Bei manchen Filmen muss man nicht mehr als den Titel kennen. Der sagt bereits alles aus. Er komprimiert das High Concept auf wenige Worte. Bei „Ein riskanter Plan“ funktioniert das nur im Englischen. Der deutsche Titel ist altbacken und beliebig austauschbar, der Originaltitel verspricht Spannung: „Man on a ledge“ – „Mann auf dem Sims“.
Schön strukturierter, aber etwas vorhersehbarer Film, der dennoch dank des guten Ensembles für einen unterhaltsamen Abend gut ist.FazitDieser Mann ist Nick Cassidy, der ein Hotelzimmer gemietet, es fein säuberlich von seinen Fingerabdrücken gereinigt hat und dann auf den Fenstervorsprung hinausgeklettert ist. Soweit sieht es aus, als wäre er ein ganz normaler Lebensmüder mitten in New York. Als die Polizei hinzugezogen wird, verlangt er explizit nach Detective Lydia Mercer. Die hat wenige Wochen zuvor einen Springer verloren, der noch dazu ein Polizeibeamter war, was sie unter ihresgleichen zu einer Art Geächteten gemacht hat.
Und nun soll sie erneut einen Mann davon abhalten, in den Tod zu springen. Doch dieser Fall ist anders. Das merkt sie sofort, wird ihr aber erst dann bewusst, als die Identität von Nick bestätigt wird. Und plötzlich ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: Nick war einst ein Polizist, der dem reichen David Englander einen 40 Millionen Dollar teuren Diamanten gestohlen haben soll und dafür zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.
Doch Nick konnte fliehen und nun ist es an der Zeit, endlich die Rechnung zu begleichen. Denn Nick ist nicht auf dem Sims, weil er lebensmüde ist oder sterben will. Er ist dort, um alle abzulenken, während im gegenüberliegenden Gebäude ein riskanter Plan langsam Gestalt annimmt.
Springen oder nicht? Eine der zentralen Fragen.„Ein riskanter Plan“ ist trotz des Konzepts ein vergleichsweise vorhersehbarer Film. Die Handlung entwickelt sich auf eine Weise, die kaum zu überraschen vermag. Allerdings muss man dem ansonsten nicht weiter aufgefallenen Drehbuchautor Pablo F. Fenjves schon attestieren, dass es ihm ziemlich gut gelungen ist, die Geschichte klar zu strukturieren.
Das gilt vor allem auch für das Zusammenspiel der Elemente – den Mann auf dem Sims und seine Leute, die den großen Bruch wagen. Da das nicht zu glatt vonstattengehen darf, entwickelt der Autor immer wieder Hindernisse. So will er die Spannung erhöhen, was auf oberflächliche Art und Weise funktioniert, wenn man nicht zu sehr darüber nachdenkt, dass dieser abstruse Plan mit all seinen Unwägbarkeiten trotz allem erstaunlich locker von der Hand geht.
Um die Geschichte voranzutreiben, bemüht Fenjves Figuren, die vom Reißbrett stammen. Insbesondere gilt dies für die Schurken, aber auch die Protagonisten sind wenig mehr als eine Funktion. Ein Film wie „Ein riskanter Plan“ definiert sich nicht darüber, wie gut die Figuren ausgearbeitet sind. Es ist die Grundsituation, die überzeugen muss. Und die ist gut, nur leider nicht von Fenjves.
Denn eines darf man auch nicht unerwähnt lassen: dass Fenjves sich ganz gewaltig von dem 2011 veröffentlichten Film „The Ledge“ inspirieren ließ, aber konsequent daran arbeitete, den intelligenten Unterbau dieses Thrillers zu Gunsten der Einbruchsgeschichte zu eliminieren.
Ein guter Teil des Films spielt auf dem Sims. Das wirkt durchaus beeindruckend. Weil der Wind weht, weil der Vorsprung nicht allzu viel Platz lässt, weil die Kameraarbeit die schwindelerregende Höhe greifbar machen kann. Im Speziellen gilt dies, wenn der Film in den Action-Modus umschwenkt und man versucht, Nick mit Gewalt von dem Sims runterzuholen.
Während im Hintergrund ein teuflischer Plan entsteht.„Ein riskanter Plan“ ist rasant erzählt – von den ersten Minuten mit der Flucht bis hin zum Finale, als passiert, was passieren muss, wenn man einen Mann auf ein Sims stellt. Immerhin: Was im ersten Akt eingeführt wird, muss im letzten Akt Bedeutung erlangen.
So ist „Ein riskanter Plan“ zwar Kino nach dem Baukastenprinzip, aber dank gut aufgelegter Darsteller wird das Ganze dann doch zur unterhaltsamen Melange, bei der man sich nicht darüber ärgert, extra ins Kino gegangen zu sein.

„Ein riskanter Plan“ punktet mit der Besetzung. Wenn Figuren nur ungenügend entwickelt sind, hilft es, wenn man ein paar charismatische Darsteller zur Hand hat. Hauptdarsteller Sam Worthington schlägt sich gut, die heimlichen Stars des Films sind aber Elizabeth Banks und der mittlerweile recht krank aussehende Ed Harris. Banks profitiert auch davon, dass ihre Figur noch den größten charakterlichen Unterbau besitzt und eine emotionale Reise durchleben muss, an deren Ende sie nicht mehr dieselbe Person ist.
Das geht den anderen Handlungsträgern etwas ab, was jedoch durch Präsenz wettgemacht wird, auch wenn der eine oder andere – hier fällt vor allem Anthony Mackie ein - etwas verschwendet ist.
Regie: Asger LethGenre:Thriller, ActionFilmstart: Darsteller:Anthony Mackie, Elizabeth Banks, Sam Worthington
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Aus purer Dekadenz! Wenn schon etwas hinter jemandes Rücken machen, dann so nah, dass man ihm auch gleich in den Arsch treten könnte (physisch, nicht im übertragenen Sinne).
... ist ja schon etwas bescheuert wenn man vom "Raubüberfall" (keine Ahnung obs das jetzt wirklich ist) ablenken will indem man direkt gegenüber der auszuraubenden Bank eine Show inszeniert *g*.
Jup, habs erst hinterher gesehen.^^
Wer ist dann die Frau auf dem Bild? oO
Edit: Ok, das ist wohl Genesis Rodriguez. Dann ist die Banks weiterhin blond, alles gut. ^^
Übrigens kommt "The Ledge" von Universum in gut zwei Wochen in den Handel.