Mein Bruder hat einen menschlichen Kopf in seinem Schrank“ – Das sind die ersten Worte, die man den zwölfjährigen Marty sagen hört. Er ist ein einsamer Junge, auf dem alle rumhacken, der aber alle Geheimnisse seiner Familie kennt. So auch das seines älteren Bruders Steve, der regelmäßig Menschen tötet.

Das ist die Ausgangslage von „Found – Mein Bruder ist ein Serienkiller“, der nach einem im Jahr 2004 publizierten Roman produziert wurde. Es ist eine starke Idee, die hier ausgearbeitet wird. Stark genug, um die Low-Budget-Probleme – der Produktion standen nur 8.000 Dollar zur Verfügung – mehrheitlich vergessen zu lassen.

Found - Mein Bruder ist ein Serienkiller - Kopfkino: „Kein Film, den man so schnell vergisst!“

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Der Film erscheint am 09.04.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Marty kennt das Geheimnis seines Bruders, aber er verrät es niemandem. Er mag Steve – vor allem aber den Steve, der er einst war. Und doch, auch dieser neue Bruder, dieser Fremde in Steves Haut, ist so ziemlich der einzige, der sich für Marty interessiert, der versucht, ihm zu helfen, der ihn ermutigt, sich gegen die Kids zu wehren, die ihn hänseln. Und er kümmert sich um eines dieser Kinder.

Marty wiederum ist nur ein Junge, der nicht weiß, wie er mit all dem umgehen soll. Er liebt Horrorfilme, aber er merkt zu spät, dass sein Leben zu einem geworden ist. Die Weichen sind gestellt, aber was wird aus Marty werden? Wird er seinem Bruder nachfolgen? Oder dessen Opfer werden?

Kein Horrorfilm

„Found“ ist kein Horrorfilm, eher ein verstörendes Drama, das vor allem deswegen funktioniert, weil es roh und ehrlich anmutet. Das mangelnde Budget erweist sich da als Vorteil. Alles wirkt echt, bodenständig, unprätentiös – eben nicht wie ein Film. Der in den frühen 1990er Jahren spielende Streifen wirkt tatsächlich alt, wie aus der Zeit gefallen. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte ohne Happyend, ohne die Entwicklung vom Jungen zum Mann, aber dafür mit der Unmittelbarkeit eines Dogma-Werks.

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Martys Bruder hat ... ersthafte Probleme.
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Der Film spielt mit der Frage, ob ein Film Martys Bruder inspiriert hat oder ob dessen Gelüste schon immer in ihm waren, und nur durch den Film „Headless“ ein Ventil fanden. Er gibt keine Antwort, weil es auch keine geben kann. Stattdessen präsentiert er das Umfeld des Killers, ein liebloses Heim, das aber auch nicht einziger Auslöser sein kann. Letzten Endes gibt es keine Erklärung, weder für das Publikum, noch für Marty.

Kein Film, den man so schnell vergisst!Fazit lesen

Wirkungsvoll

„Found“ funktioniert besonders gut, weil er so direkt ist. Ihm geht filmisches Flair ab, er wirkt wie ein Heimvideo. Das geht mit technischen Defiziten einher – im Original sind die Dialoge teilweise etwas dumpf -, hat aber auch die Schwäche, dass nicht jeder Schauspieler in seiner Rolle funktioniert. Die beiden Hauptdarsteller sind exzellent, der Vater ist hingegen ein Totalausfall. Und auch ein paar andere Ensemble-Mitglieder leiern ihren Text herunter.

Das schwächt den Film etwas und zeigt, wo mehr Geld bei der Produktion durchaus von Vorteil gewesen wäre. Die schlechteren Schauspieler sind aber nicht Grund genug, um den Film kollabieren zu lassen. Er ist so stark, dass er über sie hinauswächst. Weil er es versteht, den Zuschauer in die Welt dieses kleinen Jungen hineinzuziehen. Und je schlimmer es in seinem Umfeld wird, desto verstörender ist das auch für das Publikum. Wer mit Empathie gesegnet ist, und diese auf Filme übertragen kann, hat hier eine große Herausforderung vor sich.

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Wie wird diese Geschichte für den kleinen Marty ausgehen?
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Kopflos

Der Film im Film ist eine Hommage an das Slasher-Kino der späten 1970er, nur deutlich derber und sehr viel kranker. „Headless“, so der Titel, ist dabei derart populär geworden, dass der Film sogar unlängst gedreht wurde. Eine interessante Idee, sind es doch die Ausschnitte aus diesem Film, die nicht im Kontrast zu Stevens Taten stehen, sondern diese noch befeuern.

Found - Mein Bruder ist ein Serienkiller - Bilder aus dem Horrorstreifen von Scott Schirmer

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