Alle Jahre wieder steht ab Mitte August das Fantasy Filmfest vor der Tür und wird auch 2010 für spitze Schreie sorgen – unter anderem wegen der Erhöhung der Ticketpreise auf schlichtweg unverschämte 9 Euro. In Anbetracht bezahlbarer DVDs und vieler, vieler Titel, die bis Ende des Jahres eine reguläre deutsche Veröffentlichung erfahren werden, dürfte es diesmal vor allem für Fragezeichen-Kandidaten eng werden.
Wo man früher noch ab und zu einfach sein Glück probierte, lässt man’s heute besser mal sein und verpasst so maximal einen echten Geheimtipp, der ein paar Wochen später die örtliche Videothek bevölkert.
Wie schon letztes Jahr soll es aber auch dieses Jahr bei der Vorschau auf das Fantasy Filmfest nicht um die Wackelkandidaten, sondern lieber die strammen Hits gehen. Das Programm weist erneut etliche Highlights auf, die selbst Abzocker-Tickets rechtfertigen und dann hoffentlich mit einem Publikum goutiert werden können, das nicht jeden Blutspritzer in frenetischem Jubel ertränkt.
Die Rucksack- und Stullen-Fraktion schafft anscheinend nicht die Unterscheidung zwischen Fun Splatter und wirklich grimmiger Gewalt, was auch dieses Jahr wieder z.B. bei „Enter the void“ oder „The killer inside me“ für kochendes Kopfschütteln sorgen wird.
District 9 war letztes Jahr der Hit auf dem Fantasy Filmfest.Je länger man das Fantasy Filmfest besucht, desto zwiespältiger begegnet man der Veranstaltung, und trotzdem ist man natürlich jedes Jahr wieder zur Stelle. 2010 fällt auf, dass erneut ein erfreulich breites Spektrum an Filmen und Genres aufgefahren wird und dabei kaum klare Verlierer auszumachen sind. Das Festival ist bei den Verleihern absolut angekommen und dient gerne als Werbeplattform, wobei allerdings ebenfalls auffällt, dass diverse ganz harte Brocken, wie z.B. das „Muttertag“-Remake oder der bereits jetzt berüchtigte „A Serbian film“, nicht laufen werden.
Der Mainstream fordert seinen Tribut, genauso wie auch der teilweise kuriose Geschmack der Veranstalter für Schluckauf sorgt: Die Zombie-Gülle „La Meute“ als Eröffnungsfilm z.B.? Seit „Carriers“, der letztjährigen Schlafmütze, ist anscheinend dem Gewehrlauf das Zielwasser ausgegangen.
Die Liste der Fragezeichen setzt sich noch munter fort und umfasst z.B. die besondere Hervorhebung von Hideo Nakatas „Chatroom“, die Positionierung von „Rubber“ als Abschlussfilm oder das „Director’s Spotlight“ für Gregg Arakis furzlangweiligen „Kaboom“, doch das ist ja alles nichts Neues mehr. Wirklich wichtig sind eigentlich nur die großen Hits und um die soll es im Folgenden auch gehen. Hat Mutti eigentlich schon das Argento-Shirt gebügelt? Nur noch wenige Wochen schlafen, dann steht endlich wieder der finstere Sensenmann vor der Tür.
Der Hit des Festivals
Monsters (USA, 2010)
Regie: Gareth Edwards
Darsteller: Scoot McNairy, Whitney Able
Letztes Jahr hieß der Hit des Festivals „District 9“... und dieses Jahr geht die Gewinner-Trophäe an „Monsters“, der tatsächlich eine nicht ganz unähnliche Richtung einschlägt. Es geht erneut um Monster, die auf der Erde mit Menschen zusammenrauschen, der Fake-Dokustil erinnert schon wieder an „Cloverfield“ und, hier beginnt die Eigenständigkeit, statt „all out“-Monsteraction liegt der Schwerpunkt diesmal auf Spannung und Atmosphäre.
Der Titel des Films steht tatsächlich für ein äußerst effektives Roadmovie, das die Zuschauer auf die Rückbank des Autos der beiden Protagonisten setzt und mit ihnen zusammen die infizierte Zone (=Mexiko, äh klar) durchqueren lässt. Genau so stellt man sich frische Science Fiction vor: als verwackelte Low-Budget-Achterbahn mit viel Attitüde, tollen Ideen und echt ekligen Tintenfischmonstern. „Monsters“ ist der Film, den es diesen Sommer zu schlagen gilt!


























TUcker and Dale vs The Evil ist eine kanadische Produktion, keine aus den USA! Sie wurde beim Sundance Festival gezeigt und von telefilm Canada, der staatlichen Filmförderergesellschaft von Kanada mitfinanziert
ist aber auch ein mist, dass das festival in nur so wenigen städten ist.
Allerdings sollten ein paar Produzenten aufpassen, wen sie da Trailer schneiden lassen ;) Teilweise sind wirklich arge Spoiler drin - oder zumindest unschöne Offenbarungen. Will jetzt nicht alles aufzählen aber hat mich schon etwas gestört..