In Sachen Filmwissen ist Kultregisseur Quentin Tarantino für gewöhnlich unfehlbar. Doch offenbar bezieht sich sein Wissen tatsächlich nur auf die Filme selbst und nicht auf eventuelle Awards, denn bei den Golden Globes 2016 irrte er sich in Bezug auf Ennio Morricones Auszeichnungen. Und nicht nur das.

Golden Globes 2016 - Peinlich: Kultregisseur Quentin Tarantino irrt sich bei Dankesrede

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Quentin Tarantino bei seiner Dankesrede auf der Bühne
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Die Golden Globe Awards 2016 hatten mal wieder ihre Höhen und Tiefen, peinliche Reden und unlustige Präsentatoren. Das war ganz besonders bei der Vergabe des Golden Globes für die Beste Filmmusik zu sehen. Erst Jamie Foxx' "Scherz", dass Straight Outta Compton den Preis gewonnen hätte und dann zu allem Übel auch noch Quentin Tarantino, der mit einer Dankesrede gleich in zwei Fettnäpfchen trat.

Stolz und Vorurteil

Der 87-jährige Ennio Morricone gewann bei den Golden Globes 2016 den Preis für die Beste Filmmusik für seine Arbeit an Quentin Tarantinos The Hateful 8. Tarantino gilt als großer Fan von Morricones Arbeit, auch bei seiner Dankesrede wies er noch einmal darauf hin, dass der Komponist der Musik zu zahlreichen Spaghetti-Western sein Favorit unter allen Komponisten sei. Da möchte man doch meinen, dass Tarantino Morricone in- und auswendig kennt. Immerhin verwendete er bereits Stücke aus Morricones Werken für seine Filme Inglorious Basterds und Django Unchained. Und irgendwie muss er den Komponisten ja für sich gewonnen haben, denn noch 2013 teilte Morricone mit, dass er es hasse, wie Tarantino Musikstücke wahllos in seinen Filmen verteile und dass er niemals mit ihm arbeiten würde.

Und dann sagte Tarantino bei seiner Dankesrede folgendes: "Ennio Morricone hat noch nie einen Award für irgendeine Arbeit gewonnen, die er gemacht hat." Zumindest nicht in den USA, wie er nachschiebt.

Und das ist nicht wahr, denn Morricone gewann den Golden Globe bereits zum dritten Mal nach Mission in 1987 und Die Legende vom Ozeanpianisten in 2000. Nominiert wurde er sogar noch viel öfter. Nämlich für Es war einmal in Amerika, The Untouchables – Die Unbestechlichen, Die Verdammten des Krieges, Bugsy, Der Zauber von Malèna und für Butterfly – Der blonde Schmetterling.

Diese Fehlinformation bemerkte zwar entweder niemand im Saal (oder alle waren nur höflich), doch dafür sorgte sein anderer Fauxpas für entgleiste Gesichter. Tarantino verglich Morricone zwar mit Mozart, Schubert und Beethoven, nannte den Begriff Film-Komponist allerdings "Ghetto", was wohl ungefähr dieselbe Wirkung besitzt wie das berühmte N-Wort.

Schauspielerin Regina Kings Gesicht wurde zu einer Steinsäule und Jamie Foxx fragte hinterher, "Ghetto?"

Seht euch das Ganze im folgenden Clip an (leider ist der Ton asynchron):