6. Beam uns hoch, Scotty

Paramount wollte 1991 einen Film, mit dem sich das 25-jährige Jubiläum von „Star Trek“ feiern ließ. Produzent Harve Bennett präferierte eine Abkehr vom Altbekannten: Der neue Film sollte das Jugendabenteuer der Crew in der Sternenflottenakademie zeigen, wobei man lediglich ein oder zwei der alten Stars brauchte, um diese in einer kleinen Rahmenhandlung die eigentliche Geschichte einleiten zu lassen.

Den alten Recken missfiel das, denn die sahen ihre Felle wegschwimmen. Walter Koenig und George Takei nutzten ihre Convention-Auftritte, um gegen den Film Stimmung zu machen, indem sie den falschen Eindruck erweckten, hier würde eine Star-Trek-Variante der „Police Academy“ entstehen. Der Aufschrei der Fans war gigantisch.

Walter Koenig legte Paramount ein eigenes Treatment für die Geschichte des sechsten Kinofilms vor. Es erzählt von einem gigantischen Krieg mit den Klingonen, dessentwegen Starfleet das Personal einem Tauglichkeitscheck unterzieht, den die alte Crew mit Ausnahme von Spock nicht besteht. Die Enterprise wird mit einer neuen Crew – darunter auch Spock – versehen und an die Front geschickt, wo sie verschwindet. Starfleet hat nun keine andere Wahl mehr, als Kirk und seine Brückenoffiziere ein letztes Mal zu aktivieren. Die alte Crew eilt zur Rettung, in deren Verlauf Kirk, Scotty, Sulu, Chekov und Uhura den Tod finden – nur Spock und McCoy überleben.

Harve Bennett bevorzugte jedoch „Starfleet Academy“, das so ausgesehen hätte, dass Kirk, der in Iowa lebt, endlich erfährt, dass er an der Akademie angenommen wurde. Dort trifft er auf Spock, den ersten Vulkanier, der dort ausgebildet wird. In diesen frühen Jahren der Föderation, in denen hauptsächlich Menschen bei der Sternenflotte waren, hätte Spock natürlich mit Ressentiments zu kämpfen gehabt, in Kirk jedoch einen Verbündeten gefunden.

Harve Bennett wollte in dieser Geschichte, auch zeigen, warum Kirk sich nie wirklich verlieben konnte. Denn genau das hätte man hier auch zu sehen bekommen: Kirks erste große Liebe. Die Handlung wäre so eingerahmt gewesen, dass der alte Kirk am Grab der Liebe seines Lebens steht und Spock zu ihm kommt. „Ich empfinde sehr tiefe Gefühle. Sie würden das nicht verstehen“, meint Kirk, während Spock kontert: „Ich mag keine Gefühle haben, doch ich habe Erinnerungen. Beamen Sie uns hoch, Scotty!“.

Es sollte nicht sein, man entschied sich für den auch exzellenten „Star Trek VI: Das unentdeckte Land“.

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