Regisseur Paul Feig, der den neuen Ghostbusters Film drehen wird, der lange als Ghostbusters 3 gehandelt wurde, teilte in einem Interview nun mit, dass es in der Tat stattdessen ein Reboot werde - "mit lustigen Frauen".

Ghostbusters - Regisseur Paul Feig: Ghostbusters wird ein Reboot

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Comedy-Routinier Paul Feig
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Lange war der Film geplant, doch über zwei Dekaden lang tat sich nichts an der Ghostbusters-Front. Einer der Hauptgründe für das ewige Warten und Hoffen und Bangen war auch Darsteller Bill Murray, wenn man so will, der wichtigste Darsteller im Ghostbusters-Ensemble. Murray hatte schlicht und ergreifend keinen Bock auf einen dritten Ghostbusters. Und dennoch ließen die Verantwortlichen rund um Dan Aykroyd nicht locker. Kein Wunder, Aykroyd hatte ja im Prinzip nur die Blues Brothers und eben Ghostbusters. Und mit Blues Brothers 2000 merkte Aykroyd bereits 1998, dass ihn niemand mehr darin sehen wollte. Also blieb er beharrlich. Murray dummerweise auch. Und so zog sich das Ganze über die Jahre hinweg. Zeitweise war sogar Rick Moranis, der sich schon vor langer Zeit aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hatte, bereit gewesen, für Ghostbusters 3 wieder mal vor die Kamera zu treten. Bis schlußendlich Harold Ramis starb. Da merkte das Studio wohl, dass es höchste Eisenbahn ist, einen neuen Ghostbusters zu drehen, bevor auch noch Dr. Peter Venkman, Dr. Raymond Stantz und, ja, Winston Zeddemore, der Quoten-Schwarze das Zeitliche segnen. Seitdem läuft die Maschinerie auf Hochtouren. Doch Ghostbusters 3 wird wohl kein Sequel, denn wie Regisseur Paul Feig mitteilte, wird es ein Reboot mit Frauen.

Paul Feig, der sich mit Komödien wie Brautalarm und Taffe Mädels empfiehlt, sprach in einem Interview Klartext über Ghostbusters. Tatsächlich haben ihn Ivan Reitman und Sony Pictures schon vor Monaten kontaktiert. Wahrscheinlich kurz nachdem Reitman bekannt gab, nicht wie bei Ghostbusters 1 und 2 Regie führen, sondern nur als Produzent tätig sein zu wollen. Feig habe zunächst gezögert, da er sich nicht zutraute, das Erbe der beiden Klassiker anzutreten.

"Wen bringt man ein, jetzt da Harold (Ramis) von uns gegangen ist? Ich weiß, dass Bill (Murray) es nicht machen wollte, und ich liebe Dan (Aykroyd), aber ich wusste einfach nicht, wie man es machen soll", so Feig. "Dann hatte ich ein Mittagessen mit Amy Pascal (Vizevorsitzende von Sony Pictures), und sie jammerte, dass niemand den Job machen will. Ich sagte, 'Ja, es ist wirklich schwer, das Ganze zu machen, besonders, da es nun schon 25 Jahre her ist.' Wie soll man in eine Welt zurückkehren, die all diese Geister und so hatte? Es fühlte sich einfach viel zu schwer an."

Allerdings ließ ihn der Gedanke daran daraufhin nicht mehr los. Er, der bereits zwei Komödien mit weiblichen Hauptrollen inszenierte, kam dann auf die Idee, einen Ghostbusters mit rein weiblicher Besetzung zu inszenieren. "Auf einmal explodierten meine Gedanken geradezu: Das wäre doch wirklich lustig. Und dann dachte ich mir, warum machen wir nicht was komplett Neues daraus?"

Dadurch wäre auch das Problem aus der Welt geschafft, in die bestehende Welt von Ghostbusters einsteigen zu müssen. Stattdessen könne er in eine neue Welt eintauchen, in der man zwar über Geister spricht, in der man aber noch keine wahren Begegnungen hatte. Da Feig Origin-Stories liebe, sei das auch der perfekte Ansatz für ihn. Er sei offen für all die Darsteller der originalen Filme, die dabei sein wollen, sie würden aber nicht in ihre ursprünglichen Rollen schlüpfen. Auch Anspielungen auf die originalen Filme könne er sich vorstellen. Nur eben kein direktes Sequel. Mit Katie Dippold, die das Drehbuch verfasst, habe er sich auch schon ausführlich unterhalten. Mit Dippold hatte Feig bereits an Taffe Mädels gearbeitet.

Das Reboot wollen Feig und Dippold auch so anlegen, dass es zwar lustig sei, zur selben Zeit aber auch unheimlich. Feig finde, Menschen, die sich in Gefahr befinden, seien die beste Form einer Komödie.

Was die Vorschläge von Bill Murray betrifft, so finde auch Feig den Cast von Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Linda Cardellini, und Emma Stone einfach nur fantastisch. Er selbst finde es schwer, die passende Besetzung zu finden, denn es gebe einfach zuviele lustige Frauen. Wichtig sei es, die perfekte Balance in der Besetzung zu finden.

Er könne auch nicht verstehen, wie man den Plan, Ghostbusters mit Frauen zu besetzen, überhaupt als Problem ansehen könne, wie es mancherorts im Internet diskutiert werde. Er persönlich finde lustige Frauen einfach wunderbar. Vier weibliche Geisterjäger finde er einfach lustig.

Die grundlegende Story und Darsteller seien auch bereits festgelegt. Feig halte sie für eine sehr gute Origin-Story, die sich so echt anfühle, wie sich Geistergeschichten nun mal anfühlen können. Er betont noch einmal, dass die Geschichte gruselig, aber auch lustig werden soll. Da Ghostbusters ein Reboot wird, wolle er sich auch nicht allzu sklavisch an die originalen Filme halten. Vielmehr vergleiche er seinen Ghostbusters-Streifen mit Comicverfilmungen mit Superhelden. Es sei immer interessant zu beobachten, was die Filmcrew mit der Vorlage anstelle. Wie sehen die Kostüme aus? Was wird aus den Geräten wie den Protonenstrahler oder Ecto-1? Feig wolle alles auf den neuesten Stand bringen und eine moderne Version von allem abliefern.

Man darf also gespannt sein, wie die Produktion voranschreiten wird.