"G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra" markierte vor Kurzem das Finale der Sommer-Blockbuster-Saison und ließen es dabei erwartungsgemäß krachen. Anlässlich der Premiere ließ sich das Joe-Team in Berlin blicken, um neugierige Fragen zu beantworten. So spricht Dennis Quaid etwa über die Höhepunkte seiner langjährigen Karriere, sein nächstes Projekt "Pandorum" und deutsche Regisseure.

Rachel Nichols und Sienna Miller verrieten uns hingegen, wie es sich als Sexsymbol lebt und warum ein Barbiefilm in nächster Zeit wohl eher unwahrscheinlich ist. Und zu guter Letzt konnten wir die Spaßvögel Marlon Wayans und Channing Tatum zu einem Interview zwingen - nur vernünftige Antworten, die sprangen dabei nicht heraus...

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gamona: Wie das Leben doch manchmal spielt: Vor wenigen Tagen haben wir noch “Die Reise ins Ich” gesehen und heute sitzen Sie vor uns und wirken keinen Tag gealtert.

Dennis Quaid: Habt ihr den im Fernsehen gesehen?

gamona: Nein, auf DVD – wir sind echte Nerds.

G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra - "Hautenge Klamotten, ausgestopfte Busen" - Im Gespräch mit den G.I. Joe-Darstellern

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"Ich wollte den Film unbedingt machen, weil er mit einem Augenzwinkern daherkommt."
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Dennis Quaid: (lacht) Dann hättet ihr ihn auf BetaMax-Kassette sehen müssen. So machen das die „echten“ Nerds. Aber es ist witzig, dass ihr „Die Reise ins Ich“ ansprecht – das ist der Film, zu dem ich bis heute am Häufigsten angesprochen werde. Von über 70 Filmen, die ich in meiner Zeit als Schauspieler gedreht habe, ist dies der Liebling der Fans.

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gamona: Der Rolle in „G.I. Joe“ sieht man förmlich an, wie viel Spaß sie Ihnen gemacht hat. Und das, obwohl der Charakter General Hawke nicht wirklich tiefgründig ist.

Dennis Quaid: Deswegen wollte ich den Film auch machen. Ich hatte Lust auf einen coolen Actionfilm, der sich nicht all zu ernst nimmt. „G.I. Joe“ macht Spaß – nicht weil er billig oder trashig wäre, sondern weil er mit einem Augenzwinkern gemacht ist. Und als dann auch noch mein Sohn zu mir kam und meinte: „Du musst das machen.“, war die Sache entschieden.

gamona: Sie sagten vorhin, sie hätten über 70 Filme gedreht – gibt es da einen, den sie besonders in ihr Herz geschlossen haben?

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"Der Stoff, aus dem die Helden sind ist für mich der wichtigste Film meiner Karriere.
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Dennis Quaid: Ich betrachte das immer in Abhängigkeit davon, an welchem Punkt meines Lebens ich mich befand und welchen Einfluss die Filme darauf hatten. Und da würde ich immer wieder „Der Stoff, aus dem die Helden sind“ wählen. Mit dieser Rolle erfüllte sich ein Traum für mich: Ich wollte immer Astronaut werden als Kind und durfte nun einen spielen und echte Astronauten kennenlernen. Es war eine tolle Zeit, vor allem weil meine Karriere durch diesen Film erheblich angekurbelt wurde.

gamona: Denkt man nach so vielen Jahren im Business eigentlich auch ans Aufhören?

Dennis Quaid: Nein. Eigentlich habe ich momentan mehr Spaß am Filmen als je zuvor. Ich habe mein Feuer wiederentdeckt und liebe es Kinofilme zu drehen. Und ich bin glücklich, immer noch hier zu sein – nicht alle Leute, mit denen ich damals angefangen habe, können das heute noch von sich behaupten. Echte Filmstars sterben nie – sie verblassen nur langsam.

gamona: Sie haben kürzlich einen anderen Film abgedreht, den wir mit Spannung erwarten – Pandorum. Können Sie uns darüber ein wenig erzählen?

Dennis Quaid: Gerne. Der Film ist von Christian Alvart der hier in Berlin lebt und arbeitet. Ein toller Regisseur, der diese unglaubliche Geschichte erzählen möchte. Und die ist größer als jede Science-Fiction-Geschichte – es ist ein Mythos. Alvart hat noch ein Prequel und ein Sequel in der Hinterhand, die wir ebenfalls machen, wenn Pandorum ein Erfolg wird. Wenn wir die Chance erhalten, die ganze Trilogie zu drehen, könnte es zu einer Saga im Stil von „Star Wars“ werden. Es ist eine wirklich epische Geschichte.

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"Pandorum hat riesiges Potential und könnte zu Ausmaßen anwachsen, wie einst Star Wars."
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gamona: Das ist interessant zu hören, denn nachdem wir den Trailer gesehen haben, hatten wir eigentlich mit einem kleinen, dreckigen Horrorkammerspiel gerechnet.

