Originalitätspunkte gibt es für „FPS: First Person Shooter“ auf jeden Fall. Der Film treibt auf die Spitze, was die Verfilmung von „Doom“ seinerzeit nur gelegentlich als Stilmittel nutzte: die Ego-Perspektive des Kämpfers.

First Person Shooter - Official Trailer #1

Das Regie-Duo Andreas Tom und Achim Lützelschwab, der auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählen ihren gesamten Film aus dieser Perspektive. Aber nicht nur das: In den ersten Minuten bekommt man die Exposition via Nachrichten geboten, das aber nicht normal gefilmt, sondern animiert, allerdings auf eine Art, die man nicht state of the art nennen kann. Der Look dieser Szenen erinnert an alte C64- oder Amiga-Games, und das umso mehr, wenn die Hauptfigur sich durch ihre Wohnung bewegt, die Kampfmontur anlegt und dann nach draußen geht.

First Person Shooter - Der ultimative Gamer-Film?

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Der Film erscheint am 17.08.2015 auf Blu-ray und DVD.
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Inhaltlich ist dabei nicht viel geboten. Seit einiger Zeit verwandeln sich die Menschen in Zombies. Das Virus in ihnen will sich verbreiten, kann es das nicht, frisst es den Träger auf. Tote Zombies verschwinden darum auch, mit vielen Pixeln und wie bei Games à la „Doom“ oder „Quake“.

Der Protagonist macht sich auf den Weg, weil er seine Frau Linda vermisst. Er fährt zu einem Krankenhaus, schnappt sich eine Waffe und sucht in dem riesigen Gebäude nach Linda. Dabei trifft er auf allerhand Zombies und muss sich mit den unterschiedlichsten Waffen seiner Haut erwehren.

Level um Level

Schon die ersten Momente stimmen voll auf Game-Feeling ein. Man erlebt mit, wie der Spieler das Game startet, wie es lädt, wie er Einstellungen vornimmt (das Blut soll rot sein) und wie er schließlich loslegt. Nach der Amiga-Hommage-Sequenz gibt es dann einen typischen Ego-Shooter.

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Alles aus der Ego-Perspektive. Aber macht das auch Spaß?
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Man sieht den Protagonisten nur, wenn der Kamerawinkel mal wechselt und man ihn aus dem POV eines anderen – eines Zombies etwa – zu sehen bekommt. Hauptsächlich nimmt man jedoch den Blickwinkel des Protagonisten ein und sieht hauptsächlich dessen Hände. Er wechselt Waffen, er lädt nach, er greift nach Gegenständen, all das ist wie bei gängigen Games gemacht.

Eine interessante Idee, aber es ist so, als würde man jemand anderem beim Spielen zusehen.Fazit lesen

Das ist der durchaus originelle Teil dieses Films, denn einen solchen Ansatz über die volle Laufzeit durchzuhalten, ist nicht gerade leicht. Immerhin gibt es keine nennenswerte Geschichte. Genau das ist aber auch das Problem.

Wie eine Game-Session

Man hat den Eindruck, als würde man einem Kumpel dabei zusehen, wie er „Quake“ oder ähnliches zockt. Das ist zwei, drei Minuten ganz unterhaltsam, verliert dann aber an Reiz. Weil es schlicht und ergreifend langweilig ist. Genau dieses Problem hat „FPS: First Person Shooter“. Über die volle Laufzeit ist das Stilmittel einfach ermüdend, weil sich nichts tut, abgesehen von ein paar Actionszenen, die aber auch ständig gleich ablaufen und damit vorhersehbar sind.

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Kein wirklich guter Film.
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Gute Sprüche

Der Film wurde in Englisch gedreht – was nicht weiter schwer ist. Man sieht praktisch eh nie jemanden reden. Der Vorteil dabei ist, dass die zahlreichen Filmzitate mehr wirken. Im Deutschen ist es nicht immer adäquat übersetzt, häufig kann man nur noch erahnen, welchem Film hier Dialog-Reverenz erwiesen wird.

Immerhin ist das aber ein gutes Element von „FPS: First Person Shooter“, denn abseits davon tut sich nicht viel. Zumal einige der Effekte auch nicht gerade atemberaubend gut aussehen. Aber das mag auch gewollt sein, wenn man sich vor Augen führt, wie die Zombies in einem Wust von Pixeln langsam vergehen.