Die deutsche Romantic-Comedy-Königin Diana Amft versteht sich vor allem auf eine Rolle gut: die der tollpatschigen, verliebten Schokoladensüchtigen. So gerät sie mit ihren wohl proportionierten Rundungen von einem Schlamassel ins nächste. Diesmal ist jedoch der Film selbst das größte Missgeschick.
Passend zum Thema ähnelt Frisch gepresst dem Anblick einer Frau in den Wehen: Es schmerzt beim Zusehen und man möchte einfach nur den Saal verlassen.FazitEs gibt Filme, da fragt man sich „Warum? Was hat die Filmemacher dazu bewegt, dieses Werk zu realisieren? Was sahen sie in ihm, das unbedingt erzählt werden musste?“, weil die Antworten darauf nicht klar auf der Hand liegen. Und es gibt Filme, bei denen findet man die Antwort auf diese Fragen nicht einmal. Ein solcher ist „Frisch gepresst“, der zum derzeit beliebten Genre der „Romantic Comedy“ zählt.
Diana Amft übernimmt als Andrea Schnidt die Hauptrolle. Und dabei ähnelt sie stark Dr. Gretchen Haase, ihrer Figur aus der erfolgreichen Comedy-Serie „Doctor’s Diary“. Doch daran ist nicht nur die Spielweise der kessen Blondine schuld, sondern auch ein Teil der Handlungsproblematik.
Andrea ist Single, kinderlos und nicht gerade erfolgreich mit ihrem eigenen Dessous-Laden. Da kommt es höchst gelegen, dass ein Angebot aus Mailand winkt. Höchst ungelegen kommt jedoch das Wiedersehen mit ihrem Jugendschwarm Gregor, der durch eine clevere Erfindung an Reichtum gelangte. Denn nach einem von Peinlichkeiten überschatteten Rendezvous findet sich Andrea am Morgen darauf in Gregors Bett wieder und kann sich an nichts mehr erinnern.
Nicht einmal daran, dass sie bei dem Treffen ihr Portemonnaie verloren hat, das ihr der charmante Rechtsanwalt Chris in die Boutique bringt. Und Dr. Gretchen Haase… ähm… Andrea Schnidt wäre nicht das träumerische Schnidtchen, wenn sie nicht auch prompt mit ihm im Bett landen würde.
Diana Amft in ihrer Standardrolle als süßer TollpatschEin paar Wochen später fühlt sich Andrea ganz eigenartig: Sie hat enorme Stimmungsschwankungen und übergibt sich ständig. Diagnose: Schwangerschaft. Nur, wer ist der Vater? Hat sie doch innerhalb von 24 Stunden mit zwei Männern geschlafen, ohne konsequent auf die Verhütung zu achten. Aber viel wichtiger als die biologische Klärung der Vaterschaft ist die Frage: Wer von beiden wäre der bessere Partner für Andrea?
Über diesen Zwist wurden schon viele Geschichten geschrieben: Zwei gegensätzliche Männer, eine unentschlossene Frau – und fertig ist der Komödienstoff. Doch ganz so unterhaltsam wie bei Bridget Jones oder Doctor’s Diary geht es bei „Frisch gepresst“ leider nicht zu. Dafür sind die Charaktere viel zu eindimensional, das Problem zu schnell gelöst.
Denn von Anfang an fühlt sich das Schnidtchen zu Chris hingezogen, Gregor lehnt sie hingegen aufgrund seiner „Ist mir alles egal“-Einstellung ab. So entwickelt sich auf dieser Handlungsebene auch keinerlei Spannung, ebenso wenig wie im weiteren Verlauf.
Regie: Christine HartmannGenre: KomödieFilmstart:
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