Dennis Quaid: Stimmt. Auf den ersten Blick sieht es ein bisschen wie ein konventioneller Horrorfilm der Marke „The Cell“ aus. Das liegt daran, dass die Verantwortlichen mit dem Marketing auf eine gewisse Zielgruppe abzielen. Aber unter der Oberfläche schlummert da mehr.

gamona: Christian Alvart ist ja nur einer von vielen Deutschen, mit denen sie zusammen gearbeitet haben.

Dennis Quaid: Richtig. Mit Wolfgang Petersen habe ich damals in den Achtzigern „Enemy Mine“ acht Monate lang in München gedreht, Roland Emmerich und ich haben „The Day after Tommorow“ gemacht – das war fantastisch.

gamona: Gibt es einen Unterschied zwischen der Arbeit in Deutschland und Amerika?

Dennis Quaid: Eigentlich nicht. Die Professionalität ist dieselbe, der Fleiß und die Leidenschaft ebenso. Und da ich ein bisschen deutsch spreche, hält das die Crew auf trapp – schließlich können sie nie genau wissen, ob ich sie gerade verstehe, wenn sie sich beschweren oder über mich lästern (lacht)

gamona: Danke für Ihre Zeit, Mister Quaid.

Sienna Miller und Rachel Nichols im Gespräch

gamona: Neben den ganzen Jungs, seid ihr für den Sex-Appeal auf der Leinwand zuständig. Das hat euch sichtlich Spaß gemacht, oder?

Rachel Nichols: Wenn man mit einem Regisseur wie Stephen Sommers zusammenarbeitet, der wie ein 13-jähriger Junge ist, dann muss man sich auch gar nicht anstrengen, um sexy zu wirken. Stephen hat uns extra in hautenge Klamotten gezwängt, unseren Busen ausstopfen lassen – sorry Leute, ich muss ich euch enttäuschen, die sind im wirklichen Leben nicht so groß – und möglichst vorteilhaft gefilmt.

gamona: „G.I. Joe“ ist ja eigentlich eine Actionfigur für Jungs. Wäre es da nicht passend, euch beide in einen Barbie-Actionfilm zu stecken? Quasi als Gegenentwurf.

Sienna Miller: Ja genau, Barbie mit Raketenwerfer, das wär’s. Nein, ich denke ich bin glücklich mit G.I. Joe, weil wir ja auch hier zwei starke Frauen spielen dürfen und uns nicht hinter den Männern verstecken müssen. „G.I. Joe“ eignet sich für Männer und Frauen – bei einem Barbiefilm wäre das wohl anders.

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"Stephen Sommers hat uns extra in hautenge Kostüme gezwängt, damit wir sexy aussehen."
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gamona: Wie kommt es eigentlich, dass ihr beiden für den Film unterschrieben habt? Auf den ersten Blick würde man „G.I. Joe“ ja sicherlich nicht als großes Schauspiel-Kino bezeichnen.

Sienna Miller: Ich habe schon in einigen Dramen mitgespielt und werde das auch sicherlich weiterhin tun. Aber ich hatte Lust mal etwas Lockeres zu machen, wo die Leute Spaß haben können und lachen. Wir leben in ernsten Zeiten, die Leute verlangen nach Entertainment und „G.I. Joe“ gibt es ihnen.

Rachel Nichols: Mir ging es da ähnlich. Ich habe vorher nicht einmal das Drehbuch gelesen, denn ich wollte unbedingt etwas anderes machen. Als Stephen Sommers mich bei einem Meeting fragte, ob ich das Skript denn nicht wenigstens lesen wolle, meinte ich nur, „Ich habe blindes Vertrauen in dich“. Ich wollte Spaß und Stephens Filme sind ein Synonym dafür.

Marlon Wayans und Channing Tatum im Interview

gamona: Wie man sieht, seit ihr glücklich wieder vereint zu sein…

Channing Tatum: Oh ja, es gibt nichts Schlimmeres als uns beide zu trennen. Das mögen wir überhaupt nicht. Allerdings dürfte das für euch nicht so gut sein. Wir sind zwei Kindsköpfe und ich wette, dass ihr nicht einen Satz für euer Interview gebrauchen könnt. (lacht)

gamona: Dann müsst ihr für Regisseur Stephen Sommers ja eine echte Belastung gewesen sein.

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"Die Accelerator-Anzüge waren grauenhaft - nichtmal auf's Klo konnte man damit."
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Channing Tatum: Manchmal vielleicht.

Marlon Wayans: Nenene, er kann echt glücklich sein, dass er uns hat. Jeder andere, den er versucht hätte in so einen engen Anzug zu zwängen, hätte ihn wahrscheinlich erwürgt. Wir hätten ihn auch erwürgen sollen.

