Die Wahrheit hinter Far Cry - Teil zwei: Nachdem uns Til Schweiger bereits Rede und Antwort stand, konnten wir uns nun mit Ralf Möller und Udo Kier über ihre Rollen, Uwe Boll und deutsche Actionfilme unterhalten. Sowohl Möller, der bereits in Ridley Scotts "Gladiator" zu sehen war als auch Udo Kier, der seit Jahren eine feste Größe im amerikanischen Blockbuster-Kino ist, zeigten sich äußerst gesprächig und vor allem ehrlich.

Far Cry - Trailer

gamona: Haben sie schon mal „Far Cry“ gespielt?

Ralf Möller: Nein, leider nicht. Ich habe davon gehört, es war ja sehr erfolgreich. Ich wusste auch, dass Far Cry in den Tropen spielt und dachte damals „Super, es geht nach Hawaii“. Und nun haben wir ja in Kanada gedreht – in Vancouver ist es ja auch ganz schön *lacht*

gamona: Was war für sie der Anlass, die Rolle anzunehmen und wie haben sie sich auf die Rolle vorbereitet?

Far Cry - Nachgehakt: Ralf Möller und Udo Kier stellen sich zum Interview

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Möller spielt in Far Cry den Gensoldaten Max.
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Ralf Möller: Das Drehbuch hatte Ähnlichkeiten mit Universal Soldier, damals von 92. Genmanipulation und SuperPower sind ja immer ein gewisses Thema. Und da ich von der Fitness nicht sehr viel eingebüßt habe - ich bin jetzt zwar ein bisschen schlanker und leichter, keine 130 Kilo mehr wiege, sondern nur noch 120 – musste ich mich auch nicht großartig vorbereiten. Ich denke, man sollte immer fit sein, egal was man beim Film spielt. Die Tage sind lang und gerade beim Actionfilm wird physisch so einiges verlangt und da kann Fitness nie schaden.

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gamona: Das Far Cry-Videospiel steht in Deutschland als Ego-Shooter ja unter heftiger Kritik. Wie stehen sie denn zum Thema Killerspiele?

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"Ich halte es für falsch, Videospiele als Grund für Gewalttaten zu bezeichnen."
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Ralf Möller: Also ich würde Videospiele oder Actionfilme nicht dafür verantwortlich machen, wenn irgendwo eine Gewalttat verübt wird. Das ist immer einfach zu sagen. Als die ersten Spiele vor 20 Jahren erschienen sind, ist auch niemand auf die Straße gegangen und hat wild um sich geschossen. Ich sehe die Verantwortung eher bei Familien und Politikern. Zuhause sollte mehr diskutiert, gesprochen, gegessen werden, gemeinsam an einem Tisch, um im Bilde darüber zu bleiben, was die Kinder eigentlich machen.

gamona: Wie halten sie es privat – dürfen ihre Kinder auch Games spielen?

Ralf Möller: Ich habe eine Tochter, die im Dezember 19 wird. Aber die interessiert sich als Mädchen natürlich für andere Sachen. Mode, Architektur – als Mädchen gibt es ja da andere Prioritäten. Und ich selbst habe mit der aktuellsten Technik nun auch nicht so viel am Hut. Mein derzeitiges Handy ist zum Beispiel gute acht Jahre alt. Das nutze ich nur für die nötigsten Dinge.

Uwe Boll oder Shakespeare

gamona: Far Cry ist ein Uwe Boll-Film, der wiederum für seine extravaganten Werke bekannt ist. Was war für sie ausschlaggebend darin mitzuwirken.

Ralf Möller: Ausschlaggebend war, dass Far Cry ein cooles Budget hatte. Zudem hatte ich die Möglichkeit mit Til und Uwe, die ich seit Jahren kenne, zusammen zu arbeiten. Und mit Uwe hatte ich schon zwei, drei Sachen gemacht. Far Cry beinhaltet außerdem einige Dinge, die mich an die Actionfilme der 80er Jahre erinnern. Ohne CGI-Effekte, wo ein Auto wirklich noch die Klippe hinabstürzt und in Flammen aufgeht, wo die Stunts noch echt sind. Und das wichtigste – Vancouver ist nur zwei Stunden von dem Land entfernt, in dem ich wohne *lacht*

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"Das wir nicht Shakespeare verfilmen, war klar."
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gamona: Also hatten sie keine Bedenken im Vorfeld wegen Uwe Boll oder des Themas?

