Schlaaaand, oh Schlaaaand!!! Brutzelndes Grillfleisch, ein kühles Bier und laute Fan-Gesänge begleiten wie jedes Mal die Fußball Weltmeisterschaft. Um die WM kommt man nicht herum, egal ob in der Werbung, beim Einkaufen, in den Straßen oder beim Nachbarn im Fenster. Und da jegliche Gegenwehr sinnlos ist, schließen wir uns dem WM-Wahn einfach mal an.

Zumindest für dieses kleine Kino-Special. Die Vorrundenspiele sind in vollem Gange, jeden Tag darf sich der begeisterte Fußballfan auf mehrere Spiele freuen und seinen Lieblingsmannschaften die Daumen drücken. Wer neben den alltäglichen Rasenschlachten noch nicht genug vom Volkssport #1 bekommt, dem könnte das Herz bei den folgenden Filmen höher schlagen.

Fußball-Weltmeisterschaft 2014 - König Fußball regiert die (Kino-) Welt

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König Fußball regiert die Welt - Oft auch in den Kinosälen.
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Denn Fußball wird nicht nur auf dem Platz ausgetragen, sondern gern auch vor der Kamera. In verschiedensten Formen, für ganz unterschiedliche Zielgruppen und in diversen Genres. Da gibt es Dokumentarfilme, Dramen, Kinderfilme, Ruhrpott-Gaudis, die klassischen Sportfilme und ja, sogar Fußballfilme speziell für Frauen.

Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten

Fangen wir mal sachte mit den Dokumentarfilmen an, von denen es jede Menge gibt. „The Game of Their Lives“ aus Großbritannien, „The Forbidden Team“ aus Dänemark“, „Das Spiel ohne Ball“, „Die Todeself“ und „Fußballgöttinnen“ aus Deutschland zum Beispiel. Doch der hierzulande bekannteste Dokumentarfilm zum Thema Fußball ist wohl „Deutschland. Ein Sommermärchen“ von Erfolgsregisseur Sönke Wortmann, der mit „Das Wunder von Bern“ schon drei Jahre zuvor einen epischen Fußballfilm lieferte.

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Sollte jeder Fußballfan gesehen haben: "Deutschland - Ein Sommermärchen".
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Der Dokumentarfilm, der hinter die Kulissen der deutschen Nationalmannschaft blickt und sie vor und während der WM 2006 begleitet, war eigentlich als Fernsehproduktion geplant. Doch aufgrund der im besagten Jahr vorherrschenden Fußballeuphorie im eigenen Land, das 2006 Austragungsort der WM war, entwickelte sich das Projekt rasch zum Kinofilm.

Deutschland wurde dritter, Salto-Meister Miroslav Klose Torschützenkönig und „Deutschland. Ein Sommermärchen“ ein voller Erfolg: auf Anhieb Platz 1 der deutschen Kinocharts, erfolgreichster Dokumentarfilm an den landesweiten Kinokassen, später Platz 1 der DVD-Charts und Traum-Einschaltquoten im TV. Zumindest Sönke Wortmann machte sein Sommermärchen wahr und veröffentlichte kurzerhand auch noch ein gleichnamiges Taschenbuch als „WM-Tagebuch“, damit der Rubel ordentlich rollen konnte.

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Hooligans und Ruhrpott-Helden

Für letzteres sind natürlich die Fußball-Fans ausschlaggebend. Ohne die geht eben nichts. Egal ob Freudentaumel, lachende oder weinende Gesichter, in Landesfarben geschminkt und von den Kameras im Stadion eingefangen oder grölende, betrunkene Massen, die durch die Innenstädte zum Public Viewing pilgern – um Fußball-Fans kommt man einfach nicht herum.

Darum widmet ihnen auch die Filmindustrie die eine oder andere Geschichte. Sehr bekannt ist zum Beispiel das Drama „Hooligans“, rund um die radikalen Fans aus England mit Hobbit Elijah Wood in der Hauptrolle. Zwar gibt es zum Franchise noch zwei Fortsetzungen, von der Originalbesetzung ist, bis auf einen Darsteller in „Hooligans 2“, jedoch keiner mehr dabei.

Neben dem britischen Spielfilm „The Football Factory“, der auch von Hooligans erzählt, gibt es jedoch auch noch andere Fan-Gruppierungen, über die man gerne berichtet. So ein Fall ist zum Beispiel die deutsche Komödie „Fußball ist unser Leben“ aus dem Jahr 1999 mit Uwe Ochsenknecht und Ruhrpott-Urgestein Ralf Richter.

