„Sharknado“ hat die Tore weit geöffnet. Hai-Filme gab es auch zuvor schon en masse, aber sie verliefen immer nach demselben Muster, das einst von „Der weiße Hai“ etabliert worden ist. Seitdem die Haie durch die Lüfte flogen, ist jedoch alles anders. Denn die emsigen Filmherunterkurbler von Asylum haben sich gefragt: Was können wir noch so alles mit Haien anstellen?

Die erste Antwort darauf ist „Ghost Shark“, der seit 30. Oktober auf DVD und Blu-ray erhältlich ist (und 3-D-Blu-ray, aber das ist mal wieder eine Konvertierungsmogelpackung). Der Titel erklärt im Grunde auch schon, worum es geht.

Ghost Shark - Was für ein vergnüglicher Unsinn: Sharknado ist nichts dagegen!

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Mit Pistolen gegen einen Geister-Hai? Dumme Idee! Ganz, ganz dumme Idee!
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Fischer ärgern sich darüber, dass ihnen ein Hai einen Marlin weggeschnappt hat. Darum killen sie das Vieh mit einer Handgranate. Der tote Hai treibt in eine Grotte, wo etwas Wundersames geschieht: Sein Geist kehrt zurück. Der Geisterhai frisst nun die, die ihn umgebracht haben. Aber damit ist noch längst nicht Schluss. Er ist auf den Geschmack gekommen, weswegen er am Strand weitere Opfer sucht.

Die Polizei will natürlich nicht glauben, dass es ein leuchtender, durchsichtiger Hai war, der hier für Unruhe sorgte, aber Ava und ihre Freunde wissen es besser. Sie suchen nach einem Weg, den Hai zu besiegen.

Das ist auch höchstnotwendig, denn da dies ein Geisterhai ist, ist er nicht auf das Meer angewiesen. Wasser reicht schon, um aktiv zu werden, sei es im Pool, in einer Pfütze, im Waschbecken, im Klo oder auch einem Trinkbecher. Wo Wasser ist, kann auch der Geisterhai zuschlagen.

Der Schwachsinn kennt keine Grenzen

Natürlich ist „Ghost Shark“ von der ersten bis zur letzten Minute filmische Gülle, aber – naja – ganz unspaßig ist der Quatsch auch wieder nicht. Das liegt einerseits daran, dass die Schauspieler total bierernst agieren, andererseits an den herrlich abstrusen Szenen, wenn der Hai durch allerhand 08/15-Gewässer an Land sein Unwesen treibt. Das hat immerhin Überraschungswert, da sich die Asylum-Macher zumindest einiges einfallen ließen, wo das Untier auftauchen kann.

Packshot zu Ghost SharkGhost Shark

Einfallen ließ man sich auch was als Grund für die Geistwiedererweckung des Hais. Hier wird Fluch-Mumbo-Jumbo verbreitet, wie er klischeehafter nicht sein könnte. Aber auch hier gilt: Gute Abwechslung im Haifischbecken ist garantiert.

Die kleine Mackenzie

Wem die Hauptdarstellerin Mackenzie Rosman bekannt vorkommt, der hat wohl mehrere Jahre damit verbracht, sich im Fernsehkitsch von „Eine himmlische Familie“ zu suhlen. Da spielte Rosman das Nesthäkchen Ruthie Camden und wurde im Verlauf von elf Jahren erwachsen, wenn auch nicht groß. Mit nur 1,52 Meter Körpergröße sieht sie speziell neben Richard Moll aus wie ein Zwerg. Der ist immerhin mehr als 50 Zentimeter größer und gibt hier den Quint für Arme. Er wiederum wurde in den 80er Jahren als Gerichtsdiener Bull in der Sitcom „Harrys wundersames Strafgericht“ bekannt. Seitdem ist er hauptsächlich im B-Film versumpft, weswegen „Ghost Shark“ sein Oeuvre auch durchaus bereichert.

Übertrifft an absurden Ideen den Sharknado noch bei weitem. Was mag nach dem Geisterhai als nächstes kommen?Fazit lesen

Rosman und Moll kannten sich übrigens vorher schon. 1996 wirkte er mal als Mike „The Mutant“ Mitchell in „Eine himmlische Familie“ mit.

Ghost Shark - Was für ein vergnüglicher Unsinn: Sharknado ist nichts dagegen!

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Zwar gibt es Anspielungen auf "Der weiße Hai", insgesamt ist Ghost Shark aber ein Hai-Film der ganz anderen Sorte.
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Das übrige Ensemble ist samt und sonders unbekannt. Dementsprechend variiert auch die Qualität des Schauspiels. Ein paar Knallchargen sind besonders übel, z.B. der Sheriff, der Bürgermeister, die meisten Teenager, ach ja, fast alle, wenn man es genau bedenkt. Aber immerhin kann man nicht sagen, dass das dargebotene Laientum den Film herunterziehen würde. Das Niveau ist ohnehin sehr tief anzusiedeln, da sind unfreiwillig komische Darstellungen schon fast so etwas wie ein Bonus.

Der Leuchthai
Der leuchtende Hai, der auch durch die Luft schwimmt, macht in diesem Film viel wett. Darunter auch den hanebüchenen Plot um den Sheriff und den Bürgermeister, die irgendwie hinter den drei Jugendlichen her sind, die das Geistermonster zuerst gesehen haben. Der Plot wird nie vollends entwickelt, aber es sollte wohl in die Richtung gehen, dass man den drei Teenagern die Schuld in die Schuhe schieben wollte. Das ist ein geradezu klassisches Haifilmmotiv: der zwielichtige Bürgermeister gehört einfach zum Inventar dazu.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass auch er eine Begegnung der unheimlichen Art hat. Aber wen wundert’s, der glaubt ja auch, er könnte einen Geisterhai mit einem Gewehr abmurksen.

Ein anderes Highlight ist übrigens, als zwei der Teenager sich vor ein paar ganz kleinen Kindern fürchten. Das muss man gesehen haben!

Darüber hinaus ist es hübsch, dass bei „Ghost Shark“ häufig andere Filme zitiert werden, darunter natürlich „Der weiße Hai“, aber auch „Nightmare on Elm Street“ und „The Fog“ werden mit einer Reverenz versehen.