Und es geht munter weiter mit der (eigentlich unnötigen, weil nur Öl ins Feuer gießenden) Rechtfertigung der Ghostbusters-Macher. Dieses Mal äußert sich Hauptdarstellerin Melissa McCarthy, die glaubt, dass die ganzen Hater doch einfach nur keine Freunde haben.

Ghostbusters - Melissa McCarthy: Die ganzen Hater haben doch bloß keine Freunde

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"Kontraproduktives Marketing? Is that a thing!?"
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Es dürfte momentan keinen Film geben, der im Vorfeld dermaßen viel Hass erfährt, wie Regisseur Paul Feigs Ghostbusters. Mit Ausnahme von Duncan Jones' Warcraft vielleicht, der von Kritikern aus aller Welt geradezu verrissen wird, während in diesem Fall die Fans den Film wiederum aufs Blut verteidigen. Dabei ist die Argumentation der Hater bei Ghostbusters selbst den Machern in vielerlei Hinsicht ein Rätsel.

"All diese Kommentare - 'Ihr habt meine Kindheit zerstört!' Echt jetzt!?", zeigt sich Comedian Melissa McCarthy im Interview fassungslos. "Vier Frauen, die einen Film drehen, zerstören eure Kindheit? Ich habe das Bild von solchen Leuten vor Augen, die weder einen Ben [McCarthys Ehemann], noch Freunde haben, also sitzen sie da und spucken ihren Hass in diese Scheinwelt Internet. Ich hoffe für sie, dass sie Freunde finden werden."

Für sie ist es absolut unverständlich, wie man diesem Film so viel Hass gegenüberbringen kann, während andere Remakes und Reboots nichts dergleichen erfahren haben.

Anfeindungen gehen Crew und Cast nahe

Irgendwie kann man es den Machern auch nicht gerade übelnehmen, dass sie sich zu Kommentaren und Aussagen genötigt fühlen. Immerhin erfährt der All-female-Ghostbusters-Streifen einen nahezu nie dagewesenen Hate-Train, auf den so gut wie jeder aufspringt, egal ob die Person eine Meinung besitzt oder nicht. Man hat doch langsam tatsächlich den Eindruck, dass sich hier die Netizens geradezu zum Trotz dagegenstellen. Bei mittlerweile über 800.000 Dislikes lässt es sich gar nicht mehr anders erklären.

So sah sich Regisseur Paul Feig im vergangenen September nach hasserfüllten Twitter-Anfeindungen dazu genötigt, einige Hater aufs Übelste zu beschimpfen. "Du hast jetzt schon seit Monaten voller Frauenhass und mit Beleidigungen gegen mich und meinen Cast gewettert. Fickt dich. Gute Nacht", so Feig zu einem besonders penetranten Hater. Später entschuldigte er sich damit, dass er ein Glas zu viel intus hatte.

Im November dann die nächste unübliche Reaktion. Dieses Mal von Sony Pictures' Chef Tim Rothman: "Alle sagen, wir machen die weiblichen Ghostbusters", so Rothman, "aber ich sage, 'Nein, wir machen die lustigen Ghostbusters.' Ja, zufällig sind es eben vier Frauen. Es ist ein Original. Und dann kriegt man Gezanke und Gejammere im Internet - sexistische Kommentare - aber wisst ihr was, scheiß auf die."

Dass die Anfeindungen nicht spurlos an den Machern vorbeigehen, zeigt sich an Hauptdarstellerin Kristen Wiig, die aufgrund der bösen Kommentare "am Boden zerstört" war. Doch offenbar motiviert der Gegenwind umso mehr, denn laut Marketingchef Dwight Caines mache der Anteil an Hatern nur einen "sehr geringen Anteil" aus.

Das Ghostbusters-Reboot/Sequel startet hierzulande am 28. Juli 2016 in den Kinos.