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Elijah Wood in "Hooligans".
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Die Komödie passt vom Stil her wunderbar zur Unna-Trilogie von Peter Thorwarth, denn auch in Tomy Wigands Fußballfilm spielen Ruhrpott-Proleten die Hauptrolle. Ganz klar, dass da Ralle Richter mit von der Partie sein muss. Der Protagonist wird aber von Uwe Ochsenknecht verkörpert: Der Gelsenkirchener Hans Pollak (Ochsenknecht) lebt für den FC Schalke 04 – zum Leidwesen seiner Frau Hilde, die gerade ihr zweites Kind zur Welt bringt.

Dass Hans im Affekt sein Haus auf ein Tor des Schalkers Pablo Antonio „Dios“ Di Ospeo verwettet, ist aber erst der Anfang der Katastrophe. Für Gelsenkirchener und Schalke-Fans ein absoluter Kult-Film, doch auch Fußballfanatiker anderer Vereine könnten sich darin wiedererkennen.

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Rahn müsste schießen - Rahn schießt - TOOOR! TOOOR!!!

Ebenso im Ruhrgebiet angesiedelt, aber zur Abwechslung mal nicht mit dem Klischee des Pott-Assis spielend, ist „Das Wunder von Bern“. Der bereits weiter oben erwähnte epische Spielfilm von Sönke Wortmann verbindet Fußballfilm mit deutscher Nachkriegsgeschichte. Im Fokus steht der Bergarbeiter Richard (Peter Lohmeyer) aus Essen, der als Soldat an der Front gedient hat und später in sowjetischer Kriegsgefangenschaft lebte.

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Vielleicht einer der schönsten Fußballfilme aller Zeiten: "Das Wunder von Bern".
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Nach über 12 Jahren kommt er als Spätheimkehrer zu seiner Familie zurück und muss lernen, sich wieder in das Familienleben einzugliedern. Besonders schwer fällt die Beziehung mit seinem Sohn Mattes, der während seiner Abwesenheit geboren wurde und den Essener Fußballer Helmut Rahn als Vorbild und Vaterfigur ansieht. Wer sich in der Geschichte der WM ein wenig auskennt, weiß, dass Rahn derjenige war, der 1954 das entscheidende Tor gegen Ungarn und Deutschland somit erstmals zum Weltmeister schoss.

Insofern berichtet Wortmanns Film nicht nur von dem glorreichen Sieg der Deutschen Mannschaft in Bern, sondern auch von den gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen in Nachkriegsdeutschland, wo durch den WM-Sieg eine ungeahnte Welle an Euphorie und Patriotismus ausgelöst wurde. Ein bisschen deutsche Geschichte also, eine Prise Epos, Sport, Familiendrama und Freundschaft.

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Alles ist gut, solange du wild bist

Um Freundschaft geht es auch bei den „Wilden Kerlen“. Hierbei handelt es sich um eine Spielfilmreihe für Kinder und Jugendliche, die nach der Romanserie „Die Wilden Fußballkerle“ von Joachim Masannek entstand, der die Regie und das Drehbuchschreiben bei seinen Buchverfilmungen selbst in die Hand nahm. Insgesamt gibt es bislang fünf Kinofilme über „Die Wilden Kerle“, die zwischen 2003 und 2008 erschienen und allesamt recht erfolgreich beim Zielpublikum waren.

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Legt euch lieber nicht mit den "Wilden Kerlen" an.
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Das könnte auch daran liegen, dass die Reihe es schaffte, seine Darsteller zu halten. Obwohl die Kids natürlich alle älter wurden, sind sie dem Franchise weitgehend treu geblieben, vor allem die Hauptdarsteller blieben bis zuletzt fast ausnahmslos erhalten. Darunter die Ochsenknecht-Brüder Jimi Blue und Wilson Gonzalez, die mit diesen Filmen ihren Durchbruch hatten. Lediglich im fünften Teil ist der Junge mit den Schlauchbootlippen nicht mehr mit von der Partie.

Und auch der wildeste Kerl von allen, Vanessa (gespielt von Sarah Kim Gries, die nach ihrer Rolle bei den „Wilden Kerlen“ bislang keine großen Erfolge mehr verzeichnen konnte), blieb bis zum Schluss in Originalbesetzung erhalten. Richtig gelesen, zum Team der „Wilden Kerle“ gehört auch ein Mädchen. Obwohl die Jungs dieser Tatsache anfangs skeptisch gegenüberstanden, mussten sie doch schnell akzeptieren, dass Frauen und Fußball doch zueinander passen.

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Schwarz, Rot, Blond – Frauen, Shakespeare und Fußball

Für manche Herren der Schöpfung funktioniert das jedoch nur als „Hömma Püppi, hol noch n Bier! Aber schön ducken, wenne am Fernseher vorbeigehst!“ Dass die deutsche Nationalmannschaft der Frauen unfassbar erfolgreich Fußball spielt, wird dann gerne mal ignoriert. Doch auch vor dem Fernseher interessieren sich Frauen für das Spiel der Spiele. So gibt es etliche Filme, die eher für das weibliche Geschlecht oder einen muckeligen oder heiteren Pärchenabend ausgelegt sind.

