Regisseur Alex Proyas und Lions Gate Entertainment haben sich in Statements dafür entschuldigt, dass man in Gods of Egypt auf ausschließlich weiße Darsteller für offensichtlich ägyptische Charaktere zurückgegriffen hat.

Gods of Egypt - Regisseur und Studio entschuldigen sich für komplett weiße Besetzung

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Gods of Egypt hat bereits viel Kritik für das Whitewashing erhalten
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Als Regisseur Alex Proyas' Gods of Egypt in einem Trailer erstmals zu sehen war und für viele auch überhaupt zum ersten Mal ins Auge stach, gab es wohl nicht nur ein Staunen ob der Effekte, einige fanden die Gesichter der ganzen Darsteller etwas zu "weiß" für äpygtische Charaktere und Götter. Unserem Leser Mr. Tentakeltyp ist das "Whitewashing" aufgefallen. Diese Casting-Entscheidung brachte offenbar massive Kritik mit sich, selbst von Hollywoodstars wie Bette Midler, weshalb Proyas und Lionsgate sich dazu entschieden haben, eine schriftliche Entschuldigung für dieses Malheur zu verfassen.

"Unsere Casting-Entscheidungen hätten vielfältiger ausfallen sollen"

"Der Casting-Prozess eines Films beinhaltet viele komplizierte Variablen", so Proyas, "aber es ist klar, dass unsere Casting-Entscheidungen vielfältiger hätten ausfallen sollen. Ich entschuldige mich aufrichtig bei all denen, die uns unsere Entscheidungen übel nehmen."

Das Produktionsstudio Lionsgate versprach, in Zukunft sicherzustellen, dass die Kultur und Vielfalt in den Filmen gewährleistet wird.

"Wir erkennen an, dass es unsere Verantwortung ist, sicherzustellen, dass Casting-Entscheidungen die Vielfalt und Kultur unserer Zeit widerspiegeln. In diesem Fall haben wir es nicht geschafft, unseren eigenen Standards in Sachen Feingefühl und Vielfalt zu entsprechen, wofür wir uns aufrichtig entschuldigen. Lionsgate hat sich dazu verpflichtet, Filme zu produzieren, die der Vielfalt unseres Publikums Rechnung trägt. Wir haben, wir können und wir werden es auch weiterhin besser machen", so das Statement des Studios.

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Sieht Scarlett Johansson asiatisch genug aus?
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Whitewashing - ein großes Problem in Hollywood

Das Problem des sogenannten Whitewashings ist nicht neu und wird selbst in Filmen und in Rollen angewandt, die auf den ersten Blick kaum auffallen. Schon im alten Hollywood wurden Indianer in Westernfilmen von Weißen gespielt, die mit Farbe "aufgepäppelt" wurden. Immer wieder gab es die Möglichkeit, dass ein Schauspieler einer Minderheit eine bedeutende Rolle übernehmen könnte. Doch stattdessen besetzte Hollywood die Rolle mit einem Weißen. Einer der "Höhepunkte" dieses Whitewashings ist sicherlich Mickey Rooneys klischeetriefende und regelrecht beleidigende Darstellung und Parodie eines Japaners in Blake Edwards' Klassiker Frühstück bei Tiffany mit Audrey Hepburn.

Die Kritik der Vertreter von Minderheiten ist durchaus berechtigt. Heutzutage würde keinem Produzenten die Idee kommen, einen Schwarzen von einem schwarz angemalten Weißen spielen zu lassen. Bis auf die Macher von Tropic Thunder vielleicht. Aber Robert Downey Jrs Rolle war auch eher als Parodie auf eben dieser Zustände angelegt.

Hier nur einige aktuelle Beispiele:

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Emma Stone als Hawaiianerin mit vietnamesischen Wurzeln
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  • Aloha - Die Chance auf ein Glück: In Cameron Crowes Drama spielte Emma Stone Captain Allison Ng, die eigentlich vietnamesisch-hawaiianische Wurzeln besitzt.

