Es bedarf schon einiges an Chuzpe, wenn man einen Film über die Blutgräfin Bathory, die im Hier und Heute immer noch als unsterbliche Mörderin aktiv ist, mit diesen Worten beginnt: „Diese Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten.“.

Eternal Shades of Bloody Sex - Official Trailer #1

Ja, die Blutgräfin gab es, alles andere hat aber mit der Wahrheit kaum noch etwas zu tun. Dass die kanadische Produktion aus dem Jahr 2004 nun den Weg nach Deutschland findet, liegt vor allem daran, dass man ihn unter dem Titel „Eternal Shades of Bloody Sex“ herausbringen konnte – pünktlich zum Kinostart der „50 Shades of Grey“.

Echte Ähnlichkeiten gibt es nicht, aber ein paar Fesselspiele finden sich in diesem erotisch angehauchten Horrorfilm dann doch. Davon abgesehen: Weder der dümmliche Spruch noch der Titel wären wirklich notwendig gewesen, der Film selbst erweist sich als ziemlich gut.

Eternal Shades of Bloody Sex - Es geht nicht ums Töten, sondern ums Verführen der Beute!

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Der Film kommt bei uns am 26.02.2015 auf Blu-ray und DVD raus.
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Die Frau des Polizisten Raymond Pope lässt sich auf ein Treffen mit Elisabeth Kane ein. Sie ist an einem lesbischen Erlebnis interessiert, aber Elisabeth hat etwas ganz anderes im Sinn. Sie will die Jugend und Schönheit der Frau, weswegen sie sie tötet und ihr das Blut abzapft. Damit wäre die Angelegenheit für Elisabeth auch schon beendet, aber Raymond macht sich auf die Suche nach seiner Frau und findet auch den Weg zu der geheimnisvollen blonden Schönheit.

Raymond, der schon bald selbst in den Verdacht gerät, seine Frau getötet zu haben, setzt nun alles daran, Elisabeth zu überführen, hat aber keine Ahnung, auf was er sich da wirklich einlässt.

Ein etwas anderer Vampirfilm

Die Geschichte der Erzsebet Bathory wurde schon häufig verfilmt, vor allem auch als Horrorstoff. „Eternal Shades of Bloody Sex“ – den Titel muss man sich einfach immer wieder auf der Zunge zergehen lassen – ist dennoch ein etwas ungewöhnlicherer Film. Er spielt mit dem Vampirmythos, der Bathory umgibt, macht aber zugleich mehr daraus. Denn er setzt weniger auf den Horroraspekt als vielmehr auf den erotischen, der mit Vampirstoffen häufig einhergeht, aber selten ansprechender als hier umgesetzt worden ist.

Eternal Shades of Bloody Sex - Es geht nicht ums Töten, sondern ums Verführen der Beute!

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Von Folterpornos und Blut schlürfen...
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Die Umsetzung ist sehr schön, der Film wirkt trotz sicherlich nicht allzu großen Budgets sehr aufwendig und lebt von gut ausgeleuchteten, schon gestalteten Sets, in denen das makabere Spiel seinen Lauf nimmt. Caroline Neron als Bathory ist ausgesprochen sexy, dabei aber nicht allein. Die Einblicke in Bathorys Intimleben, aber auch die Orgien, die in Venedig gefeiert werden, sorgen für wohliges Ambiente.

Kleinere Probleme

Natürlich gibt es bei Filmen dieser Preisklasse auch immer ein paar Defizite. Hier sind es der nur bedingt funktionierende Hauptdarsteller Conrad Pla, der rein von der Optik schon gar nicht für die Rolle passt. Aber gut, er ist auch kein extremer Störfaktor.

Überflüssig ist zudem Elisabeths Untergebene, die auch für sie tötet. Sie hat in der Geschichte nicht wirklich etwas zu tun, sieht aber zumindest gut aus. Generell gilt, dass die Figuren ruhig ein wenig vielschichtiger hätten gestaltet werden können, und auch die Geschichte läuft nicht immer ganz rund.

Sexy Thriller mit Horror-Elementen, der vor allem aber von der Schaffung von Atmosphäre lebt.Fazit lesen

An all diesen Dingen könnte man sich jetzt aufhängen, aber es würde unterminieren, dass „Eternal Shades of Bloody Sex“ ein im Großen und Ganzen unterhaltsamer Film ist, der dem Vampirthema ein paar neue Facetten hinzufügt.