Warte, hast du das auch gehört? Da war doch gerade so ein Geräusch … Oder irre ich mich jetzt? Und da!! Hinter dir! Da war ein Schatten! Wirklich, ich bin mir ganz sicher!! Schnell, du musst da raus, weg vom Computer, hier bist du nicht sicher! Die Toten sagen, das Böse sei erwacht, es ist hier und es gibt kein Entkommen, außer…

Haunt - Das Böse erwacht - Deutscher Trailer Ein weiteres Video

Und da bricht auch schon die Verbindung ab. Eben hat man im Hintergrund noch diesen merkwürdigen Schatten daher huschen sehen, ein unbehagliches Gefühl stellte sich ein, das Sichtfeld wird erweitert, jedes Geräusch, jeder Luftzug wird plötzlich überbewertet, bedeutet Gefahr – und auf einmal hat sie dich. Die Angst.

Haunt - Das Böse erwacht - Das Böse lauert hinter jeder Ecke

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Der Film erscheint am 27.06.2014 auf Blu-ray und DVD.
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Horrorfilme setzen genau dort ein, im Zentrum unserer Urängste und beißen sich fest, lassen so schnell nicht wieder los. Sie spielen mit kleinen Schockern, winzigen Momenten, die sich addieren zu einem großen Grauen, das Gänsehaut auslöst.

Haunt - das Böse ist schon da

Mit den gleichen Effekten spielt auch „Haunt – Das Böse erwacht“, mit dem Regisseur Mac Carter einen klassischen Horrorfilm abliefert. Selbst die Zutaten schreien förmlich nach Horrorschocker: Ein gruseliges Anwesen, auf dem ein grauenvoller Fluch zu liegen scheint, eine eigenartige Vorbesitzerin und eine glückliche Familie, die trotz der zahlreichen Todesfälle, die zuvor dort vorgefallen sind, in das Haus einzieht. Die besten Voraussetzungen also für 85 Minuten Gruselspaß, der von der ersten bis zur letzten Minute ausgekostet wird.

So startet „Haunt“ absolut unvermittelt. Schon gleich zu Beginn holt das Ungetüm aus dem schmucken Wohnhaus sein nächstes Opfer. Ein Familienvater versucht mit seinen verstorbenen Kindern über eine Maschine Kontakt aufzunehmen, doch als er ihre Stimmen hört, ist es auch schon zu spät. Eine unsichtbare Macht ergreift Besitz von ihm und befördert ihn prompt die Treppe hinunter. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen und seine Frau, nun Witwe und allein, nachdem sie all ihre Lieben verloren hat, verlässt das Eigenheim und vermietet es weiter.

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Ähm. Igitt?
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Hier kommt Evan (Harrison Gilbertson) ins Spiel. Der introvertierte Junge zieht mit seiner reizenden Familie in das Spukhaus ein. Sie wissen von den Todesfällen und dem sogenannten „Morello Fluch“, lassen sich davon aber nicht abschrecken. In einer Ecke auf dem Dachboden, wo Evan sein Zimmer einrichten will, verbirgt sich die Maschine, mit der man zu den Toten sprechen kann. Zuerst findet er jedoch ein Bild von seinem Vormieter, doch die alte Witwe erleichtert ihn darum. Jedoch nicht ohne ein paar beunruhigender Worte: „Er war so alt wie du bei seinem Tod. Es ist sein Zimmer…“ – und zack verschwindet die Alte wieder.

Nervenkitzel in den eigenen vier Wänden

Es schreit einfach alles nach Horrorfilm. Die kryptischen Sätze, Vorwarnungen oder einfach nur typischen Aussagen wie „Mein Gott, der sieht aus wie der Junge, der bei dem Unfall gestorben ist!“ – Babamm! Auch die Musik und die Bilder lassen keinen Zweifel daran, dass sich der Zuschauer hier gehörig gruseln soll. Mac Carter schafft wahrlich eine dichte Gruselatmosphäre, die Gänsehaut produziert und die Luft zum Zerreißen spannt. Jeden Moment könnte diese dubiose Kreatur auftauchen, hinter jeder Ecke könnte sie lauern und zuschlagen.

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Ach, immer diese alten Spuk-Flüche...
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Evan wäscht sich das Gesicht und blickt ins Waschbecken, vor ihm ein Spiegel. Jetzt ist der Moment gekommen, bei dem sicher irgendjemand ruft: „Gleich, im Spiegel!!“ Oder vielleicht hinter dem Duschvorhang? Irgendwo muss es lauern, die Luft ist so geladen, es kribbelt sm ganzen Körper, gleich kommt das Vieh…

Doch Evan muss nicht allein gegen die Mächte des Bösen kämpfen. An seiner Seite: Samantha (Liana Liberato), ein hübsches Mädchen, das nicht gerade die beste Beziehung zu ihrem alleinerziehenden Vater hat und darum gerne nachts durch die Gegend streunt, wo sie Evan begegnet.

Geistreicher Gruselspaß, ohne jedoch sonderlich geistreich zu sein.Fazit lesen

Teenies auf Geisterjagd

Während Sam für Evan Fluch und Segen zugleich ist, erweist sie sich für den Zuschauer als reine Nervensache. Sam findet in Evans Zimmer die ominöse Maschine und möchte prompt eine Séance veranstalten. Dass die Stimmen der Verstorbenen die beiden warnen, findet sie nur noch umso spannender und möchte mehr über den „Morello Fluch“ herausfinden. Dabei geht die todeslustige Göre dem Zuschauer gehörig auf die Nerven. Nicht nur, dass sie einfach alles über den unheimlichen Fluch wissen möchte, sie weiß auch von vornherein schon viel zu viel.

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Evan Asher (Harrison Gilbertson) und Sam (Liana Liberato).
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Dadurch wird die eigentliche Hauptperson, Evan, in den Hintergrund gerückt und Sam übernimmt diese Rolle. Sie ist zumeist der Auslöser der Handlung und sorgt dafür, dass beide immer wieder mit dem Ungetüm in Berührung kommen. So bleibt es natürlich spannend, aber das hätte man auch anders lösen können. Mit Samantha fiebert man kaum mit, da sich schnell der Gedanke einstellt, dass sie die Ereignisse ja förmlich heraufbeschwört.

Und auch die eigentliche Geschichte hat schon bald an Spannung verloren, da recht fix klar ist, was hinter all dem Spuk steckt. Mit überraschenden Wendungen weiß „Haunt“ leider nicht zu überzeugen. Dafür ist das Ende anders, als man es sich vielleicht erwartet. Ob man es mag oder nicht – darüber lässt sich streiten. Aber es sorgt auf jeden Fall nach dem Film für Diskussionsbedarf in der illustren DVD-Abend-Grusel-Runde.