Eigentlich sollte „Goal of the Dead“ nur auf DVD und Blu-ray ausgewertet werden, aber dank des Verleihs Drop-Out kommt der Film nun auch in begrenztem Maße in die Kinos. Man verspricht sich davon so einiges, immerhin geht es um die liebste Horror-Thematik von allen, den Zombie, und dann auch noch in Kombination mit Fußball. Angesichts der gerade laufenden WM dürfte man da nicht zu Unrecht mit erhöhtem Interesse rechnen. Zumal „Goal of the Dead“ eine Komödie ist und nicht auf derbe Gore-Einlagen setzt, sondern nur soweit geht, wie es eben möglich ist, um die FSK-16-Freigabe auszureizen.

Goal of the Dead - 11 Zombies müsst ihr sein (1&2) - Deutscher Trailer

Die Fußballer vom Team Olympique de Paris brechen in die Provinz auf, um in Caplongue gegen die örtliche Mannschaft zu spielen. Dort herrscht seit 17 Jahren ein Trauma vor, weil man ein Spiel gegen Olympique verloren hat. Sam Lorit, der aus Caplongue stammt, aber nun für Paris spielt, wird als Verräter angesehen. Das geht sogar soweit, dass ein Spieler von seinem Vater unter Drogen gesetzt wird, um stärker und größer zu werden und es nach all den Jahren Lorit heimzuzahlen. Aber dabei geht etwas schief, der Mann verwandelt sich in einen Zombie.

Goal of the Dead - 11 Zombies müsst ihr sein - Zombies vor, noch ein Tor!

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Der Film läuft bei uns am 19.06.2014 in den Kinos an.
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Es dauert doch recht lang, aber dann taucht der Zombie auch auf dem Spielfeld auf und das Chaos nimmt seinen Lauf. Immer mehr werden infiziert, alle anderen kämpfen ums Überleben und Fußball ist darüber fast vergessen.

Zwei Halbzeiten

„Goal of the Dead“ ist eine kuriose Angelegenheit. Eigentlich besteht der Film aus zwei Teilen, echten Halbzeiten, die jeweils knapp eine Stunde gehen. Nach der ersten Stunde wechselt sogar der Regisseur, was sich auf den Stil aber nicht nennenswert auswirkt. Problematischer ist da schon, dass die epische Laufzeit von fast zwei Stunden viel zu lang ist. Ein Film wie dieser müsste mit knackigen 90 Minuten daherkommen. Stattdessen gibt es unsagbar viel Leerlauf.

In der ersten halben Stunde werden unzählige Figuren vorgestellt. Man wähnt sich gar in der Pilotfolge einer neuen Serie, so umfangreich ist das Ensemble, das charakterlich ausgearbeitet wird, mehrheitlich aber eh nur Zombie-Futter ist. Denn viele von den Figuren, die hier reichlich Spielzeit bekommen, verschwinden recht flott aus der Handlung.

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Passend zur WM: Fußball und ... Leichen!?
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Weit entfernt von Shaun

An sich hätte die Idee ja durchaus einiges für sich. Es gibt auch Szenen und Momente, die richtig gut funktionieren, die die richtige Mixtur aus Humor und Action haben. Und sogar ein paar der Charaktermomente sind schön gestaltet. Aber der Film als Ganzes ist zu bräsig umgesetzt. Er zieht sich bis zu dem Punkt, da man als Zuschauer das Interesse zu verlieren beginnt.

Ein neuer Knaller im Stil von „Shaun of the Dead“ ist diese französische Produktion nicht. Dafür macht sich auch aus ihrem Hauptthema viel zu wenig. Bei einem Titel wie diesem erwartet man, dass sich etwas mehr auf dem Fußballplatz abspielt. Aber tatsächlich gerät Fußball hier nur zur Nebensache und wird für ein, zwei Gags genutzt, wenn ein Zombie-Kicker eben das tut, was er tun soll: Kicken.

Aber es dauert schlichtweg zu lange, bis die Haupthandlung auf dem Fußballplatz beginnt. Und dann schwenkt man auch schon wieder um, hin in eine Taverne mit drei der Hauptfiguren, was die „Shaun of the Dead“-Erinnerungen noch stärker wachruft, auch wenn die Location recht schnell wieder verlassen wird.

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"Goal of the Dead" ist eine französische Grindhouse-Produktion.
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Zum Fußballthema kehrt man dennoch erst wieder am Ende zurück, was dann immerhin für ein paar imposante Bilder gut ist, etwa dann, wenn sich die Zombie-Horden im Halblicht und in Nebelschwaden auf dem Platz tummeln.

Da rührt sich dann auch schon einiges, aber richtig deftig wird der Film nie. Im Grunde war es ein Fehler, den Film eher zahm zu gestalten, da eine kräftige Portion Fun-Splatter als Doping-Kur für Fußball-Zombies durchaus etwas hätte ändern können.