Diese Woche startet Regisseur Josh Tranks Reboot von Fantastic Four in den deutschen Kinos. Doch Trank hat sich bereits vom Werk distanziert. Auch das bisherige Einspielergebnis ist mehr Flop als top. Wie sehen da die Chancen aus, dass Marvel Studios sich die Rechte zurückholt?

Fantastic Four - Regisseur Josh Trank distanziert sich vom Flop, Studio hält am Konzept fest

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Wird dieses Reboot eine Eintagsfliege bleiben?
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Im Grunde war damit bereits zu rechnen gewesen: Im Vorfeld gab es derart viel negative Berichterstattung, dass ein Flop sowieso unausweichlich gewesen wäre. Von Streitigkeiten am Set war die Rede. Regisseur Josh Trank und Produzent Simon Kinberg sollen sich sogar derart verstritten haben, dass Kinberg seinen Einfluß dazu nutzte, Trank von seinem Posten als Regisseur bei einem der Star Wars Anthology-Streifen zu entbinden. Dies dementierten beide zwar in späteren Interviews, aber wer weiß, ob das nicht der Versuch der PR-Abteilung von 20th Century Fox war, den Schaden zu begrenzen? Schließlich soll es umfangreiche Nachdrehs gegeben haben und Trank sei am Set angeblich alles andere als kooperativ gewesen. Viele bezeichneten ihn als Eigenbrödler, keine gute Eigenschaft als Regisseur.

Auch die meisten Kritiken fielen eher negativ aus. Auf Rotten Tomatoes hat der Film sogar eine schlechtere Wertung als die ohnehin schon durhschnittlichen Vorgänger von Produzent Bernd Eichinger. Und so fiel dann auch das Startwochenende für Fantastic Four aus: International konnten gerade mal 59 Millionen Dollar eingespielt werden. Bei einem Budget von knapp 120 Millionen Dollar und den Kosten für das Marketing kann man davon ausgehen, dass der Film seine Kosten wohl nicht mehr einspielen wird. Immerhin ist das Startwochenende maßgebend für den weiteren Verlauf, da Filme in der zweiten Woche gerne massiv einbrechen. Das bisherige Ergebnis von Fantastic Four ist sogar noch schlechter als jenes vom Adam Sandler-Flop Pixels, dem ebenfalls kein allzu großer Erfolg an den Kinokassen beschieden ist.

Wer denn nun Schuld hat an dieser Misere, das lässt sich kaum ausmachen. Für die einen ist es Regisseur Josh Trank, der sich vom Film distanziert hat und gegen das Studio giftet. So twitterte er kurz vor dem Kinostart folgendes:

"Vor einem Jahr hatte ich eine fantastische Version davon", so Trank über seinen Twitter-Account. "Und es hätte großartige Kritiken erhalten. Ihr werdet sie höchstwahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen. Das ist die traurige Realität."

Damit spielt Trank jenen in die Arme, die glauben, 20th Century Fox sei schuld am schlechten Abschneiden. Laut Trank ist also die Version, die wir im Kino zu sehen bekommen, keine von ihm abgesegnete. Es heißt auch, das Studio hätte sich zu sehr in den Film eingemischt und die Produktion sabotiert.

Trotz des schlechten Ergebnisses will das Studio aber nicht vom derzeitigen Kurs absehen. Ein Sequel ist auch bereits für den 2. Juni 2017 geplant. "Auch wenn wir enttäuscht sind, verbleiben wir diesen Charakteren gegenüber verpflichtet und wir haben eine Menge in unserem Marvel-Universum, auf das wir uns freuen können", so Chris Aronson, Fox' Domestic Distribution Chief im Gespräch mit The Hollywood Reporter. Ob damit das Sequel gesichert ist, wird sich erst zeigen, wenn die finalen Ergebnisse vorliegen.

Fantastic Four - Regisseur Josh Trank distanziert sich vom Flop, Studio hält am Konzept fest

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Bei uns startet der Film diese Woche
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Sony Pictures hatte ein ähnliches Problem mit der Spider-Man-Lizenz, allerdings war es bei ihnen eher ein interner Konflikt und ein künstlerisch-kreatives Problem, die beiden The Amazing Spider-Man-Filme von Regisseur Marc Webb waren dennoch erfolgreich, nur nicht erfolgreich genug. Und am Ende einigte man sich mit Marvel Studios.

Wie stehen demnach die Chancen für Marvel, seine Fantastischen Vier zurückzugewinnen? Nicht besonders gut, denn die Rechte gehen erst dann zurück, wenn 20th Century Fox es nicht schafft, innerhalb der nächsten sieben Jahre ein Sequel auf die Beine zu stellen. Und das Studio plant zudem ein Crossover zwischen den X-Men und Fantastic Four.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Dinge für Reed Richards, Susan und Johnny Storm, sowie Ben Grimm entwickeln.

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