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Die unwichtigen Rollen sind löblicherweise mit Asiaten besetzt
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  • Dragonball Evolution: Im Grunde war der Film so schlecht, dass Son Gokus Besetzung mit Justin Chatwin gar nicht mehr weiter ins Gewicht fällt.

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Auch hier: Nur die unwichtigen Statisten sind tatsächlich Inuit
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  • Die Legende von Aang: Regisseur M. Night Shyamalan begründete seine Besetzung der wichtigsten Rollen mit weißen und indisch-pakistanischen Darstellern damit, dass er die bestmöglichen Leute haben wollte. Seine Kritiker werfen ihm dagegen Whitewashing und Vetternwirtschaft vor.

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Darf ich vorstellen, Ben Alvarez
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  • Argo: Ben Afflecks gefeierter Film über die Befreiung amerikanischer Gefangener während der Geiselnahme von Teheran 1979 zeigt ihn in der Rolle des eigentlich mexikanisch-stämmigen Tony Mendez.

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Jim Sturgess war so überzeugend als Ma, dass er auch in Cloud Atlas als Koreaner mitspielte
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  • 21: Dieser Film basiert auf Ben Mezrichs Sachbuch Bringing Down the House, in dem die wahre Geschichte des MIT Blackjack-Teams rund um Jeff Ma erzählt wird. Aus dem asiatisch-stämmigen Ma wurde der weißgewaschene Ben Campbell. Das Studio begründete dies damit, dass ein Asiate kein Publikum findet.

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Billy Kwan: Racebending und Genderbending in einem
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  • Ein Jahr in der Hölle: Zugegeben, kein aktueller Film. Die Rolle des chinesisch-stämmigen Billy Kwan wurde von Linda Hunt gespielt. Weiß und auch noch eine Frau. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen erhielt sie einen Oscar.

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Die Macher fanden keinen Alaskaner, der so aussieht wie Josh Hartnett
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  • 30 Days of Night: In dieser blutrünstigen Comicverfilmung wurde der Inuit Eben Oleson von Josh Hartnett dargestellt. Und obwohl der ganze Film im alaskischen Örtchen Barrow mit über 60 Prozent an Inuit-Bevölkerung spielt, gibt es im ganzen Film nur einen einzigen Inuit - und der wird von einem Samoaner gespielt.

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Ridley Scott: "Perfekt! Ihr seid nicht mehr wiederzuerkennen."
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  • Exodus: Götter und Könige: Obwohl der Film im alten Ägypten spielt, werden Moses und Ramses von Christian Bale und Joel Edgerton dargestellt. Ein Umstand, den auch Bale kritisch betrachtete, was ihn aber trotzdem nicht davon abhielt, die Rolle anzunehmen.

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Zugegeben, das hat was
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  • Ghost in the Shell: Scarlett Johanssons Besetzung als Major Motoko Kusanagi wurde ebenfalls stark kritisiert. Eine Petition verlangt gar ihre Absetzung und eine Neubesetzung mit einer asiatischen Schauspielerin.

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Der Aufschrei bei Michael B. Jordan als Johnny Storm war groß
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Der umgekehrte Fall

Interessanterweise war der Aufschrei groß, als Johnny Storm / Die Fackel in Josh Tranks Fantastic Four von Michael B. Jordan verkörpert wurde. Jordan ist schwarz. Umgekehrt heißt es bei eben jenen Kritikern, die Leute sollten sich mal nicht so haben, wenn eine Johansson einen asiatisch angelegten Charakter spielt. Eine gewisse Tendenz zur Doppelmoral ist hier zu beobachten.

Die Ausrede, dass es den Machern in erster Linie um die schauspielerische Leistung gehe, zieht bei der großen Auswahl an talentierten Vertretern der Minderheiten nicht mehr. Vielleicht sollten die Studios einfach zugeben, dass es ihnen um die Einnahmen geht.

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