Es ist eine wahre Geschichte, die „Freeheld“ erzählt. Eine, die 2008 durch die gleichnamige mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentation, einem größeren Publikum näher gebracht wurde. Mit der fiktionalisierten Version, die sich nahe an die wahren Ereignisse hält und sehr geradlinig erzählt ist, sollen noch mehr Menschen erreicht werden.

Freeheld - "Hands of Love" TrailerEin weiteres Video

Laurel Hester (Julianne Moore) ist seit mehr als 20 Jahren bei der Polizei von New Jersey. Ihr Privatleben ist praktisch nicht existent, auch und gerade, weil sie verheimlicht, dass sie lesbisch ist, um zu verhindern, im Job diskriminiert zu werden. Doch dann lernt sie die deutlich jüngere Mechanikerin Stacee (Ellen Page) kennen und lieben.

Ein Jahr vergeht und beide ziehen in ein gemeinsames Haus. Der Traum vom gemeinsamen Leben, von Haus, Garten und Hund, von einer schönen Zukunft mündet in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft. Doch das gemeinsame Glück währt nicht lange, denn bei Laurel wird Lungenkrebs im Endstadium festgestellt.

Laurel möchte, dass nach ihrem Tod ihre Pensionsansprüche auf Stacee übergehen, damit diese das gemeinsame Haus halten kann, doch die Behörden, in deren Macht es stünde, das zu genehmigen, verweigern sich diesem Wunsch. Rückhalt bekommt Laurel nur von ihrem Partner Dane (Michael Shannon) – und von dem schwulen Aktivisten Steve Goldstein (Steve Carrell), der alles daran setzt, Laurels letzten Wunsch wahr werden zu lassen.

Freeheld - Ellen Page und Julianne Moore sind ein Liebespaar

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Der Film kommt am 07.04.2016 in die deutschen Kinos.
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Starkes Ensemble

„Freeheld“ wird keine Preise dafür bekommen, dass er besonders innovativ oder überraschend erzählt wäre. Tatsächlich verlässt sich Regisseur Peter Sollett einerseits auf die Kraft der Geschichte selbst, andererseits auf seine beiden Hauptdarstellerinnen, die dem Altersunterschied zum Trotz ein hübsches Pärchen abgeben.

Es ist eine mutige Rolle, die Julianne Moore nach ihrem Oscar-Gewinn für „Still Alice“ angenommen hat. Vor allem, weil sie jemanden spielen muss, dessen Sterben lang und schmerzhaft ist, der aber bis zum Schluss nicht aufgegeben hat, für sein Recht zu kämpfen. Das ist eine starke Figur, der Moore mehr als gerecht wird.

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Ellen Page hat die weniger dankbare Rolle, trägt „Freeheld“ aber auch, ebenso wie die stark besetzten Nebenrollen. Michael Shannon darf den von gerechtem Furor getriebenen Partner spielen, während Steve Carrell einen schwulen, jüdischen Aktivisten zum Besten gibt, der die Behörden drangsaliert. Carrell ist immer dann am besten, wenn er von der reinen Komödie weggeht und inmitten einer ernsthaften Geschichte besteht. Er ist einer jener Komiker, die über die Komik hinausgewachsen sind, aber es verstehen, ihren Figuren durchaus einen humorigen Unterbau zu verleihen, auch und gerade in ernsthaften Stoffen. Das zeigte er kürzlich bei „The Big Short“ und beweist er auch bei „Freeheld“ erneut.

Freeheld - Ellen Page und Julianne Moore sind ein Liebespaar

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Ein gutes Drama mit überzeugendem Ensemble.
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Geradlinig erzählt

Ohne Umschweife erzählt Sollett die Geschichte. Er polstert sie nicht aus, er weicht nicht ab, er bleibt immer zielgerichtet. Das sorgt ein gutes Stück weit dafür, dass „Freeheld“ nicht besonders überraschend daherkommt. Oder anders gesagt: Geschichten dieser Art hat man schon häufig gesehen. Aber „Freeheld“ kann sich natürlich darauf berufen, nahe an den wahren Ereignissen zu bleiben.

Nicht nur deswegen funktioniert das Ganze. Denn „Freeheld“ ist ein emotional durchaus packendes, spannendes Drama, das vor allem auch der tollen schauspielerischen Leistungen gefällt. Der Film ist ein Plädoyer dafür, dass Minderheiten keine Sonderbehandlung erwarten, sondern einfach nur Gleichberechtigung erwarten. Darüber hinaus brilliert der Film in der Darstellung der Beziehung der zwei Frauen, die so wahrhaftig und echt ist, wie Liebe nun mal sein kann und muss. „Freeheld“ zeigt sie als etwas ganz Normales.