Mit Elvis-Imitatoren kennt sich Christian Slater aus. Schon in „Crime is King“ (2001) schlüpfte er ins Kostüm des Kings. Auch damals ging es um einen Raub, wenn auch nur um schnödes Geld. In „Guns and Girls“, der auf der Tarantino-Welle mitreitet, aber eigenständig genug ist, um für vergnügliche 90 Minuten zu sorgen, steht Slater nun jedoch im Mittelpunkt. Auf DVD und Blu-ray gibt es „Guns and Girls“ ab dem 5. Februar.

Alles beginnt in einem Casino im Indianer-Reservat. John Smith (ohne Pocahontas) nimmt aus einer Laune heraus an einem Elvis-Imitatorenwettbewerb teil. Nach bestandenem, aber verlorenem Wettbewerb spielt er mit den anderen Elvissen noch Poker. Als er am nächsten Morgen am Pokertisch aufwacht, sind die Elvisse verschwunden und die Indianer wollen von ihm wissen, wo die wertvolle Kriegsmaske der Apachen abgeblieben ist. Natürlich hat John Smith keine Antwort darauf, weswegen der Häuptling anordnet, den Möchtegern-Elvis in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

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Doch John kann entkommen. Er macht sich nun selbst auf die Suche nach der Kriegsmaske, hätte sich aber niemals träumen lassen, in was für ein Schlamassel er dabei gerät. Schon bald sind die Indianer, Cowboys, Zwerg-Elvis und Asia-Elvis, Sheriffs, eine waffenstarrende Blondine und ein Verbrecherboss hinter ihm her, da sie alle glauben, er hätte die Maske.

Vor und zurück, hin und her

Schon in den ersten Minuten legt der Film die Tonalität vor, mit der hier erzählt wird – durch den Erzähler selbst. Die Geschichte wird aus John Smiths Blickwinkel erzählt, der uns aus dem Off auf dem Laufenden hält, wie sich das alles eigentlich abgespielt hat.

Guns and Girls - Heiße Frauen - scharfe Waffen

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Blondinen schießen besser.
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Eine nette Idee ist, wie es mit einem Schlag in die Fresse losgeht, nur um noch ein Stück weiter in die Vergangenheit zurückzukehren und zu zeigen, wie es zur schmerzhaften Begegnung von John Smiths Gesicht mit einer Indianerfaust kam.

Obwohl hier viel und häufig gestorben wird, ist „Guns and Girls“ kein ernsthafter Film. Sicherlich gibt er sich nicht als Komödie aus, aber er lebt von coolen, überlebensgroßen Figuren (oder wie im Fall von Zwerg-Elvis auch coolen, unterdimensionierten Kerlen) und präsentiert eine Welt, in der ein realistischer Anstrich nur schaden würde. Stattdessen befindet man sich in Tarantino-Land, in dem schräge Figuren und selbstreferenzielle Dialoge Hand in Hand gehen.

Oldman als Elvis

Autor und Regisseur Michael Winnick konnte für seinen Film ein namhaftes Ensemble versammeln. Zwar nur in einer Nebenrolle ist Gary Oldman zu sehen, aber er bringt schauspielerische Gravitas mit und macht als Elvis-Imitator eine richtig gute Figur. Christian Slater, der sich hauptsächlich in B-Filmen verdingt, ist zwar auch hier in einem ebensolchen dabei, hat aber offenbar erkannt, dass das Ganze gehaltvoller ist als der übliche Kram, in dem er mitwirkt.

Packshot zu Guns and GirlsGuns and Girls

Entsprechend spielfreudig zeigt er sich und agiert neben fähigen Stars der zweiten Reihe: Powers Boothe („Deadwood“), Jeff Fahey („Lost“), Megan Park („The Secret Life of the American Teenager“), Sam Trammell („True Blood“) und Helena Mattson („Iron Man 2“) als die eiskalte und mörderisch gute Blondine.

Elvisse, Indianer, Cowboys, fiese Buben, schöne Frauen – die perfekten Ingredienzien für 90 schräg-unterhaltsame Filmminuten.Fazit lesen

Überraschend gut

Angesichts von Winnicks vorherigem Film, dem Horrorstreifen „Dark Shadows“ (weder verwandt noch verschwägert mit Tim Burtons Multimillionendollarfilm), hätte man nicht unbedingt erwartet, dass er das Zeug zu einer tarantinoesken Action-Komödie hat. Er zeigt sich jedoch als recht versiert darin, das große Ensemble zu jonglieren und zugleich die Geschichte mit unkonventionellen Mitteln voranzutreiben.

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Christian Slater hat so seine Erfahrungen mit Elvis-Imitatoren.
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Naturgemäß können die Figuren nicht besonders stark ausgearbeitet sein, sie erhalten jedoch definierende Charaktermerkmale, die sie interessant ausgestalten. Dabei spielt der Film auch mit Klischees, präsentiert sie, mokiert sich darüber und bleibt ihnen dann doch treu – oder eben auch nicht. Paradebeispiel hierfür ist der Asia-Elvis.