Man fragt sich zuweilen, warum eines der beliebtesten Filmgenres die Bezeichnung „Fantasy“ trägt. Weil Handlung, Kulissen und Charaktere die Grenzen der Phantasie ausloten? Weil wir auf der Leinwand sehen, was wir in der realen Welt für unmöglich halten? Oder vielleicht, weil Cineasten und zweimal im Jahr auftauchende U-Boot-Kinogänger eine Portion eigenes Vorstellungsvermögen mitbringen müssen, um den Ritt auf einem Drachenrücken, das Entzünden eines Lichtschwert oder die Mächte der Zauberei als Regeln eines fremden Universums akzeptieren zu können?
Es ist eine Mischung aus alledem, deren Gewichtung in den letzten zwanzig Jahren stark verlagert wurde. Gigantische Serverfarmen haben den Bereich unserer Phantasie ausgefüllt, den wir in den Achtzigern noch dringend benötigten, um Handpuppen als gealterte Jedi-Meister zu identifizieren, Gehampel vor einem Green-Screen als lebensbedrohliche Gefahrensituation wahrzu- oder lächerliche Schwertkampfchoreographien für voll zu nehmen.
Früher war also nicht alles besser, auch nicht beim Film. Dennoch erscheint es ungerecht, dass manche Filme aufgrund ihrer technischen Limitationen in Vergessenheit geraten sind. Speziell in den Achtzigern, als alles und jeder im Windschatten von Star Wars fahren wollte, wurden so viele phantastische Geschichten auf Zelluloid gebannt, die auch heute noch den Abend füllen können. Zumindest, wenn man über kleinere Schwächen hinwegsehen kann.
Platz 10: Brotmesser statt Lichtschwert
Regie: Peter Yates
Darsteller: Ken Marshall, Lysette Anthony., Freddy Jones, Liam Neeson, Robbie Coltraine
Musik: James Horner
FSK: 12
DVD bei amazon
Viele Achtzigerjahrestreifen mussten sich vorwerfen lassen, die Star-Wars-Formel zu kopieren. Darunter auch Krull von Produzent Ron Silverman. Fairerweise ist anzuführen, dass Krull die Schablone des Sternenkriegs nicht einfach übernahm, sondern in einer Art negativem Spiegel verzerrte. Statt Sci-Fi-Settings mit märchenhaften Archetypen und ritterlich abgewandelten Waffen herrschen auf dem Planeten tatsächlich mittelalterliche Verhältnisse, angereichert mit Sci-Fi-Technologie.
Nicht Freddy Krüger, aber scharf sind die Klingen trotzdem.Der Todesstern ist in diesem Falle eine gigantische Festung, mit der Unterdrücker „Die unsagbare Bestie“ durch die Galaxis reist und Planeten unterjocht. Auf Krull landet die fliegende Burg nur aus einem Grund: Eine Prophezeiung besagt, dass eine Prinzessin mit uraltem Namen schon bald einen Gemahl wählen und ihr Kind über die Galaxis herrschen wird. Für das Biest eine logistische Herausforderung: Die Alte soll ihn heiraten, nicht den jungen Schnösel Colwyn. Also wird Prinzessin Lyssa auf der Hochzeit den Armen ihres Prinzen entrissen und zur schwarzen Festung geschleppt.
Natürlich macht sich der geprellte Jungspund auf, seine Angetraute zu retten. Mithilfe des alten Obi W... Halt, jetzt nichts durcheinanderbringen. Ynyr heißt der alte Mann, der ihm den Weg zum sagenumwobenen „Fünf-Klingen-Schwert“ weist - Bevor einer fragt: ein überdimensionaler, per Telekinese geschubster Wurfstern.
"Zwar kein Kult, aber irgendwie dann doch", urteilt ein Kunde bei amazon.Das Fünf-Klingen-Brotmesser allein nützt Colwyn aber nichts, weil die dunkle Festung mit jedem Sonnenaufgang an eine andere Position versetzt wird. Und hier findet der nötige Bruch vom Lucas'schen Vorbild statt. Um zu erfahren, wo der finstere Bau in Zukunft stehen wird, braucht Colwyn nicht nur einen Seher, sondern auch eine Armee von Banditen als Kanonenfutter auf der mühsamen Reise. Weitere Charaktere wie ein ungeschickter Selbstverzauberer oder der bemitleidenswerte Zyklop Rell, der bereits den Zeitpunkt seines eigenen Todes kennt, erinnern sogar eher an die Glorreichen Sieben und lockern eine reichlich morbide Handlung auf, in der Protagonisten wie Fliegen wegsterben.
