Das Pornogewerbe hat schon seit einiger Zeit das Format der Parodie gefunden, um bekannte Stoffe und Figuren aufgreifen zu können, aber an Urheberrechtsverletzungen vorbeizuschrammen. Das parodistische Element sind dabei keinerlei Humor, sondern zumeist einfallslose Sex-Einlagen.

Fifty Shades of Grey: A XXX Adaptation - Official Trailer

Das gibt es mit „Star Wars“, „Avatar“, verschiedenen Superhelden und sogar den Simpsons, aber wie einen Porno parodieren? Denn das ist der Ansatz von „Fifty Shades of Grey: A XXX Adaptation“. Für die Produzenten schien es eine unglaublich gute Idee, aber man hat nicht damit gerechnet, dass Universal klagen würde.

Die Begründung war klar: Eine Pornogeschichte kann man nicht mit Porno-Einlagen parodieren, selbst wenn diese hier Hardcore und im teuren Studioprodukt nur Softcore sind. Das Ergebnis war, dass der Vertrieb des Films untersagt wurde. Das gilt auch für ausländische Versionen, denn unter dem Titel „Die Farben Grau“ sollte der Film auch bei einem deutschen Verleiher erscheinen. Der hatte wiederum seinerseits schon Schwierigkeiten mit dem deutschen Buch-Verlag, da der Titel zu nahe am Original war.

Fifty Shades of Grey: A XXX Adaptation - Der Film, den ihr niemals sehen werdet

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Die Darsteller des Films sind auch schon ganz gelangweilt...
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Herausgekommen ist die Softcore-Version des Films, die man hierzulande auf den Markt bringen wollte, nie. Aber ein paar Presse-DVDs wurden rausgeschickt, so dass der Film in Augenschein genommen werden kann. Das haben wir getan. Die Kurzfassung: Ihr habt nichts verpasst!

Der Red Room kommt früh

Es dauert nur zwölf Minuten, bis Christian Grey die junge Anastacia Steele in seinen Red Room führt. Das ist deutlich ökonomischer als im Studiofilm, wo man lange darauf warten muss. Vorteil des Studiofilms ist hingegen, dass die Schauspieler dann doch deutlich besser sind. Die Pornomimen Allie Haze und Ryan Driller, die die Hauptrollen spielen, sind nicht gerade begabt – außer wohl bei den Szenen, auf die es ankommt.

Packshot zu Fifty Shades of Grey: A XXX AdaptationFifty Shades of Grey: A XXX Adaptation

Da hier für internationale Releases aber auch gleich Softversionen gedreht wurden, gibt es nicht wirklich viel zu sehen.

Am Interessantesten ist der Vergleich, wie ein großes Hollywood-Studio und eine billige Porno-Klitsche einen Porno-Stoff angehen.Fazit lesen

Die Inszenierung sowohl der Spiel als auch der Sexszenen ist pornotypisch. Das heißt: Großaufnahmen, statische Positionen, ein totaler Videolook. Schön sieht der Film nun wirklich nicht aus.

Fifty Shades of Grey: A XXX Adaptation - Der Film, den ihr niemals sehen werdet

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Solch wunderbare Szenen bleiben uns dann wohl erspart.
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Zu sehen bekommt man da durchaus mehr als bei dem Studiofilm, aber ist das wirklich toll? Christian Greys Backstory wird mit entsprechenden S/M-Szenen ausgeführt, der Fetisch-Aspekt ist hier aber schon sehr ausgeprägt. Wer nicht auf Lack steht, wird wohl jedoch nicht allzu viel davon haben.

Langer Film

Mit einer Laufzeit von 107 Minuten ist diese Version deutlich kürzer als der große Film. Die Hardcore-Version würde noch länger laufen, diese 107 Minuten wirken aber schon ausgesprochen lange – länger als die echte Adaption des Romans, die wenigstens einen hübsch anzusehenden Look hat.

Im Großen und Ganzen hält sich die Porno-Version nahe an die Romanvorlage. Rechtlich ist er damit extrem problematisch, inhaltlich zumindest interessant. Denn diese Billigversion im Schmuddellook fängt im Grunde gut ein, was den Roman ausmacht. Die Porno-Sequenzen, obwohl in dieser Version natürlich gezähmt, dauern jedoch viel zu lang, sind phantasielos und schlichtweg langweilig.