„Black Metal ist für die Popmusik das, was Judas für die Christenheit war. Ihr schlechtes Gewissen, woran sie nicht denken wollen.“ Das ist eine Ansage, der muss man auch erst mal gerecht werden. Aber, Freunde der lauten Musik, „Happy Metal“ lässt’s dann auch krachen. Die erfrischend flotte französische Komödie ist eine Liebeserklärung an die besonders schrammelige Musik.

Happy Metal - All We Need Is Love! - Deutscher Trailer

Seit 15 Jahren sind Alex, JP, Pascal und Erik mit ihrer Band Dead Makabès unterwegs. Jedes Jahr machen sie sich auf, im Sommer eine kleine Tournee abzuziehen, die sie in der Regel in die miesesten Absteigen bringen kann, die man sich nur vorstellen kann. Da die Black-Metaller mittlerweile auch in die Jahre gekommen sind, sich mit ihrem Leben arrangieren müssen und Familie haben, wollen drei der Freunde aufhören, wissen aber nicht, wie sie das ihrem Sänger beibringen sollen.

Happy Metal - All We Need Is Love! - Von den Machern von Ziemlich beste Freunde: Wir hassen die Welt nicht so sehr wie du.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 13/161/16
Der große Traum vom noch größeren Auftritt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der hat derweil einen neuen Gig an Land gezogen, seinen Kumpels aber die Hucke vollgelogen. Denn für die Location musste er Platzmiete zahlen. Und als die Dead Makabés auftreten, vergraulen sie das Publikum, das mit Black Metal so rein gar nichts am Hut hat.

Das ist dann auch der Moment, der das Ende einleiten soll. Die Jungs wollen nicht mehr, abgesehen von ihrem Sänger, der sonst nichts im Leben hat. Aber dann kommt alles anders, als sie denken. Es kommt zu einem Unfall, jemand stirbt und die Black Metaller werden als mutmaßliche Mörder gesucht. Was folgt, ist eine abstruse Flucht vor der Polizei, während man zugleich ein letztes, großes Ziel verfolgt: Auf dem legendären Hellfest auftreten.

Kiss trifft auf die Beatles

Der deutsche Untertitel deutet es ja an, auch die Beatles werden in diesem Film nicht vergessen. Wie das? Indem man gestandene Black-Metal-Jünger zwingt, sich als Pop-Quartett im Sergeant-Pepper-Look auf die Bühne zu schmeißen. Das Fisch-aus-dem-Wasser-Prinzip funktioniert hier sehr gut und sorgt dafür, dass man auf dem Schmunzeln nicht mehr rauskommt.

Happy Metal - All We Need Is Love! - Von den Machern von Ziemlich beste Freunde: Wir hassen die Welt nicht so sehr wie du.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 13/161/16
Harter Metal, harte Jungs.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dem Thema zum Trotz ist „Happy Metal“ keine Krawallkomödie. Es gibt ein paar richtige Brüller, nicht zuletzt den Unfall und die nachfolgende Szene mit dem Zeugen, der das Gefühl haben muss, als würde er Dämonen aus der Hölle zusehen, wie sie sich über einen Unschuldigen hermachen. Obwohl bei weitem kein ernsthafter Film, hat „Happy Metal“ hier doch auch etwas zu sagen. Dass man sich vom ersten Eindruck nie blenden lassen sollte und nicht alles so ist, wie es der eigene (begrenzte) Horizont erscheinen lässt.

Die kuriose letzte Odyssee einer erfolglosen Black-Metal-Band, der der Polizei wegen Mordverdachts nachjagt und die einmal vor großem Publikum spielen will. Amüsant!Fazit lesen

Sympathisch ist dabei, dass die Black-Metal-Burschen da auch nicht viel anders sind, aber im Verlauf der Geschichte eine Wandlung und Entwicklung durchmachen.

Was schief gehen kann, geht auch schief

Der Aufbau der Komödie ist sehr klassisch. Dass es Black Metal ist, der den Jungs am Herzen liegt, ist dabei nur peripher von Belang. Es könnte alles sein, und ist bei ähnlich gelagerten Filmen auch alles Mögliche. Wichtig ist hingegen nur, dass man die Konflikte in der Gruppe liebevoll sich aufschaukeln lässt und für Hindernisse sorgt, die sich in ihrem Irrsinn immer mehr steigern.

Happy Metal - All We Need Is Love! - Von den Machern von Ziemlich beste Freunde: Wir hassen die Welt nicht so sehr wie du.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 13/161/16
Öhm. Und so sieht es aus, wenn harte Metaler falsch abgebogen sind.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das gelingt „Happy Metal“ ziemlich gut, auch wenn es bei weitem nicht so anarchisch ist wie seinerzeit bei „Blues Brothers“. Vom Prinzip her sind sich beide Filme aber einig. Dort war es halt eine Band, die wieder zusammengeführt ist, hier ist es eine, die in Auflösung begriffen ist. Das Ziel ist aber dasselbe: der ganz große Auftritt.

Die Verfolgung durch die Polizei ist dabei ein verbindendes Element, aber bei „Happy Metal“ weniger mitreißend. Ein paar amüsante Momente finden sich im widerspenstigen Spiel der Polizisten zwar auch, der große Paukenschlag fehlt jedoch. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen in einem ansonsten schmackhaften Cocktail.