Wenn alle Stricke reißen und man nicht weiter weiß, dann lässt man am besten Monster aufeinander los. Das wusste man in den 1940er Jahren auch schon bei den Universal Studios, wo man Dracula, Frankenstein und den Wolfsmenschen (aber nie die Mumie) im Clinch miteinander zeigte.

Frankenstein vs. The Mummy - Official Trailer

Damien Leones Film „Frankestein vs. the Mummy“ kann als eine Hommage an diese schönen Monsterfilme längst vergangener Tage begriffen werden. Nur gibt es einen Schönheitsfehler. Der titelgebende Kampf findet erst zum Ende des Films statt.

Frankenstein vs. The Mummy - Ein Monster trasht selten allein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 3/61/6
Der Film erscheint bei uns am 23.10.2015 auf Blu-ray und DVD.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

An einer medizinischen Universität in New York unterrichtet Dr. Victor Frankenstein, arbeitet jedoch im Geheimen daran, Tote wiederzubeleben. Zu dem Zweck spannt er auch den Hausmeister ein, der nicht zimperlich dabei ist, frische Leichname zu besorgen. Zeitgleich untersucht die Ägyptologin Naihla Khalil die Mumie Usekara, die sie von einer Expedition ins Land der Pyramiden mitgebracht hat.

Auf dem Pharao ruht jedoch ein Fluch. Durch die Unachtsamkeit von Professor Walton erwacht sie wieder zum Leben und ergreift Besitz von dem Wissenschaftler. Die Mumie steht wieder auf. Auch Frankenstein hat Erfolg. Nun laufen zwei Monster herum, die beide dasselbe wollen: Naihla.

Die Kreatur, weil sie Victor zwingen will, ihr Gehirn in einen neuen Körper zu transferieren, und die Mumie, weil sie glaubt, Naihla ist die Wiedergeburt jenes Zauberers, der sie einst verflucht hat.

Frankenstein vs. The Mummy - Ein Monster trasht selten allein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 3/61/6
Mumie und Monster treffen aufeinander ... Irgendwann.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das lange Warten

Wenn die Mumie und Frankensteins Monster endlich mal miteinander kämpfen, sind knapp zwei Stunden vergangen. Und der epische Fight? Etwa zwei Minuten lang. Das ist ein bisschen mager für einen Film, der sich selbstbewusst „Frankenstein vs. the Mummy“ nennt. Leone verrät seinen eigenen Titel, er enthält dem Zuschauer das vor, was er eigentlich sehen will.

Eine Mogelpackung. Der Monster-Kampf kommt spät und ist kurz. Einfach langweilig.Fazit lesen

Stattdessen drangsaliert er ihn mit einer ausgesprochen holprigen narrativen Struktur. Leone, der auch das Drehbuch geschrieben hat, versteht es nicht, beide Handlungsaspekte homogen miteinander zu verbinden. Stattdessen konzentriert er sich erst auf das eine, dann auf das andere Monster und versucht dabei noch, recht uninspiriert eine Liebesgeschichte einzubauen, die absolut erzwungen wirkt. Und das nicht nur, weil zwischen den beiden Hauptdarstellern keinerlei Chemie besteht, sondern weil die schauspielerischen Leistungen auch recht schwachbrüstig sind.

Kürzen ist die Königsdisziplin

Ein B-Film wie dieser sollte nicht mit einer epischen Laufzeit von fast zwei Stunden daherkommen. Man merkt hier schon, dass Leone jemand ist, der keinerlei Input bekommen hat oder ihn nicht zuließ. Als Autor hätte er komprimieren und kürzen müssen. Hier ist einiges an Fett vorhanden, das nicht nur keine Existenzberechtigung hat, sondern auch langweilig daherkommt.

Frankenstein vs. The Mummy - Ein Monster trasht selten allein

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/4Bild 3/61/6
Eine Mogelpackung von Film. Schade.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Dabei wäre hier durchaus mehr drin gewesen, denn in einer Disziplin kann „Frankenstein vs. the Mummy“ durchaus punkten. Die blutigen Effekte sind handgemacht, noch schöner ist aber das Make-up-Design der Mumie und der Kreatur. Hier wurde exzellente und stimmungsvolle Arbeit geleistet, die einfach einen besseren Film verdient hätte.

Heute ist alles besser?

Die Geschichte von Victor Frankenstein in die Moderne zu transportieren, funktioniert nicht wirklich – zumindest hier nicht. Gerade der gotische Chic ist es, der für diese Geschichte so essenziell ist. Im Hier und Heute wirkt es nicht, insbesondere dann, wenn die Inszenierung Schwächen aufweist und der Schauspieler sich zwar müht, aber letztlich nichts hat, mit dem er brillieren könnte.

Auch die Geschichte der Mumie hat ein klassisches Feeling, das in der Moderne nur dann wirklich funktioniert, wenn man ein begnadeter Autor ist, aber das kann man Damien Leone wirklich nicht unterstellen.