Ralf Möller: Nein, also das wir nicht Shakespeare verfilmen war klar. Das ist ein Film, der – wenn er gelingt – unterhaltsam sein kann. Manchmal muss man eben ins kalte Wasser springen und die Sachen halt machen. Man kann einen Film nur selten voraussagen – teure Filme können floppen, billige Filme können erfolgreich werden. Ich möchte mir nicht durch Vorurteile die Chance nehmen, einen guten Film zu machen. Ich weiß, Uwe ist umstritten. Aber er hat mit Oscar-Gewinnern wie Ben Kingsley gearbeitet. Wichtig ist, dass man es auch macht – nicht nur erzählt – sondern dass man es macht. Postal z.B. hatte auch ganz starke Ansätze.

gamona: Sie haben das große Budget von Far Cry angesprochen. Dennoch haben wir uns während des Filmes die ganze Zeit gefragt, warum das Ganze so „deutsch“ aussieht.

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"Man darf Far Cry einfach nicht mit Stirb Langsam vergleichen."
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Ralf Möller: Far Cry kann man natürlich nicht mit Stirb Langsam vergleichen. Es liegt halt einfach auch an den Geschichten, am Skript. Ich bin davon ausgegangen, dass Far Cry mit einem Augenzwinkern auf das Kino der 80er blickt. Das hätte man noch ein bisschen herausarbeiten können. Zwar passt es zum Thema - Manipulation des Menschen und Gentechnik – aber all zu ernst sollte man so einen Film nicht nehmen. Es gibt aber auch Deutsche, die fantastische Actionfilme drehen, Emmerich oder Petersen zum Beispiel. Aber die verfügen auch über riesige Budgets.

Extreme Gewalt

gamona: Glauben sie dass Quentin Tarantinos neues Projekt „Inglorious Bastards“, in denen ja einige Deutsche wie Daniel Brühl und Til Schweiger mitwirken, dem Selbstvertrauen des heimischen Kinos ein bisschen auf die Sprünge helfen könnte?

Ralf Möller: Na klar, und das ist ja nur ein Film. Tom Cruise dreht ja derzeit auch Stauffenberg mit großer deutscher Beteiligung. Tarantino ist sowieso speziell. Der hält sich natürlich nicht an die Gegebenheiten der Historie. Soviel ich weiß, stirbt Hitler in seinem Film im Kino. Und für die Schauspieler, also Daniel oder Til, ist das natürlich eine Riesensache. Die sagen sich „Wow, ich kann mit Tarantino und Brad Pitt arbeiten, also riskieren wir das mal.“ Die Amerikaner kommen auch sehr gerne nach Deutschland – die lieben Berlin.

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"Extreme Horrorfilme gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfilmen - aber sie finden halt ihr Publikum."
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gamona: Wechseln wir zu einem anderen Film: Til Schweiger verriet uns, dass er sich „Seed“, den sie zusammen mit Uwe Boll gedreht haben, keine zehn Minuten ansehen konnte, weil er so unfassbar brutal war. Was denken sie über diese Gewaltwelle im aktuellen Horrorkino?

Ralf Möller: Also gut, wenn ich mir „Hostel“ oder „Saw“ ansehe – das sind auch keine Filme für sensible Gemüter. Aber das waren wahnsinnige Renner in den USA, gehören aber auch nicht unbedingt zu meinen „favorite movies“. Aber auch dieses Genre wird eben bedient. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mit den Anfangsszenen in „Seed“ (Anm. d. Red.: Die ersten Minuten zeigt der Film einige Aufnahmen der Tierschutzorganisation PETA, in denen lebendigen Tieren die Haut vom Körper gezogen wird) nicht einverstanden bin. Uwe wollte damit jedoch erklären, wie krank der Mensch bzw. der Mörder Seed eigentlich ist. Für mich war es einfach interessant, einen Gefängnisdirektor zu spielen.

Die Gesellschaft verroht

gamona: Filme wie „Saw“ zählen tatsächlich zu den großen Hits derzeit. Haben sie manchmal das Gefühl, die Gesellschaft verroht, angesichts dieser Entwicklungen?

Ralf Möller: Nochmals: In den Familien sollte Aufklärung das oberste Gebot sein. Kinder müssen den Unterschied zwischen gut und böse kennen. Aber zu sagen, jeder der Saw mehr als zweimal gesehen hat, zerstückelt nach dem Kinobesuch wahllos Menschen, halte ich für überzogen. Allerdings finde ich, dass man sich solche Filme oder auch sehr gewalttätige Videospiele nur in Maßen zuführen sollte. So etwas ständig zu konsumieren, kann auch nicht gut für die Seele sein.

