Nachdem man bei The Asylum gleich mehrere Märchenfiguren in „Avengers Grimm“ für das Gute kämpfen ließ, ist man wohl auf den Geschmack gekommen und plündert das Märchen-Oeuvre der Gebrüder Grimm weiter. Diesmal hat es Hänsel und Gretel getroffen, aber so, wie man es bei The Asylum gerne mag: nicht miteinander, sondern gegeneinander!

Hansel V Gretel - Official Trailer #1

„Hänsel vs. Gretel“ ist eine Idee, die geradezu auf der Straße lag, aber bislang hat noch keiner daran gedacht, das Geschwisterpaar mal auf verschiedene Seiten zu stellen. Das hat ja auch schon beim Mega Shark funktioniert, der gegen allerhand anderes Wasserungetier antreten musste. Nun also sind es Märchengestalten. Und das Beste daran? Das Ding spielt im Hier und Heute, was es besonders günstig macht. Viele Effekte braucht man gar nicht. Und es gibt sie auch nicht!

Hansel V Gretel - Blut, Folterporno und Geschwisterliebe

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Der Film erscheint am 19.06.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Geschwisterliebe

Ein Jahr ist vergangen, seit Hänsel und Gretel die bösartige Hexe Lilith besiegt und verbrannt haben. Seitdem arbeitet Gretel in ihrem Café, während Hänsel weiterhin Hexen nachstellt und sie in die ewigen Jagdgründe schickt.

Als er seine Schwester wieder sieht, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Denn Lillith‘ willige Dienerinnen entführen Gretel. Eigentlich wollen sie sie ja töten, doch dann erkennen sie das Potenzial der Hexenjägerin. Ein Zauber wird gesponnen und Gretel wechselt die Seiten. Sie ist nun eine der Bösen, die andere Hexen um sich schart.

Ihr Plan ist, Hänsel ein für allemal auszuschalten, was dieser anfangs gar nicht merkt. Doch dann wird ihm bewusst, dass er sich seiner Schwester stellen muss. Nur wenn er die finsteren Mächte besiegt, kann er auch sie retten.

Wenn nur mehr geboten wäre …

Mehr als die Grundidee hat „Hänsel vs. Gretel“ nicht zu bieten – und selbst die wird nicht voll ausgenutzt, da es lange dauert, bis es zum offenen Schlagabtausch kommt. Damit nicht genug, verliert der Film im Mittelteil deutlich an Fahrt. Dabei war der Anfang mit dem Hexenjäger, der einen Cheerleader foltert, noch ganz gut.

Hansel V Gretel - Blut, Folterporno und Geschwisterliebe

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„Hänsel vs. Gretel“ spielt hier mit den Erzählmustern billiger Torture-Porn-Streifen, indem er dem Zuschauer eine klassische Opfer-Täter-Konstellation bietet, diese dann aber umdreht, denn natürlich ist der Cheerleader eine Hexe und der vermeintliche Folterer Hänsel. Man hat nach diesem Anfang durchaus Hoffnung, einen vielleicht nicht überragenden, aber dafür mutigen Film zu sehen, der durchaus mit Konventionen bricht.

Nur leider kommt es dazu nicht. Stattdessen ergeht sich das Ganze in einer langweiligen Abfolge harmloser Konfrontationen, bei denen die Motivation nie wirklich zum Greifen kommt. Klar, Gretel ist verzaubert, aber richtig überzeugend ist das nicht – umso mehr, wenn nachher doch alles anders ist, als gedacht.

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Ziemlich übel sind auch alle anderen Hexen, die zwar mehrheitlich was fürs Auge bieten, aber schauspielerisch einfach nur unterirdisch sind.

Die beste Szene: Als die Hexen sich den Blutkuchen reinpfeifen. Besteck? Braucht man nicht, man kann ja mit bloßen Händen in dem Matsch rumrühren.

Trübe erzählter Trash, der erst zum Ende hin das bietet, was der Titel verspricht.Fazit lesen

Mit Knarre auf Hexenjagd

Wie günstig das Ganze ist, sieht man auch schon an der Wahl der Waffen. Ja, hin und wieder kommt mal ein Messer vor, aber Hänsel ist sich nicht zu schade, mit Pistolen auf Hexen zu schießen. Damit lassen die sich auch ins Jenseits befördern.

Vorteil für die Produzenten: Ist schön günstig, lässt sich leicht umsetzen, und macht aus „Hänsel vs. Gretel“ so etwas ähnliches wie einen Actionfilm. Action gibt’s auch genug, sie ist nur sehr uninspiriert. Da hat man bei „Avengers Grimm“ deutlich innovativer gearbeitet.

Hansel V Gretel - Bilder aus der Asylum-Produktion

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