Denkt man an den ersten Film, dann hat man bei „Dungeons & Dragons 3“ (DVD-Start: 23. Januar) keine großen Erwartungen. Immerhin ist diese neue, diesmal britische Produktion auch deutlich günstiger als die hochpreisige Originalverfilmung. Aber: Wo dort nur alberner Trash herausgekommen ist, präsentiert sich der dritte Film als solide Fantasy-Kost. Das ist insofern interessant, da er damit den Trend fortsetzt. Denn auch der zweite Teil war trotz günstigerer Machart schon unterhaltsamer als der erste Teil.

Buch der Schatten

In „Dungeons & Dragons 3“ hat man nun eine klar strukturierte Fantasy-Geschichte, die sich an einem typischen „D&D“-Abenteuer orientiert und auch entsprechende Elemente beinhaltet. Für Spieler eine kleine, nette Verfilmung – für alle anderen auch gute Durchschnittsware.

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Grayson ist ein Ritter der Neuen Sonne, dessen Kameraden allesamt erschlagen werden. Sein Vater wird von Barbaren entführt und dem bösen Zauberer übergeben, der das dunkle Buch der Schatten neu erschaffen will, um so das Reich unter seine Knute zwingen zu können. Grayson ist fest entschlossen, seinen Vater zu retten. Doch dazu muss er sich einer Bande von Attentätern anschließen, die im Auftrag des Schurken agieren. Mit ihnen will Grayson in das Hauptquartier seines Feindes kommen. Doch um sich das Vertrauen der Attentäter zu erschleichen, muss Grayson auch Böses tun…

Der dritte Teil weiß zu überraschen. Wo man nichts erwartet, erweist sich der Film als solide Fantasy-Unterhaltung.Fazit lesen

Dieselbe Welt, neue Geschichte

Der dritte Teil hat mit den vorherigen nichts zu tun. Die Geschichte spielt zwar in derselben Welt, altbekannte Figuren tauchen hier aber nicht auf. Das hilft dem neuen Film, der im Grunde die erste Verfilmung ist, die dem Spiel einigermaßen gerecht wird.

Die Geschichte ist zwar alles andere als einfallsreich, das sind die Spielkampagnen von „Dungeons & Dragons“ aber auch nicht immer. Erzählt wird eine typische Fantasy-Geschichte mit allen relevanten Elementen einer Quest. Überraschungen gibt es dementsprechend nicht. Wenn man davon absieht, dass der Film bisweilen sogar etwas zu weit in seiner Verbeugung vor dem Spiel geht.

Dungeons & Dragons 3 - Das Buch der dunklen Schatten

- Überraschung: Der erste Film, der der Vorlage gerecht wird!
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Gut zu sehen, wie nah sich der Film an die Vorlage hält: Vorne Dungeons, hinten Dragons.
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Unfreiwillig komisch ist die Sequenz, in der Grayson in einem Shop seine Waffen kauft. Das ist nach typischem Spielmuster gestaltet, das auch bei Computerspielen dieses Genres Gang und Gebe ist. Etwas irritierend ist dabei auch die deutsche Fassung, die sich nicht traut, richtig deutsch zu sein.

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Assassins und Knights

Auf die Frage, wieso man von „Knights of the New Sun“ spricht, obwohl im normalen Sprachgebrauch „Ritter“ benutzt werden, und „Attentäter“ uncooler zu sein scheint als „Assassin“, gibt es keine Antwort. In der Synchronisation ist dies jedoch so, obwohl es sich um Worte handelt, die problemlos hätten eingedeutscht werden können. Nein, die sogar eingedeutscht hätten werden müssen! Denn in der jetzigen Form wird man immer aus dem Fluss des Films gerissen, wenn plötzlich wieder eine englische Begrifflichkeit eingesetzt wird.

Bulgarien als Fantasy-Reich

„Dungeons & Dragons 3“ wurde in Bulgarien gedreht. Das Budget des Films war sicherlich nicht hoch, aber dennoch sind die Effekte ziemlich ansehnlich geworden. Der Kampf mit dem Drachen oder das untote Kind erweisen sich als ansprechend gestaltete CGI-Effekte, die deutlich über dem Niveau typischer Syfy-Channel-Filme stehen.

Regisseur Gerry Lively, der schon den zweiten Teil inszeniert hat, kann hier auf ein flottes Skript zurückgreifen. Das setzt er entsprechend dynamisch um. Wo der zweite Film sich zu häufig noch in elendig lange Dialogpassagen flüchtete, die keinem Zweck dienten, setzt der dritte Film auf deutlich mehr Action.

Dungeons & Dragons 3 - Das Buch der dunklen Schatten

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Ein bisschen Spaß muss sein...
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Das lässt „Dungeons & Dragons“ zwar etwas in episodische Struktur abgleiten, aber das nimmt man für gebotenen Unterhaltungswert gerne in Kauf. Der ist sogar hoch genug, um die wechselhaften darstellerischen Leistungen halbwegs zu egalisieren. Gerade der unerfahrene Hauptdarsteller Jack Derges ist als Grayson nicht immer überzeugend.