Wahrheiten, die der Film hier präsentiert.

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Die Botschaft des Films ist nicht sehr tief, aber wahr ist sie dennoch.
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Sie sind im Grunde nicht nur der Hauptfigur, sondern auch dem Zuschauer bewusst, manchmal muss man sich aber vor Augen führen, dass es sie gibt. Das kann und muss man dem Film zugutehalten. Er hat das Herz auf dem rechten Fleck und präsentiert sich als Feel-Good-Geschichte, deren einfachste Wahrheit auch auf die meisten Zuschauer zutreffen dürfte. Das wahre Glück haben sie bereits, nur manchmal sind sie sich dessen nicht bewusst.

Fernweh

Filme wie diese leben auch davon, dass sie eine Sehnsucht bedienen, das Fernweh all jener, die sich nie aufmachen würden, die Welt so zu erleben, wie Hector es tut. Anders als Hector, der es sich als vermögender Psychiater leisten kann, steht diese Möglichkeit den meisten Menschen aber auch nicht offen.

Stellvertretend erfüllen Filme wie „Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück“ darum ein Bedürfnis, das oftmals nur unterschwellig vorhanden ist, aber sich gerade dann regt, wenn man eine Geschichte wie diese sieht. Es ist der Wunsch auszubrechen, den Trott hinter sich zu lassen, einen Sinn in allem, vor allem aber in der eigenen Existenz zu finden, und damit auch eine Form von Glückseligkeit zu erlangen, die in der Monotonie des Alltags gerne untergeht.