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"Filme wie Saw sind harmlos - solange in den Familien ausreichend aufgeklärt wird."
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gamona: Wie würden sie die Arbeit an einem Film wie Far Cry mit der Arbeit an z.B. Gladiator oder Scorpion King vergleichen?

Ralf Möller: Das kann man nicht. Allein schon, weil die Budgets ja sehr unterschiedlich sind. Gladiator war ein Monumentalfilm, Far Cry ist dagegen ein sehr viel kleinerer Actionstreifen. Doch auch wenn die Finanzmittel mal nicht in 100 Mio.-Regionen tendieren, sagt man sich dann, man probiert es einfach aus. Auch ein kostengünstiger Film, kann ein Hit werden und Qualität zeigen.

gamona: Wünschen sie sich manchmal eine komplett andere Rolle, etwas dramatischeres zum Beispiel?

Ralf Möller: Ja natürlich, ich habe solche Sachen auch schon gemacht. „Max & Grace“ zum Beispiel – mit dem sind wir damals über die kleinen Festivals getingelt. Darin geht es um zwei junge Menschen, die sich umbringen wollen. In einer Psychiatrie treffen sie sich und verlieben sich. Und durch diese Liebe keimt dann der Glaube an das Leben wieder in ihnen auf. Also es gibt schon tolle Themen – aber es muss auch ein Publikum geben, das mich in solchen Rollen sehen möchte. In den Filmstudios sitzen hohe Marketing-Leute, die sich sagen „Mensch, wir würden das gerne machen, aber können wir es auch vermarkten?“. Geld spielt bei solchen Entscheidungen eben eine große Rolle.

Udo Kier im Interview

gamona: Haben sie sich nach der Lektüre des Far Cry-Drehbuchs nicht gedacht „Oh nein, schon wieder der Böse“?

Udo Kier: Nein, es macht mir Spaß das Böse zu spielen, weil ich gar nicht böse bin. Privat bin ich ja genau das Gegenteil. Ich koche für Freunde, pflanze Bäume, rette Hunden das Leben oder rieche minutenlang an den Tomaten in meinem Garten. Für mich ist es immer ein Spaß, den Bösen zu spielen – Fieslinge haben es im Film immer leichter, weil man als Schauspieler diese Rollen selbst gestalten kann. Man überlegt sich ja, was man tun kann, was noch keiner gemacht hat als Bösewicht: Zerquetscht man z.B. in Nahaufnahme eine Fliege, damit jedem schlecht wird oder ähnliches.

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"Ich habe noch nie ein Videospiel gesehen, obwohl ich schon in zweien mitgespielt habe."
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gamona: Haben sie sich ein paar Manierismen von Dr. Krieger aus dem Far Cry-Videospiel abgeschaut?

Udo Kier: Ich habe noch nie ein Videospiel gesehen, noch nie eines gespielt. Und das, obwohl ich selbst schon zwei bekannte Games gemacht habe – für Command & Conquer: Alarmstufe Rot 2 und das dazugehörige Addon Yuris Rache stand ich in Las Vegas vor der Kamera. Ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, wie solche Spiele funktionieren. Ich weiß noch nicht mal wie man eine Textmessage verschickt, obwohl ich ein modernes Handy habe. Ich lese die auch nicht. Freunde von mir meinten vor kurzem zu mir: „Du hast da ja noch Nachrichten auf dem Handy, die drei Jahre alt sind.“ Also, ich bin technisch nicht ganz so gewandt – aber das muss ja auch nicht sein.

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"Ich spiele gern den Bösen - denn privat bin ich das genaue Gegenteil."
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gamona: Wie denken sie denn über Videospielverfilmungen: Ist es sinnvoll ein Computerspiel als Grundlage für einen Kinostreifen zu verwenden?

Udo Kier: Ich kann mir vorstellen, dass so etwas für einen Drehbuchautor einfacher umzusetzen ist. Er kann sich ja schließlich auf eine bereits vollständig ausgearbeitete Vorlage stützen – im Falle von Comics oder Videogames sogar Vorlagen, die Bild für Bild existieren. Im Grunde ist diese Entwicklung doch super: Man kann die tollen Bilder eines Comics oder Games genauso auf die Leinwand bringen und deren großartige Geschichten neu erzählen.

Von Bloodrayne zu Far Cry

gamona: Gab es eigentlich gar keine Bedenken vor der Zusammenarbeit mit Uwe Boll? Sein Ruf ist ja nun nicht der Beste.

