Nach seinem letzten Auftritt im Dreipersonenstück „Million Dollar Baby“ hat Regisseur und Schauspieler Clint Eastwood vor einigen Jahren unbemerkt seinen Rückzug hinter die Kamera verkündet. Es gäbe keine guten Rollen mehr für Männer seines Alters, hat er gesagt. Und sich sogleich in ein logistisch gewaltiges Regieprojekt gestürzt, das mit „Flags of our Fathers“ und „Letters from Iwo Jima“ zwei Seiten ein- und derselben Kriegsmedaille betrachtete.
Clint Eastwood in seiner vielleicht letzten Hauptrolle: „Gran Torino“ ist eine einfühlsame Abrechnung mit dem Dirty-Harry-Image, wunderbar bissig und wehmütig zugleich.FazitDoch es blieb das unbefriedigende Gefühl über, Eastwood habe noch eine Rechnung offen. Mit einem bestimmten ikonischen Kinohelden, den er noch nicht aus Sicht jenes in die Jahre gekommenen weisen Mannes reflektiert hat, als der sich der Regisseur spätestens seit seinem Genreabgesang „Erbarmungslos“ präsentierte. Dort rollte er das Feld von hinten auf: Dem unwiderruflichen Heldenmythos des Spagettiwesterns, an dessen äußerer Konstruktion er erheblichen Anteil hatte, stand plötzlich eine bittere Welt gebrochener Seelen gegenüber.
Grantig und verbittert: Walt hasst alles und jeden.Die Figur, die Eastwood wie fast keine andere im Bewusstsein des Publikums und der Fans verankert hat, ist natürlich Harry Calahan, der zynische Held aus den „Dirty Harry“-Filmen. Jener Cop, der sein misanthropisches Weltbild stets mit einem eigenen Verständnis von Recht und Unrecht gegen eine außer Kontrolle geratene und ihm gänzlich unverständliche Welt zu verteidigen wusste. In „Gran Torino“ spielt Eastwood nun einen alten mürrischen Kriegsveteranen, der seine Nachbarn rassistisch beschimpft, den örtlichen Geistlichen abweist und seine erwachsenen Kinder als Last empfindet – einen Dirty Harry im Ruhestand.
Walt Kowalski hat einen überschaubaren Tagesablauf: Er sitzt auf seiner Veranda, trinkt Bier, raucht Zigaretten, und zwischendurch poliert er seinen ganzen Stolz, einen alten Ford Gran Torino. Dem Wunsch seiner kürzlich verstorbenen Frau, die Kirche zur Beichte aufzusuchen, mag er nicht nachkommen, und so bemüht sich der Pater vergeblich um den alten Mann. Walt scheint abgeschlossen zu haben, er versteht diese Welt nicht mehr: Seine Nichten tragen Piercings, seine Kinder behandeln ihn wie einen Pflegebedürftigen – und in seiner Straße wohnen nur noch Migranten.
Zarte Annäherung: So langsam wird Walt mit seinen vietnamesischen Nachbarn warm.Als der schüchterne Nachbarsjunge Thao eines Nachts unfreiwillig ein Bandenritual bestehen und den Gran Torino von Walt stehlen soll, erwischt ihn der einstige Koreakriegssoldat dabei und schlägt die Gang-Mitglieder mit seinem M-1-Gewehr in die Flucht. Dadurch wird Walt widerwillig zum Helden seiner Nachbarschaft: Jeden Tag legen ihm die Angehörigen des Hmong-Volkes Geschenke vor die Tür. Doch nur Sue, der Schwester des unsicheren Thao, gelingt es zu dem verbitterten Mann durchzudringen und ihn in das Nachbarhaus einzuladen. Nach anfänglichem Misstrauen freundet sich Walt vorsichtig mit der Familie und der ihm fremden Kultur an.
Regie: Clint EastwoodGenre: DramaFilmstart:
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@autor: zusammenfassen ist ja das eine aber einfach n neuen ablauf erfinden... muss nicht sein oder?
Alles in allem n herrlicher film der sich vom üblichen cineastischen gedöns mit sehr viel charm abhebt.
für mich is der film 9/10 aber nur weil ich den koreaner nicht sonderlich überzeugend finde.
Walt wird zum Helden der Nachbarschaft nachdem er Thao vor seinem Cousin und dessen Gang "rettet" und nicht weil er den Diebstahl den Gran Torino vereitelt.
Ansonsten ist der Film grossartig!