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Ach, wie romantisch: "FC Venus".
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Zu diesen gehört eindeutig die deutsche Komödie „FC Venus“, ein Remake des finnischen Filmes „FC Venus – Fußball ist Frauensache“. Die humorige deutsche Neufassung mit Christian Ulmen und Nora Tschirner geistert mit verschiedenen Untertiteln durch die Filmlandschaft.

Etwas eindeutiger hält es die amerikanische Komödie „She’s the Man – Voll mein Typ!“ von Andy Fickman, mit der reizenden Amanda Bynes und Hottie Channing Tatum in den Hauptrollen. Auch dieser Streifen könnte als feshes Remake bezeichnet werden. Allerdings nicht von einem anderen Film, sondern von einem Klassiker: Shakespeares Komödie „Twelfth Night – Was ihr wollt“ durfte als Vorlage herhalten. Nicht nur die Hauptdarsteller wurden nach den Figuren des britischen Großmeisters benannt, auch die Handlung wurde als Verwechslungsgeschichte inszeniert und mit Zitaten aus dem Theaterstück versehen.

Aber es geht hier nicht nur um den cleveren Verweis zu Shakespeares Meisterwerk, sondern auch um Fußball und um Liebe. Violas Mädchenfußballmannschaft wird aufgelöst, bei den Jungs hat sie laut Trainer und ihrem Freund, dem Torwart der Mannschaft, nichts zu suchen. Als ihr Zwillingsbruder Sebastian mit seiner Band für zwei Wochen nach London reist, übernimmt sie als Junge verkleidet seinen Platz im Internat und bewirbt sich dort beim Team der Illyria Preparatory, dessen Kapitän Duke verdammt niedlich ist… Kenner des Shakespeare-Dramas dürften großen Spaß an dieser Interpretation haben.

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Fußball verbindet

Und auch „Kick it like Beckham“ könnte man zu den sogenannten „Frauenfilmen“ zählen. Dieser verbindet die Bereiche Fußball, Liebesgeschichte und Kultur. Der Film handelt von der jungen Jesminder Bhamra, genannt Jess, einer Engländerin mit indischen Wurzeln, deren Eltern um Tradition bemüht sind.

Beim Fußballspielen im Park lernt sie Jules (Keira Knightley) kennen, die sie mit in ihre Mädchenmannschaft nimmt. Dort trifft Jess auf deren Trainer Joe – und fortan ist sie nicht mehr nur an Fußball interessiert. Leider sind Jesminders Eltern mit ihrem neuen Hobby nicht so wirklich einverstanden, weswegen sich Jess immer wieder entscheiden muss: Familie oder Fußball?

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Keira Knightley in "Kick it like Beckham.
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„Kick it like Beckham“ dürfte einer breiten Masse bekannt sein, vor allem, da er in etlichen Englisch-Kursen in der Schule durchgekaut wird. Dazu gibt es sogar eine englischsprachige Schullektüre „Bend It Like Beckham“ von Narinder Dhami, die nach dem Film erschien. Interessant ist auch, dass Jess eigentlich in Jules verliebt sein sollte – aber das war dann wohl doch zu viel.

Was jedoch blieb, ist die Liebe zum Fußball, die alle verbindet. Verschiedene Kulturen, Männer und Frauen, Kinder und ihre Eltern. Auf den Sportplätzen liegen sich nach dem Match die Spieler in den Armen, auf den Tribünen feiern die Fans. Doch auch außerhalb vom Platz verbindet Fußball, zum Beispiel Filme und Zuschauer.

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Der Ball ist rund, der Film animiert

Was im normalen Leben für manche eine wichtige Rolle spielt, darf auch auf der Leinwand nicht fehlen – und so ist die Liste von Fußballfilmen unfassbar lang. Darüber hinaus gibt es natürlich noch Comics, Hörbücher, Zeichentrickfilme und Serien, wie zum Beispiel „Kickers“ oder „Captain Tsubasa“, die auch in Deutschland sehr beliebt sind.

Und die Anzahl an Spielfilmen über dieses Thema wächst stetig, recht neu sind beispielsweise der deutsche Kinder- und Jugendfilm „Teufelskicker“ und die amerikanische RomCom „Kiss the Coach“ mit Gerard Butler und Jessica Biel. Die Auswahl an Filmen rund um Fußball ist, wie man sieht, so vielfältig, dass selbst für die größten Sportmuffel was dabei sein könnte. Wer sich mit dieser Freizeitbeschäftigung allerdings gar nicht anfreunden kann: Augen zu und durch, bald hat auch der WM-Spuk ein Ende – und die Bundesliga geht wieder los.

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