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"Bei Bloodrayne war es einfach toll, dass ich einmal nicht der Böse bin."
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Udo Kier: Es war ja nicht der erste Film mit Uwe, in Bloodrayne hatte ich ja auch bereits eine Rolle. Zu allererst frage ich aber immer: „Wer spielt mit?“ Und wenn man mir dann antwortet „Ben Kingsley, Geraldine Chaplin, Michael Madsen“ ist meine Entscheidung schon gefallen. Für mich ist es eine wahre Freude mit derartigen Schauspielern zusammen zu arbeiten. Danach lese ich das Buch und bei Bloodrayne war es einfach toll, dass ich mal nicht der Böse bin. Bei „Far Cry“ kannten Uwe und ich uns ja schon – er hat mich einfach angerufen, sagte „Hey, ich mache diesen Film mit Til Schweiger“ und da ich Til bzw. Ralf schon lange kenne und mir die Rolle des Fieslings gefiel, habe ich zugesagt.

gamona: Wie sind sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Udo Kier: Ich muss gestehen, ich habe den Film noch nicht gesehen. Mit Ausnahme der Szenen, in denen ich zu sehen bin, da ich meine Rolle ja nachsynchronisieren musste. Und wenn ich von diesen kurzen Eindrücken ausgehe, sieht „Far Cry“ für mich eigentlich ganz gut aus. Til meinte zu mir, Far Cry wäre ein B-Movie. Ich muss allerdings sagen, ich habe noch nie in einem Film mitgewirkt, von dem ich schon vorher gesagt hätte, es wäre ein B-Movie. Ich mache auch kein Trash. Trash heißt Abfall. Das dies kein Lars von Trier-Film ist, war mir klar. Aber nach all den Jahren im Filmgeschäft habe ich das Glück, niemandem mehr etwas beweisen zu müssen.

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"Til sagt, Far Cry wäre ein Trashfilm. In solchen Filmen spiele ich aber nicht mit."
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gamona: Gibt es Rollen die sie niemals spielen würden?

Udo Kier: Ich habe mich jahrelang geweigert einen Nazi zu spielen. Ich habe zweimal Hitler gespielt – mit Schlingensief und in London als alte Frau. Und für den Tarantino-Film „Grindhouse“ habe ich mit Rob Zombie einen Fake-Trailer gedreht, wo ich den Nazi spiele. Aber das waren alles Komödien. Ich finde es einfach einfallslos, ständig Deutsche als Nazis zu besetzen. Ich würde auch keine extremen Rollen machen, die mich körperlich in Gefahr bringen.

Kunst oder Kommerz?

gamona: Sie würden sich also nicht von Vorurteilen oder allgemeinen Stimmungen von der Wahl eines Filmes abbringen lassen?

Udo Kier: Bei manchen Filmen ist es doch egal, was du machst. Film ist doch eine Sprache, eine Kunstform. Es gibt so wunderbare Filme, die in die Geschichte eingehen von Chabrol oder Hitchcock. Dann gibt es kommerzielle Filme, die in die Geschichte eingehen – Filme wie Armageddon, End of Days oder Blade, die immer wieder laufen werden. Und das sind genau solche kommerziellen Filme wie Uwe Boll sie macht. Ich glaube nicht, dass Uwe Boll von sich behaupten würde, dass er ein guter Regisseur ist oder Anspruch auf irgendwelche Filmpreise erhebt und Kunst machen möchte. Er macht seine Filme und die sollen Spaß machen. Ich finde es toll, dass es Leute wie ihn gibt, die das Medium Film bedienen. Zudem kann er sich ja einen Traum erfüllen und mit Schauspielern wie Ben Kingsley arbeiten.

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"Film ist eine Kunstform. Kommerzielle Sachen wie Blade wird es immer geben."
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gamona: Far Cry wurde ja in englischer Sprache gedreht, später dann aber von den deutschen Schauspielern nachsynchronisiert. Glauben sie, dass der deutsche Film in englischer Sprache erfolgreicher wäre?

Udo Kier: Ja sicher. Ein guter deutscher Film wie zum Beispiel „Das Experiment“ mit Moritz Bleibtreu wäre in englischer Sprache bestimmt ein Welterfolg geworden. Deshalb werden auch so viele Remakes gedreht: Hollywood hat erkannt, dass über dem großen Teich geniale Stoffe warten und um die auch im eigenen Land erfolgreich unter die Leute zu bringen, machen die Amerikaner sie einfach noch mal. Aber so ergeht es dort nicht nur deutschen Filmen. Die Franzosen, Italiener oder Spanier haben alle dasselbe Problem. Da die Amerikaner ausländische Filme nicht synchronisieren, kommen die da mit Untertiteln ins Kino – und das mögen die amerikanischen Zuschauer einfach nicht.