„Dies ist eine wahre Geschichte. Nur die Fakten wurden verändert.“ – Der Hintergrund dieser amüsanten Einblendung zu Beginn des Films ist simpel. Die Geschichte ist insofern wahr, als dass Autor Mark Obmascik in seinem Buch von drei Big-Year-Konkurrenten erzählt. Aber die filmischen Kontrahenten haben mit den realen kaum etwas gemein.

Ein Jahr vogelfrei! - Offizieller Trailer

Was die realen mit den fiktiven Rekordjägern verbindet, ist ihre Passion für Vögel: Vogelkundler sind ein merkwürdiges Volk. Für sie stehen Vögel an erster Stelle. Die gefiederten Tiere sind ihre ganze Leidenschaft. Der größte Vogelkundler von allen ist Kenny Bostick, der der amtierende Rekordhalter ist.

Unter Vogelkundlern gibt es nämlich einen Wettbewerb: das so genannte Big Year. In diesem Jahr reisen die Vogelkundler quer über den amerikanischen Kontinent und versuchen, so viele verschiedene Vogelarten wie möglich zu sehen. Bostick ist mit 732 gesehenen Vogel-Arten der unangefochtene Champion.

Doch in diesem Jahr schicken sich zwei Männer an, ihn vom Thron zu stoßen. Stu ist ein alternder CEO, der in Ruhestand geht, nicht länger an seine Firma gebunden sein und sich endlich den Traum vom Big Year erfüllen will. Brad wiederum ist ein Programmierer, in dessen Leben einfach alles schief gelaufen ist, der nun jedoch neben der Arbeit seiner Passion folgen und das Big Year erfolgreich zum Abschluss bringen will.

Simpel gestrickter, aber schön anzusehender Film des leisen Humors und der menschlichen Momente. Vogelkunde kann tatsächlich unterhaltsam sein.Fazit lesen

Bostick ist indessen nicht gewillt, sich einfach entthronen zu lassen. Er startet ins neue Big Year und ist dafür bereit, seine Ehe aufs Spiel zu setzen. Auch für Stu und Barry geht es um die Frage, was ihnen im Leben am wichtigsten ist. Am Ende dieses großen Jahrs haben sie alle etwas über sich selbst gelernt.

Ein Jahr vogelfrei! - Die haben doch einen Vogel

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Drei Typen mit 'nem Vogel: Owen Wilson, Steve Martin und Jack Black.
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Ein Dollargrab

An sich ist es erstaunlich, dass „Ein Jahr vogelfrei!“ (übrigens: endlich mal ein smarter deutscher Titel!) in Deutschland überhaupt noch ins Kino kommt. Zwar ist er mit Jack Black, Steve Martin und Owen Wilson namhaft besetzt, aber in den USA hat das trotzdem so gut wie niemanden in die Kinos gezogen. Dem Budget von 41 Millionen Dollar stehen magere 7 Millionen Dollar Einspiel gegenüber. Diesem Umstand ist es zumindest geschuldet, dass der Film mit achtmonatiger Verspätung seine deutsche Auswertung erfährt.

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Es mag sein, dass das Vogelthema die Leute nicht interessiert. Oder vielleicht sogar abschreckt. Denn obschon „Ein Jahr vogelfrei!“ sicherlich nicht die Art Film ist, mit der man Preise gewinnen kann, muss man ihm doch zugutehalten, dass er angenehme Unterhaltung ist. Nichts Tiefsinniges, eher das filmische Äquivalent von Easy Listening.

Wenn Passion zur Obsession wird

„Ein Jahr vogelfrei!“ ist nicht gerade innovativ, was die persönlichen Geschichten der drei Protagonisten betrifft. Der Vater, der mit dem Leben des Sohns unzufrieden ist, der Geschäftsmann, der sich zwischen Pflicht und Freiheit entscheiden muss, und der Ehrgeizige, für den die eigene Frau an zweiter Stelle kommt, ist nichts, was man so nicht schon dutzendfach gesehen hätte.

Dementsprechend simpel ist auch die Botschaft des Films, aber das macht sie nicht weniger wirkungsvoll. Denn im Kern untersucht der Film, wie Menschen mit ihren Passionen umgehen. Passion ist etwas Großartiges, aber sie trägt immer auch die Gefahr in sich, zur Obsession zu werden, der alles geopfert wird.

Ein Jahr vogelfrei! - Die haben doch einen Vogel

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"Hör mal! Ich seh' was."
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Exemplarisch dafür steht Owen Wilsons Figur, ein Einzelgänger, nicht nur bedingt durch die einsame Suche nach Vögeln, sondern auch, weil er in seiner Aufgabe ganz und gar aufgeht. Er ist, wenn man so will, von Ehrgeiz zerfressen. Es gibt einen Schlüsselmoment im Film, in dem man sieht, wie es um Bosticks Prioritäten bestellt ist. Um zum Gewinner zu werden, muss man bereit sein, alles aufzugeben, sogar das eigene Glück.

Rundreise

Optisch ist der Film ausgesprochen schön. Die Suche nach den hunderten verschiedenen Vogelarten führt die Hauptfiguren über den gesamten Kontinent. Von der Insel Attu in Alaska bis nach Texas führt die Reise – inklusive zahlreicher Zwischenstopps. Zu sehen gibt es dabei viel, und längst nicht nur Vögel. Die Komödie sieht einfach prächtig aus. Die Natur des Kontinents ist praktisch der vierte Hauptdarsteller.