Es gibt diese perfekten Tage, die man gerne noch einmal erleben würde. Und es gibt natürlich auch Tage, an denen man hofft, sie möchten schnellstmöglich zu Ende gehen. Tom Cruise steht in „Edge of Tomorrow“ jedoch vor einem großen Problem: Der schlimmste Tag in seinem Leben geht nicht zu Ende, er fängt immer wieder von vorne an…

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Wir kennen das ja aus Computerspielen wie „Dark Souls“: „Ihr seid gestorben!“ Man kämpft, man stirbt und darf sich ab dem Speicherpunkt wieder durch die ganzen Monstermassen schlagen, die man eben schon besiegt hatte. Doch diesmal sind wir schlauer. Wir wissen, wo die fiesen Viecher stecken, wittern den Hinterhalt, der hinter der nächsten dunklen Ecke lauert und schalten zuerst den Bogenschützen aus, der uns sonst in den Rücken schießen würde.

Edge Of Tomorrow - Tom Cruise stirbt tausend Tode

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Und täglich grüßt die Armee.
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Bis wir das nächste Mal sterben. Und wieder. Und wieder. Und immer wieder kämpfen wir uns durch die Reihen, mit jedem Mal werden wir besser und kommen ein Schrittchen weiter. Genau diesem Szenario, das Zocker tagtäglich durchleiden, darf sich nun auch Tom Cruise in seinem neusten Actionblockbuster „Edge of Tomorrow“ stellen.

Leben um zu sterben

Er spielt allerdings keinen Gamer, der vor seinem Spiel sitzt. Er befindet sich mittendrin - mitten im Krieg. Eine Invasion tödlicher Aliens hat die Erde überfallen. Absolut kein Fall für Major William Cage! Denn Tom Cruise mimt diesmal nicht den strahlenden Helden, der sich sofort ins Gefecht stürzt oder als Experte für Alien-Invasionen herangezogen wird, sondern einen einfachen PR-Fritzen, der als Offizier der US-Army Bürger für die Armee anwirbt. Als er live von der Front berichten soll, weigert er sich vehement. Er sei kein Kämpfer.

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Soldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) übernimmt Bills Ausbildung.
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Um der Gefahr zu entkommen, versucht er General Brigham (Brendan Gleeson) zu erpressen – und wacht nach einer gezielt eingesetzten Elektroschockattacke im Lager der Soldaten auf. Prompt wurde er zur kämpfenden Truppe degradiert, wo ihm jegliche Gegenwehr nur noch mehr Schwierigkeiten einbringt.

Es gibt für Cage kein Entkommen und so landet er in einem Hightech-Kampfanzug, den er nicht zu bedienen weiß. Die Karten stehen für ihn also mehr als schlecht und so kommt es, wie es kommen muss: Er stirbt in einem gewaltigen Gefecht, bei dem nicht einmal die beste Kämpferin Rita (Emily Blunt) – auch „Full Metal Bitch“ genannt – glimpflich davon kommt. Ende? Nein, denn das war erst der Anfang!

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Ein Schreibtisch-Soldat in der großen Schlacht.
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Cage wacht auf. Und befindet sich genau dort, wo er sich nach der Elektroschockattacke vorgefunden hat: am Eingang der Militärbasis. Dort wird er von Master Sergeant Farell (Bill Paxton) mit exakt den gleichen Worten wie zuvor begrüßt und darf wieder mit ansehen, wie Farell sein neues Team im Quartier dabei erwischt, Glücksspiel zu betreiben.

Sie dürfen erneut ihre Spielkarten essen, Cage landet wieder im Kampfanzug und endet auf dem Schlachtfeld, wo er Rita diesmal jedoch retten kann, selbst aber nicht überlebt. Und zack, Cage wacht auf. Und befindet sich genau dort, wo er sich nach der Elektroschockattacke vorgefunden hat: Am Eingang der Militärbasis. Dort wird er von Master Sergeant Farell… Ihr versteht das Prinzip, ja?

