Regisseur Rupert Wyatt teilte vor kurzem mit, dass er das X-Men-Spin-off Gambit mit Channing Tatum aufgrund von Zeitmangel verlassen habe. Doch nun tauchte ein weiterer möglicher Grund auf: Wyatt sei schlicht und ergreifend unzuverlässig.

"Ich freute mich sehr darauf, mit meinem Freund Channing und dem Team bei Fox zu arbeiten, doch bedauerlicherweise sorgte eine Verschiebung des Starttermins für einen Konflikt mit einem anderen Projekt. Ich danke ihnen für die Gelegenheit und ich weiß, dass Gambit ein fantastischer Film werden wird", so Regisseur Rupert Wyatts Statement zu seinem Ausstieg beim X-Men-Spin-off Gambit.

Doch offenbar war der Grund zumindest zum Teil auch ein anderer. 20th Century Fox soll infrage gestellt haben, ob Wyatt überhaupt genügend Engagement für das Projekt aufbringen kann. Die Sache ist die, dass der einst hoffnungsvolle Regisseur, der nach zwei kleinen Independent-Filmen überraschend die Regie bei Planet der Affen: Prevolution anvertraut bekam, seither bei fast jedem Projekt wieder ausstieg. Das betrifft das nie realisierte Warner Bros.-Projekt über den russischen Überläufer Alexander Litvinenko, der in London vergiftet wurde, das Sequel Planet der Affen: Revolution, bei dem 20th Century Fox nicht mit Wyatts Drehbuchänderungen einverstanden war, den Sci-Fi-Thriller Agent 13 bei Universal Studios mit Charlize Theron in der Hauptrolle und zu guter Letzt auch The Equalizer mit Denzel Washington, bei dem am Ende Antoine Fuqua Regie führte.

Wer weiß, warum ihn 20th Century Fox an Bord haben wollte, doch nach kurzer Zeit war Wyatt schon wieder von Bord. Offenbar war das Studio auch hier in eine Bredouille geraten. Wyatt lasse sich ungern vorsagen, wie er etwas anzugehen habe und versuche offenbar jedem Projekt seinen Stempel aufzudrücken. Das letzte Mal als 20th Century Fox einen derartigen Problem-Regisseur hatte, entstand der Flop Fantastic Four. Ein Fehler, den man verständlicherweise unbedingt vermeiden will, wenn über 100 Millionen Dollar im Spiel sind. Dennoch habe das Studio nur wohlmeinende Worte für Wyatt übrig: "Er taucht auf. Er kommt früh. Er bleibt bis spät. Er hat gute Ideen", so eine Studioquelle. Aber wohl auch eine zu enge Auffassung der Dinge. Zu eng für 20th Century Fox.

Remy LeBeau alias Gambit ist einer der beliebtesten Figuren der späteren X-Men-Phase. Der Mutant hatte in den Comics seinen ersten Auftritt 1990, auch in der X-Men-Cartoonserie spielte er eine bedeutende Rolle. In der Filmserie von 20th Century Fox legte Gambit bisher nur einen kurzen Auftritt in X-Men Origins: Wolverine hin, wo er von Taylor Kitsch gespielt wurde.

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