Jason Segel und Nicholas Stoller zäumen das Pferd diesmal von hinten auf. Haben sie bei „Nie wieder Sex mit der Ex“ noch untersucht, wie das Ende einer Beziehung aussehen kann, so ist es hier zwar nicht der Anfang, wohl aber ein scheinbar ewiglicher Weg hin zum Traualtar. Im Mittelpunkt steht ein Pärchen, das über Jahre hinweg verlobt ist, ohne dass nennenswerte Anstalten unternommen werden, endlich zu heiraten.
Gute Grundidee, aber der Film leidet darunter, dass er mal zu ernsthaft, mal zu komisch sein will. Zudem ist der Erzählfluss nicht geradlinig genug.FazitEin Jahr, nachdem sie sich auf einer Silvester-Party kennen gelernt haben, macht Tom (Jason Segel) seiner Freundin Violet (Emily Blunt) einen Heiratsantrag. Schon bald wird die Verlobung gefeiert, doch die Hochzeit lässt auf sich warten. Tatsächlich heiraten Toms Kumpel Alex und Violets Schwester Suzie, die sich auf der Verlobungsfeier erst kennen gelernt haben, noch schneller.
Violet erhält ein Job-Angebot in Michigan, das ihr sehr wichtig ist. Tom hat als erfolgreicher Koch in San Francisco eigentlich andere Pläne, aber er beschließt, mit seiner Freundin nach Michigan zu gehen, wobei der Plan vorsieht, nach zwei Jahren nach Hause zurückzukehren.
Doch während Violets Karriere in die Gänge kommt, ist Tom unglücklich. Er hasst das Kaff, in dem sie leben, ihm missfällt seine Arbeit, er stellt in Frage, ob sie jemals heiraten werden. So geht es auch anderen, denn die Jahre vergehen, die Verlobung bleibt bestehen, die Großeltern scheiden dahin, aber nichts tut sich.
Und so fragen sich die zwei, nicht aber der Zuschauer, ob sie wohl perfekt füreinander sind und jemals heiraten werden. Doch dabei lassen sie eines aus den Augen: Nichts ist jemals perfekt, aber das Leben findet immer einen Weg…
Jason Segel und Emily Blunt: Verliebt, verlobt... verheiratet?Segel und Stoller erklärten in einem Interview, dass sie für dieses Drehbuch erst reifen mussten, dass sie ein größeres Verständnis für sich, aber auch für Frauen aufbringen mussten und dass sie nicht in der Lage gewesen wären, dieses Skript vor mehreren Jahren zu schreiben.
Man merkt dem Film an, dass der Geburtsprozess nicht der Leichteste war. Das Autoren-Duo hat sich einer Geschichte angenommen, die eigentlich eher der Stoff für ein Drama denn für eine lockere romantische Komödie ist. Dennoch versuchen sie, ernste Momente zu erzeugen, wollen zugleich aber auch eine brüllendkomische Komödie erschaffen. Am Ende ist „Fast verheiratet“ weder Fisch noch Fleisch.
Es gibt Momente überdrehter Komik, die für sich genommen, amüsant sind, aber im Kontrast zur Ernsthaftigkeit der Geschichte wie ein Fremdkörper wirken. Da sie vollkommen irreal erscheinen, so etwa der Wissenschaftler mit seinen Masturbationsthesen oder sein Kollege, der mit Blut und Hühnerfedern einem Probanden einen Schreck einjagen will. Und ja, besonders auch, als Segels Figur seine Wikinger-Phase hat.
Regie: Nicholas StollerGenre: KomödieFilmstart:
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Genau so habe ich den Film auch empfunden.