Erwartet man bei einem Film, der den Titel „Evil Feed“ trägt, wirklich irgendetwas? Wenn ja, dann wohl am Ehesten was Ungewöhnliches. Zum Beispiel Menschenfresser, die eigentlich Gourmets sind. Oder Cage-Fights, bei denen Gladiatoren von der Leine gelassen werden, die wenig mehr als menschliche Pitbulls sind (und anstatt zu sprechen auch einfach nur bellen). Dazu Blut, Gore, ein paar nackte Brüste, ein paar Gags – irgendwie klingt das wie die perfekte Mischung für einen überdrehten Genre-Film.

Evil Feed - Official Trailer

Das Restaurant Long Pig ist bekannt für sein exzellentes Essen. Es bietet etwas ganz Spezielles, das man nirgendwo sonst findet: Menschenfleisch. Aber der alte Besitzer lässt Vision vermissen. So sieht es zumindest sein Sohn Steven, der den Alten darum um die Ecke bringt und das Geschäft übernimmt.

Er hat Vision, er weiß, wie man das Geschäft noch ankurbeln kann. Es ist die ideale Verbindung von Brot und Spielen. In einem Käfig werden nun Kämpfe abgehalten, bei denen Mixed-Martial-Arts-Kämpfer gegen die hauseigenen Gladiatoren antreten. Wer gewinnt, bekommt Geld, wer verliert, wird zur Spezialität des Hauses.

Evil Feed - Du bist, was du isst

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 9/111/11
Der Film erscheint bei uns am 21.11.2014 auf Blu-ray und DVD.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Hirn auslöffeln

„Evil Feed“ nimmt sich selbst nicht ernst. Das gilt einerseits für die Geschichte, andererseits für die Bilder, die der Film findet. Erinnert ihr euch noch an die Affenhirn-Sequenz in „Indiana Jones und der Tempel des Todes“? Ein Äquivalent gibt es hier, wenn ein Gourmet aus einem Menschenkopf genüsslich das Gehirn herauslöffelt. Das klingt nun ekliger, als es ist, da der Film so gestaltet ist, dass selbst die blutigeren Sequenzen nie richtig ernsthaft erscheinen.

Technisch gesehen ist das gut umgesetzt, etwas problematisch ist aber, dass der Film recht dunkel gehalten ist. Oftmals kann man nicht ganz erkennen, was vor sich geht, das gilt vor allem auch für actionreichere Szenen. Das mag aber auch ein Vorteil sein, denn bei den Kämpfen merkt man schon, dass die Kämpfer recht viel mehr als ein, zwei Schläge nicht drauf haben. Ein paar deftigere Momente gibt es dann aber doch, weswegen sich der Film seine FSK-18-Freigabe redlich verdient hat. Immerhin wird in Großaufnahme einem Verlierer auch die Gesichtshaut abgerissen!

Packshot zu Evil FeedEvil Feed

Was folgt, könnte man dann als eine Hommage an Leatherface verstehen. Oder als ein Tribut an die Geschmacklosigkeit.

Evil Feed - Du bist, was du isst

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 9/111/11
Blutig und Action. Was braucht man manchmal mehr?
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Interessante Farben

Die Inszenierung des Films ist in Ordnung. Besondere Sperenzchen gibt es nicht. Nichts ist wirklich außergewöhnlich, aber die erdige Farbgebung, die von ein paar Spritzern Primärfarbe akzentuiert wird, lässt den Film irgendwie schöner wirken, als er es eigentlich sein sollte. Im Grunde müsste ein Streifen wie „Evil Feed“ klein und dreckig sein, die kanadische Produktion wirkt aber irgendwie zu stilisiert.

Evil Feed - Blut. Gehirn. Nacktes Fleisch. Die Igitt-Bilderstrecke

Klicken, um Bilderstrecke zu starten (9 Bilder)

Evil Feed - Blut. Gehirn. Nacktes Fleisch. Die Igitt-Bilderstrecke

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/10Bild 1/101/10
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der kürzlich erschienene „Omnivoros“, der sich ebenfalls mit Kannibalen und Gourmets befasst hat, war da deutlich naturalistischer und damit auch etwas wirkungsvoller. Die Art der Inszenierung sorgt bei „Evil Feed“ dafür, dass eine gewisse Distanz gewahrt wird. Das macht es leichter, diesen abstrusen Film zu genießen, so man über die Art Humor verfügt, die für ein Werk wie dieses vonnöten ist. Immerhin gibt es hier keine Frühlingsrollen, sondern Dickie Rolls – und in eine solche beißt einer der Protagonisten genüsslich rein!