Platz 1: Star Wars mit Hobbits
Willow (1988)
Regie: Ron Howard
Darsteller: Val Kilmer, Joanne Whalley, Warwick Davis, Jean Marsh
Musik: James Horner
FSK: Ab 12
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Willow von den kleinwüchsigen Nelwyns hat heute seinen großen Tag. Der Dorfzauberer kommt, um sich einen neuen Zauberlehrling auszusuchen, und Willow hat durchaus Talent. Dummerweise kommt ihm etwas Wichtigeres dazwischen, denn seine Kinder finden am Fluss ein Menschenbaby mit einem Mal auf einem Ärmchen.
Hobbit... äh, Nelwyn Willow findet den Einen Ring. Oder ein Baby. Und bringt es zur Rebellenallianz. Nee, den Menschen.Der kleine Schreihals kann nicht bleiben, denn das Mal auf dem Arm besagt, dass das Mädchen eines Tages die dunkle Hexe Bavmorda stürzen wird. Nach Herodes'scher Tradition behält die alte Warzennase eigentlich jedes Neugeborene im Auge, um dem Feind zuvorzukommen, doch die kleine Elora ist ihrem eisernen Griff entwischt. Willow will sie eigentlich nur zu den Daikinis, den großen Menschen, bringen, doch seine Reise mit Elora soll noch viel weiter gehen.
Ausgestattet mit einem mächtigen Zauberstab und begleitet vom lumpigen und opportunistischen Krieger Madmartigan, sowie den rotzfrechen, däumlingsgroßen „Brownies“, führt sein Weg bis zur Zauberin Fin Raziel, die sich um das Waisenkind kümmern soll.
Darth Vader zu Pferde.George Lucas ließ in einer seiner letzten wirklich großen Erzählung nichts anbrennen. Einmal mehr gelang es ihm, eine interessante Heldentruppe zusammenzutrommeln, die nebenbei den aktuellen Stand der Tricktechnik festhielt. Zum Beispiel in Form der Brownies, die ständig per Composed-Shot ins Bild kopiert werden mussten, aber selbst heute nicht aus dem visuellen Rahmen fallen. Und das, obwohl die Reise nie zum Stillstand kommt. Fast schon in Indiana-Jones-Tradition führt ein Missgeschick zum nächsten, vor allem dann, wenn der Zuschauer gerade meint, fünf Minuten Verschnaufpause verdient zu haben.
Natürlich bleiben einige Dinge Hollywood-typisch vorhersehbar. Wäre ja auch ein Ding, wenn sich die schöne Tochter der bösen Hexe nicht in das von Val Kilmer hervorragend personifizierte Schlitzohr verlieben würde. Abseits davon wirkt jedoch keine der vielen Handlungswendungen konstruiert, vielmehr greifen die einzelnen Stränge wunderbar ineinander, sodass man sich am Ende des Films wundert, wo die letzten 120 Minuten geblieben sind. Da verzeiht man dem Lucas-Schorsch sogar die Einfältigkeit, die damals brandneue Technik, mit der Industrial Light & Magic erstmals lebende Wesen morphen konnte, nur ein einziges Mal zu zeigen.
Fazit: Willow beweist vor allem eines: George Lucas war das Alpha und das Omega des Achtzigerjahre-Fantasy-Films. Zu schade, dass er seinen Namen mit den Star-Wars-Prequels so verschandelt hat, denn bei Willow zeigte er noch, dass er das Erzählen unterhaltsamer Geschichten beherrscht. Dieser Film hätte mit Indy 3 sein krönender Abschluss sein können, aber der Kerl konnte ja die Finger nicht stillhalten. Die geniale Unbekümmertheit dieses Fantasy-Klassikers konnte er nie wieder so treffend einfangen.























