Erst die kunterbunte Comicadaption, dann das seriöse Oscarmaterial: Getreu seiner inoffiziellen Double-Feature-Philosophie hat Steven Spielberg im vergangenen Jahr wieder einmal zwei Filme gleichzeitig fertig gestellt. Nach „Die Abenteuer von Tim und Struppi“ nun das „War Horse“, vom deutschen Verleih in „Gefährten“ umbenannt, die epische Geschichte eines wunderhübschen Pferdes auf Reisen. Da gibt’s die ganz großen Bilder, die ganz großen Emotionen – und Spielberg lässt noch einmal das alte Hollywood aufleben.
Kitschkuh statt Kriegspferd: Mit Onkel Steven ist diesmal scheinbar der Gaul durchgegangen.FazitErzählt wird, zunächst einmal, wie der englische Farmersohn Albert (Jeremy Irvine) ein anfänglich wenig tüchtiges Arbeitspferd zum nützlichen Pflughelfer dressiert. Die Liebe des Jungen zu seinem Tier wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als der mittellose Vater dieses zu Beginn des ersten Weltkriegs an die britische Kavallerie verkauft. Dort spielt es immer wieder eine schicksalhafte Rolle im Leben unterschiedlicher Begleiter (u.a. übrigens auch von David Kross), ehe Albert selbst in den Krieg zieht, um sein Pferd finden und retten zu können.
Dieser Abriss liest sich leider nicht nur auf dem Papier wie eine Gebrauchsanweisung für Schlaftabletten. „Gefährten“ ist, bei aller Sympathie für den wahrscheinlich größten Storyteller des Kinos, eine reichlich fade Angelegenheit, die weder Spielbergs verlässliche Inszenierungsstärken noch sein sonst so untrügliches Gespür für einnehmende Geschichten herausbilden kann. Der Stoff ist schlicht zu uninteressant, zu sehr auf den kleinsten Gefühlsnenner (Freundschaft, Loyalität, Kitschrhetorik) gebracht, um als zweieinhalbstündiges Abenteuer bestehen zu können.
Freundschaft für immer: ein Junge und sein Pferd.Die Probleme des Films ergeben sich einmal aus der Konzeption seines Plots, aber auch aus Spielbergs scheinbarem Anliegen, über „Gefährten“ an die allumfassende Magie vergangener Studioepen anzuknüpfen. Mit dem jugendlichen Idealisten Albert etabliert er abermals einen isoliert stehenden Protagonisten, der als treibendes Element der Handlung vorgestellt, nach etwa einem Drittel jedoch für lange Zeit komplett vom Geschehen ausgegrenzt wird. Die Reise seines Pferdes, fortwährend als eigentliches Zentrum begriffen, produziert dann nur Episoden, in denen die Figuren Auf- und Abgänge absolvieren.
Dieses für Spielbergs sonstige, ebenso lückenlose wie überschaubare, Entwürfe untypisches Vorgehen kostet den Film graduell Zugkraft, Spannung und auch Dramatik. Als dann allmählich deutlich zu werden scheint, worauf diese (Bindung durch Trennung herbeiführende) Strategie abzielt, fühlt man sich auf unangenehme Art an die Spielbergsche Unbedarftheit emotionaler Steuerung aus „Der Soldat James Ryan“ erinnert. Die Suche nach dem verlorenen Sohn, Private Ryan, gerinnt nun zur Suche nach dem geliebten Freund, einem Pferd. Kriegsplausibilität Marke Spielberg.
Steven Spielberg melkt ordentlich die Kitschkuh.Alberts Motivation, auf dem Schlachtfeld seinen geliebten Gaul wiederfinden (und dadurch in die Handlung zurückkehren) zu können, verleiht wohl selbst dem Töten und Sterben noch einen hören Sinn, und dem Soldaten das Antlitz des glorreichen Helden.
Der dramaturgische, im Endeffekt dann doch allzu Spielbergsche Trick bleibt jedoch ergebnis- und selbst noch wirkungslos vor der Maßlosigkeit an gefühlsdus(s)eligem Pathos und emphatischer Opferbereitschaft. Mit der Instrumentalisierung des historischen Kontexts vor dem Hintergrund einer Mensch-Tier-Freundschaft bewegt sich „Gefährten“ streckenweise einfach allzu nahe am Verblödungskino.