Und Action!

Keine Sorge: Der Zuschauer muss nicht immer wieder das gleiche Szenario durchleiden. Regisseur Doug Liman („Die Bourne Identität“, „Mr. & Mrs. Smith“, „Jumper“) drückt nämlich den Vorspul-Knopf und überspringt nach und nach einzelne Kapitel. Immerhin geht es ja darum, herauszufinden, wie Cage den Zeitsprung nutzt und lernt, seinem Ziel näher zu kommen: am Leben zu bleiben. Vor allem hilft ihm aber Rita, die diese Gabe einst auch hatte. Sobald er wieder aufwacht, solle er zu ihr kommen. Sie fängt an ihn zu trainieren und mit ihm einen Plan zu entwerfen, die Aliens zu besiegen.

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Die beiden kennen sich schon seit einer Ewigkeit und doch nur seit einem Tag.
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Dabei stirbt Cage sicher tausend Tode - was teils sehr schwarzhumorig anmutet, wenn Rita zum Beispiel immer wieder die Pistole auf ihn richtet und ihm in den Kopf schießt, damit er mehr Zeit zum Trainieren hat. Doch egal wie brutal es zugeht, Cage bleibt am Ball! Als Videospieler hätten wir schon längst den Controller in die Ecke gefeuert, aber bei William geht es eben um Leben und Tod; aufgeben ist nicht. Und dadurch, dass er in dieser Zeitschleife festhängt, besteht sein Dasein derzeit nur aus kämpfen, trainieren und sterben. Die idealen Zutaten also für einen astreinen Actionfilm.

Liman inszeniert diesen sehr temporeich, beginnt mitten im Geschehen ohne großes Vorgeplänkel. Der Film startet völlig unvermittelt mit einer Reihe „Breaking News“ – die Invasion ist da und jetzt gilt es sie zu bekämpfen. Und obwohl hier von Anfang an also schon ein hohes Adrenalinlevel vorliegt, weiß Liman es stets zu steigern.

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„Full Metal Bitch“.
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Alien-Invasion in 3D

Gleiches gilt für den 3D-Effekt. Anfangs waren wir davon überzeugt, dass sich die dritte Dimension mal wieder als Enttäuschung herausstellt; nachkonvertierter Mist, der nur die Kassen klingeln lassen soll. Aber wir wurden eines Besseren belehrt: Ebenso wie die Dramatik nimmt auch der 3D-Effekt mit der Zeit stark zu. Rüstungsteile fliegen uns entgegen, Aliens wollen die Zuschauer verschlingen und eine große Welle droht den Kinosaal zu fluten.

Doch auch die anderen Spezialeffekte wissen zu gefallen: die außerirdischen Kreaturen wurden gut animiert und wirken faszinierend und bedrohlich zugleich. Überall Explosionen, Feuerwaffen, die durch die Gegend ballern, eine gigantische Schlacht am Strand mit beeindruckenden Kampfanzügen, die ihr Können fortlaufend unter Beweis stellen, je mehr William Cage im Film dazulernt und ein fulminantes Finale in Paris begeistern den Action-Fan.

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Es geht in die Schlacht ... Wieder und wieder und wieder.
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Hinzu kommt, dass alle Darsteller eine gute Figur abgeben und vor allem die beiden Protagonisten bestens zu ihren Rollen passen. Natürlich könnte man hier und dort den Rotstift ansetzen, um zum Beispiel die krasse Ähnlichkeit mit Filmen wie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder „Butterfly Effect“ zu bemängeln oder über die Tatsache zu spotten, dass selbst bei solchen Filmen eine Liebesgeschichte mit drin sein muss, aber das sind nur kleine Abzüge. Im Großen und Ganzen bereitet „Edge of Tomorrow“ nämlich – vor allem auf der großen Leinwand und sogar in 3D - viel Spaß.