Channing Tatum: Können wir das nicht nachholen?

Marlon Wayans: Nee, wir zwingen ihn einfach auch, in so ein Ding zu steigen. Ich treibe die Kohle auf, dann bauen wir uns auch so einen und stecken Stephen da rein.

Channing Tatum: Wir haben uns die ganze Zeit gefragt: Dieses Ding hat ungefähr eine Zilliarde Dollar gekostet und sie schaffen es nicht mal, einen Pinkelschlitz einzubauen. Wo ist die ganze Kohle nur hingewandert? Du kannst deine Notdurft ja nicht den ganzen Tag aufhalten. Am Ende des Drehtages war ich völlig fertig und schrie nur: Zieht mir dieses Ding aus – ich muss wohin…

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"Am liebsten würden wir den Regisseur auch in eines dieser Dinge stecken."
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Marlon Wayans: Ich hab’s einfach laufen lassen…

gamona: Die Anzüge wurden ja von Stan Winston gebaut.

Marlon Wayans: Ich liebe Stan, ich liebe seine Arbeit, er hat bei Iron Man einen tollen Job gemacht, aber wenn er jemals wieder so einen Anzug…

Channing Tatum: [flüstert zu Marlon] Stan ist verschieden.

Marlon Wayans: Ist das dein ernst? Das wusste ich gar nicht. Wann denn?

Channing Tatum: Ich glaube gleich nach den Dreharbeiten.

gamona: Deshalb haben wir gefragt – wir wollten wissen, ob ihr ihn treffen konntet, bevor er starb.

Marlon Wayans: Nein, leider nicht. Oh man, das ist so traurig – er ist gestorben, bevor ich ihn wegen des Anzugs in den Hintern treten konnte.

Channing Tatum: Du bist ein Vogel – er ist tot. Darüber macht man keine Witze.

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"Marlon kann weit mehr als nur den Pausenclown spielen. Er ist tatsächlich ein verdammt guter Schauspieler."
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Marlon Wayans: Ja stimmt, entschuldige. Es ist wirklich traurig. Aber Stan war ein cooler Typ soweit ich weiß. Ich glaube er würde es mögen, wenn man an ihn denkt und lacht bzw. scherzt.

gamona: Kanntet ihr euch vorher schon? Ihr beide scheint ja wie ein Herz und eine Seele zu sein.

Channing Tatum: Nein, wir haben uns erst am Set getroffen. Ich kannte Marlons Arbeit, zum Beispiel was er mit seiner Familie gemacht hat, vor allem in „Requiem for a Dream“ war er fantastisch. Ein toller Film. Ich würde diesen Typ gerne in mehr solcher Rollen sehen, denn er ist soviel mehr als nur der Pausenclown. Diese „Money Movies“ wie ich sie nenne, die er mit seinen Brüdern macht, muss es wohl auch geben. Aber „Scary Movie“ zeigt eben nicht, welches Potential in Marlon steckt. Ich hoffe wir können in Zukunft mal ein richtig triefiges Drama zusammen machen.

Marlon Wayans: Dasselbe was er über mich sagte, bezüglich der Drama-Rollen, dachte ich zuvor über Channing. Bisher hat er ja nur in todernsten Liebesschnulzen mitgespielt. Niemand weiß, wie witzig Channing sein kann. Die Leute wissen nur wie…na, ich nenne es mal sexy du bist…

Channing Tatum: [prustet laut los]

Marlon Wayans: Natürlich meine ich das in einer sehr…äh brüderlichen, sehr männlichen Weise.

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"Auch wenn Channing für gewöhnlich den ernsten Lover spielt, kann er auch witzig sein."
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gamona: Ihr habt für drei Teile unterschrieben, dass heißt ihr könnt euch demnächst an Stephen Sommers auslassen und ihn in einen Anzug stecken.

Channing Tatum: Genau. Beim letzten Mal hat’s ja leider nicht geklappt. Wir konnten leider kein Chloroform in Paris finden. Wir haben wirklich gesucht. Wir sind in die nächste Apotheke und fragten: „Entschuldigen sie, was ist die legale Variante von Chloroform?“ Wisst ihr, wir wollten ihn nicht in die Bewusstlosigkeit würgen, das kann schmerzhaft sein.

Marlon Wayans: Aber jetzt wo wir die Szene in Paris gesehen haben, muss ich sagen: Es war die Schufterei wert.

gamona: Das war auch unsere Lieblingsszene – wir konnten den Eifelturm noch nie leiden und waren bei dessen Sprengung entsprechend begeistert.

Marlon Wayans: [lacht laut] Ihr seid die ersten, die das in einem Interview zugeben.

Channing Tatum: Wir wollten eigentlich auch die Berliner Mauer sprengen, aber das habt ihr ja schon selbst gemacht.

gamona: Danke für das Gespräch.