Damit allerdings stellt Spielberg nicht zuletzt auch eine ideologische Beziehung zu den Vorbildern her, die er großzügig und in so konkret selten von ihm erlebter Ehrfurchtsbezeugung heranzieht. „Gefährten“ gemahnt mehr an John Ford und David Lean als an “Der Schwarze Hengst“ oder „Black Beauty“, wohingegen das erste Drittel stark den australischen Klassiker „Snowy River“ in Erinnerung ruft. Wenn Spielberg im tränenblinden Green-Screen-Finale schließlich gar noch einmal die Schlussakkorde von „Vom Winde verweht“ nachspielt, geht der Hauch an Filmgeschichte fast schon in einen Sturm über. Und das altmodische Epos in digitale Disparität.
Regie: Steven SpielbergGenre:DramaFilmstart: Darsteller:Peter Mullan, Emily Watson, Jeremy Irvine
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Und kann nur sagen: Seht ihn euch an !
Der Film geht total ans Herz !
Wir haben alle geheult !
Wenn man gleich mit gefühl und freude in den Film geht ist er echt der hammer !
Mich hat es nur so aggresiv gemacht, wie die Menschen sein können.
Ich empfehle euch ein paar tempos mitzunehmen ^^
Der Hobbit scheint ja in der Tat was zu taugen, zumindest überzeugt der erste Trailer. Allerdings kommt der zu ´ner doofen Zeit ins Kino - zumindest aus meiner Sicht - weshalb ich darauf warten muss, dass der Kram auf Scheibe gepresst und verkauft wird.
Die Zeit hat ihn überholt.
Das sehe ich auch so... Schade eigentlich, aber Spielberg kann man im Moment nicht mehr ernst nehmen. Hoffe er kommt zur Besinnung und beginnt sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. So viele Produktionen gleichzeitig scheinen ihn zu überfordern.
Pans Labyrinth hat es auch auf Anhieb geschafft, einer meiner Lieblingsfilme zu werden. Bin schon sehr gespannt auf del Toros nächste Werke, er hat ja einige interessante Titel in Arbeit.
100% sign!
Keine Ahnung warum er für jeden Krempel seinen Namen hergeben muss, aber ein Garant für Qualität ist Spielberg nicht mehr.
Seit "Falling Skies" bin ich auch bei Spielberg vorsichtig geworden.
Die Zeit hat ihn überholt.
Dem kann man sich wohl insgesamt nur anschließen. True Grit und Super 8 sind da wohl in gewisser Weise wenn überhaupt eine Ausnahme, und letzterer auch nur weil er irgendwo in guter alter Tradition zu E.T. oder eines Stand by me steht.
Das ist insbesondere deswegen schade, weil Spielberg es ja durchaus anders kann. Erkennen kann man aber wohl, dass desto älter er wird, umso mehr scheint er von seiner, eventuell jugendlichen, Passion zu verlieren. Leider war da in den letzten Jahren zu viel gequirlter Hollywood-Kram dabei, dem man schon von weiten angesehen hat, dass es nur um den großen Blockbuster, aber nicht mehr um Film und Kino ging.
Das Kriegspferd ist da sicherlich nur die Spitze des Eisberges, wobei die Krönung mit Jurassic Park IV sicherlich noch aussteht.
Wie kommt man auf so einen Film ? Hey ich brauche was was sich Mädels und Jungs ansehen würden und dafür in die Kinos rennen. Dann mach ich einfach n Kriegsfilm und nehm nen Pferd mit rein ! * Dollaraugen* !!!!!!!!!!
Dazu sage ich jetzt mal nichts! :D
Die Zeit hat ihn überholt.
Da kommen weder kleine Mädchen noch große Jungs.
Ein Hit ist WAR HORSE, besonders für Spielberg-Verhältnisse, in den USA nicht gewesen. Er hat dort nur gerade so seine Produktionskosten wieder eingespielt. Die internationale Auswertung läuft auch eher so-lala.
Oo Für mich ist das schon genug Kitsch, schade.
Herr Spielberg hat in den letzten Jahren doch stark nachgelassen, wobei er eigentlich schon genug Highlights geschaffen hat.
Die Fazits sind immer mal wieder ein Highlight^^