Seit 1967 gab es in den USA mehr als 3.000 Bigfoot-Sichtungen. Experten sind sich sicher, dass die Kreaturen nur gewalttätig sind, wenn sie provoziert werden. Beispielsweise, wenn man sie mit einem Auto anfährt. So wie es in Eduardo Sanchez‘ neuem Film „Exists – Die Bigfoot-Legende lebt“ der Fall ist.

Exists - Die Bigfoot-Legende lebt! - Official Trailer

Alles beginnt harmlos. Fünf Freunde sind nachts mit dem Auto unterwegs, zur Hütte von Brians Onkel Tom, die irgendwo im nirgendwo liegt. Es ist, wie es halt immer ist, wenn man zu solchen Hütten fährt. Irgendwas passiert und die Konsequenzen sind dramatisch. Im Fall von Brian und seinen Freunden ist es so, dass sie irgendetwas anfahren. Was, das wissen sie nicht, aber im Dunkel des Walds macht es schreckliche Geräusche.

Exists - Die Bigfoot-Legende lebt! - Von der Blair Witch zu Sasquatch

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Bigfoot lebt ... Und ist sau-wütend.
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Sie fahren weiter, vergessen den Zwischenfall, aber das Wesen vergisst ihn nicht. Nachts in der Hütte hören sie eigenartige Geräusche. Panik erfasst die Männer und Frauen, aber nichts passiert. Als der Tag anbricht, zeigt sich aber, dass eben doch etwas passiert ist. Der Bigfoot – dafür hält Brian das Wesen – hat den Wagen kurz und klein geschlagen. Die fünf Freunde sind mitten im Wald gestrandet. Einer von ihnen macht sich mit dem Rad auf den Weg, aber kann er dem Bigfoot-Land wirklich entkommen. Und was hält die nächste Nacht für seine Freunde bereit?

Wie die alte Blair Witch

Eduardo Sanchez wurde einst mit „The Blair Witch Project“ bekannt. Zusammen mit Daniel Myrick schuf er damals den Prototypen des Found-Footage-Films, der seitdem Dutzende Male von anderen Filmemachern kopiert worden ist. Vieles von dem, was damals originell war, ist mittlerweile zum Klischee verkommen.

Davon gibt es auch in „Exists“ jede Menge, denn Sanchez gestaltet seinen Film nach klassischem Muster. Das heißt, nichts, was hier passiert, ist wirklich überraschend. Aber: Es ist verdammt effektiv gestaltet.

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Keine Neuerfindung des Genre, aber durchaus überraschend.
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„Exists“ gelingt, was vielen anderen Found-Footage-Filmen versagt bleibt: Er wartet mit einer unheimlichen, bedrohlichen Stimmung auf. Natürlich greift Sanchez dabei auf die alten Tricks zurück. Tatsächlich ist sein Film näher an „The Blair Witch Project“ als es viele andere Epigonen waren.

Aber Sanchez weiß das auch, er zitiert sich selbst, wohlwissend, dass er nur eine Variation des Stoffs liefert, der ihm zum Durchbruch verholfen hat. Es gibt Momente im dunklen Wald, mit der Nachtsichtkamera, mit der allumfassenden Schwärze und den verdammt gruseligen Geräuschen, da ist „Exists“ wenig mehr als das Aufkochen der Blair-Witch-Hexe, aber es funktioniert.

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Mehr als nur Gewackel

Ja, natürlich gibt es Shakycam, aber man kann sie effektiv einsetzen, um den Zuschauer mitten ins Geschehen zu ziehen. Sanchez weiß das, er weiß aber auch, dass man etwas bieten muss. Darum gibt es das Monster auch zu sehen. Oftmals nur in Teilbereichen, aber durchaus auch in ganzer Pracht. Die Kamerawinkel, die dabei gewählt werden, bleiben authentisch. Unterstützt wird dies auch dadurch, dass die Protagonisten GoPro-Kameras tragen, die für Extremsporteinsätze ideal sind und für eine Direktheit sorgen, die vielen anderen ähnlich gelagerten Filmen abgeht.