Täglich Tausende Meilen galoppierende Feuerrösser, eine wahrsagerische Witwe im Spinnenetz oder Cyborgs, die beim Sterben ekelige „Iiiiiiiiih“-Laute von sich geben, überbrücken sogar diverse Facetten zwischen Trash und Tolkien, gegen die Star Wars fast schon monothematisch wirkt.
Leider wurden sämtliche Kampfszenen uninspiriert und wenig dynamisch auf Zelluloid gebannt, während Komponist James Horner rotzfrech ganze Passagen aus seinem Soundtrack zu „Star Trek II: Der Zorn des Kahn“ zitiert. Nicht, dass die musikalische Begleitung deswegen schlecht wäre, aber wenn der akustische Hintergrund dazu führt, dass man jeden Moment die Ankunft der USS Enterprise erwartet, läuft irgendwas verdammt falsch.
Fazit: Krull wirkt heute trashiger als 1983 gewollt, fährt für seine Zeit aber ungeheuer verschwenderische Mittel auf. Man muss über Kleinigkeiten wie lächerliche Schwertkampfchoreographien oder die selbst damals schon nachlässigen Composed-Shots hinwegsehen können, um Krull zu genießen, aber an epischer Skala, interessanten Charakteren und geschickten Post-Star-Wars-Anleihen fehlt es dem Film keinesfalls.
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*hüstel*
Die erste Conan-Geschichte wurde 1932 veröffentlicht - 5 Jahre VOR dem Hobbit und sogar 22 Jahre vor dem Herrn der Ringe.
Übrigens allein schon deswegen falsch, weil "Masters of the Universe" (die zeichentrick Serie) im selben Jahr entstand und zumindest im Design (keineswegs in der Handlung) einige Parallelen aufweist.
Stimmt mehr oder weniger. Man kann nicht von Klischees sprechen, wenn ein Film/Buch diese Klischees erfindet. Man muss sich nur HdR durchlesen. Fast alle bekannten Fantasyklischees komen von dort: Legolas als Elfstereotyp, Gimli als Zwerg, Gandalf für den Zauberer. Und die meisten Filme, Spiele oder Bücher orientieren sich an diesen von HdR erfundenen "Klischees". Man muss dafür nur durch die Gamonanetzwerkseiten stöbern und findet Dutzende Zitate in den Fantasyspielen.
sondern der Urvater jeglicher Fantasy ist und deswegen auf Platz 1 gehört!
Die Braut des Prinzen!
Bin ich jetzt einfach zu jung oder zu ignorant gegenüber großartiger Fantasyfilmgeschichte? ^^
Was ist mit "Die unendliche Geschichte"?
Vom Inhalt leicht am Thema vorbei würde ich meinen.
Die Überschrift spricht von Urgroßväter zu "Herr der Ringe", keine Frage TRON ist schon toll gewesen, hat aber mit Herr der Ringe mal wenig zu tun.
Ansonsten könnte man viel weiter zurück gehen und Filme wie Jason und die Argonauten auflisten.
Am besten macht ihr eine neue Liste und fangt bei "Utopia" an. :)
Bei soviel Kritik aber auch noch zustimmende Worte:
Eure Spezieals sind fast immer super.
Abwechslungsreich und oft mit Themen die überraschen und auf die man erst einmal kommen muss.
Hut ab und weiter so!
Oh ja!
Die bessere Versions des modernen Jokers ;)
- Ghostbusters I + II
- Gremlins
- The Last Starfighter (dachte eigentlich, dass das bei "Ein Junge und sein Raumschiff" kommt)
- Beetle Juice
- Batman
Hier gehts nur um Filme!
Nebenbei auch eine schöne Liste! Sind diverse Filme dabei, die ich noch nicht kenne oder schon wieder vergessen habe. Den David Bowie Film habe ich ewig nicht gesehen. Willow lief letztens noch (und wieder bemitleidete ich das Baby), Conan und Tron laufen schätzungsweise alle paar Jahre.